Jonas Hofmann – Foto Archiv Dirk Päffgen

Borussia hat den ganz großen Coup bei Inter Mailand verpasst, weshalb kurz nach Schlusspfiff noch die Enttäuschung überwog. Dennoch können die Fohlen mit dem Punktgewinn sehr gut leben, am Ende könnte sich dieser noch als Goldwert entpuppen. Dass Borussia schon wieder eine Führung verspielte hatte ärgerte die Spieler trotzdem. 

Ein Wechselbad der Gefühle 

Nach der Partie von Borussia Mönchengladbach bei Inter Mailand mussten sich zunächst alle Beteiligten erstmal sortieren, denn diese Schlussphase hatte es wirklich in sich. »Es war ein Wechselbad der Gefühle«, gab Jonas Hofmann nach dem Spiel am Mikrofon von ‚Dazn‘ zu. Vor allem der 28-Jährige war ein Teil eines verrückten Endes, denn Hofmann hatte die Fohlen nach einem Traumpass von Florian Neuhaus kurz vor Schluss in Führung gebracht. 

»Es hat ewig gedauert bis klar war, dass wir hier gewinnen können«, sprach Hofmann die lange Entscheidungsfindung des Videoschiedsrichters an. Es waren tatsächlich bange Minuten, aber dann war die Sensation in San Siro für Borussia wirklich zum greifen nahe. »Wir haben uns nach dem 2:1 alle total gepusht, vielleicht war es auch etwas zu viel, denn wir haben es nicht geschafft diese Ecke zu verteidigen«, gab der vermeintliche Siegtorschütze zu. 

Durch den späten Ausgleich von Romelu Lukaku fühlt sich der Punktgewinn irgendwie »extrem bitter an«, auch wenn es sich die Fohlenelf laut Hofmann »verdient hat den Punkt mitzunehmen«. Für Matthias Ginter, der mit seinem Abwehrkollegen Nico Elvedi den belgischen Stürmer überwiegend im Griff hatte, war das Ende des Champions-League-Spiels ebenfalls sehr bitter. »Ich glaube, wenn man so kurz vor Schluss das 2:1 macht ist es ärgerlich, wenn man in der 90. Minute durch einen vermeidbaren Standard das 2:2 bekommt. Bei der Ecke müssen wir uns eigentlich nochmal alle straffen, sodass wir den Standard am ersten Pfosten verteidigen können«, so der deutsche Nationalspieler. 

»Haben lange gebraucht um in der Champions League anzukommen«

Deshalb fühlt es sich so kurz nach der Partie bei den Italienern »noch nicht so gut an, in zwei bis drei Stunden können wir aber mit dem Punkt leben«, gab Ginter einen Einblick in die Gefühlslage. Trotzdem hat der Auftakt in die Königsklasse »gezeigt, dass wir mithalten können«. Allerdings war der Beginn am Mittwochabend etwas holprig, denn die Fohlenelf schaffte in der ersten Halbzeit zu wenig Entlastung. Inter hatte zur Pause fünf Torschüsse, die Fohlen keinen. 

»Wir haben ziemlich lange gebraucht um in Spiel und in der Champions League anzukommen. In der ersten Halbzeit haben wir sicher ordentlich verteidigt, aber wir hätten uns ein bisschen mehr Druck auf den Ball und höhere Ballgewinne gewünscht. Mit Ball haben wir zu wenig agiert und in den Räumen waren wir nicht mutig genug. Deswegen haben wir in der ersten Halbzeit fast gar nicht stattgefunden«, resümierte Marco Rose die ersten 45 Minuten. 

Sicherlich war das Gegentor dann ein Schock für Borussia, aber in der Folge war die Elf von Rose »mutiger«. Eine wichtige Erkenntnis kann der 44-Jährige auf jeden Fall mitnehmen, denn die Fohlen zeigten sich bei Inter sehr effektiv. Von sechs Torschüssen gingen zwei direkt auf das Tor und diese beiden Versuche waren nunmal drin. In den vergangenen Auftritten in der Champions League spielte Borussia oftmals sehr ansehnlich, belohnte sich am Ende aber nicht für den Einsatz. 

Mainz und Real stehen vor der Türe 

In den Katakomben des altehrwürdigen Giuseppe-Meazza-Stadion ärgerte sich aber auch Marco Rose über den verpassten Sieg. »Wenn man so spät das Gegentor bekommt ist das ärgerlich. Für uns ist es aber wichtig, dass wir das Ergebnis und den positive mitnehmen, nämlich die Phase nach dem Gegentor«. Trotzdem wird Borussias Trainer mit seinen Spielern »die erste Halbzeit kritisch aufarbeiten«. 

Nach der Niederlage von Real Madrid gegen Schachtar Donzek hat sich die Ausgangslage von Borussia in der Gruppe B der Königsklasse zumindest nicht verschlechtert. Dennoch wird am Dienstagabend im Borussia-Park niemand die ‚Königlichen‘ auf die leichte Schulter nehmen, davor warnte Marco Rose eindringlich. »Bisher hat Real immer die Gruppenhase überstanden und man darf davon ausgehen, dass sie wissen worum es in Mönchengladbach geht. Deshalb geht es für uns darum, die letzte halbe Stunde in Mailand von Beginn an auf den Platz zu bringen«. 

Am Donnerstagmorgen geht es für die Fohlen nun mit einem Sonderflug zurück nach Düsseldorf, ehe man dann gegen Mittag wieder im Borussia-Park eintrudelt. Viel Zeit zur Regeneration bleibt nicht, denn schon am Samstag trifft Borussia auswärts auf Mainz. Deshalb ist es für Rose »nach einem hochintensiven Spiel alternativlos, dass wir am Samstag wieder rotieren«.