Hannes Wolf und die Borussen ließen auch bei RB Power-Fußball vermissen. Archivfoto: Dirk Päffgen.

Auch im fünften Spiel in Folge gelang Borussia Mönchengladbach kein Dreier. Dass man bei RB Leipzig trotz 2:0-Führung am Ende leer ausging, lag vor allem an der schwachen zweiten Halbzeit, wo man gerade offensiv nicht stattfand. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von der Kessels GmbH – Schweißen & Gase – aus Mönchengladbach.

Es zieht sich seit Wochen durch das Spiel der Fohlenelf: VollGAS-Fußball, für den Marco Roses Spielidee steht, findet nur noch selten statt – eben diese Umschaltmomente nach aggressivem Pressing mit überfallartigem Angriffsspiel, das dann in Torerfolge mündet. Wie auch schon am vergangenen Mittwoch in Budapest in der Champions League gegen Manchester City waren es auch in Leipzig maximal zaghafte Ansätze, die dann aber gleich vor allem in der entscheidenden Zone wieder verpufften.

VollGAS-Effektivität in Hälfte eins reicht nicht aus

Immerhin zeigten sich die Borussen in Hälfte eins effektiv und nutzten zwei von fünf Torschüssen, um sich 2:0 in Front zu bringen. Für diesen Vorsprung musste man sich zur Pause dann auch nicht schämen, weil man eben eine starke Effizienz an den Tag legte und zudem in der Defensive diszipliniert agierte. Leipzig hatte zwar mehrheitlich die Kugel, kam aber nicht richtig durch.

Das 2:0 der Borussen war ein Angriff der Marke schnelles Umschaltspiel. Hofmann, der für den ersten Treffer per Foulelfmeter gesorgt hatte, hatte im Mittelfeld viel Platz und spielte Valentino Lazaro auf der rechten Seite an, der die Kugel auf den langen Pfosten brachte. Dort lauerte Breel Embolo auf die Möglichkeit – und nutzte sie. Dabei hatte der Schweizer Glück, dass Marcus Thuram den Ball noch entscheidend mit der Brust Richtung Leipziger Tor lenkte.

Nach der Pause war von derartigen Situationen bei den Borussen rein gar nichts mehr zu sehen. RB ging entschlossen in die zweite Hälfte und erstickte relativ zügig die Hoffnungen der Borussen, dass man aus Sachsen einen Dreier entführen könne. Dass den Borussen nach der Pause kein einziger Torschuss gelang, die Ballbesitzquote bei nur 34 Prozent und die Ballaktionen im gegnerischen Strafraum bei nur 10 lagen (Leipzig hatte 36), war bezeichnend für den zweiten Durchgang.

Dass RB dann in der dritten Minute der Nachspielzeit die Partie komplett gedreht hatte, ist Zweifels ohne bitter für die Borussen, aber sie haben sich diesen Ausgang selbst zuzuschreiben – weil man eben für die Offensive nichts getan und es nicht geschafft hat, wenigstens einen Punkt mit ans ‚rettende Ufer‘ zu bringen. Dennoch gibt es auch Positives zu berichten von diesem Spiel. Der Auftritt von Jordan Beyer, der in der Bundesliga sein Startelfdebüt feierte hat – wenn man die mangelnde Spielpraxis im Hinterkopf hat – eine ordentliche Leistung hingelegt und bis zum Ende die Zähne zusammengebissen. Und wäre Yann Sommer nicht gewesen (unter anderem eine VollGAs-Parade gegen Forsberg), wäre die Niederlage eventuell noch höher ausgefallen. 

Abermals ist VollGAS-Konzentration gefordert

Es reicht einfach in diesen Woche nicht aus, was die Borussen auf den Rasen bringen. Der Motor stockt gewaltig. Das Positive an dieser erneut bitteren Niederlage ist, dass man auch diesmal nicht viel zeit hat, ausgiebig drüber nachzudenken. Denn bereits am Dienstag geht es im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund weiter. Es hilft nichts: Es sind VollGAS-Konzentration und entsprechender Fußball – und zwar von der ersten bis zur letzten Sekunde gefragt…