Es in dieser Spielzeit ein Problem bei Borussia Mönchengladbach: Das effektive Verwerten von Torchancen. Und gerade auch deshalb, weil neben Raffael eben ein Angreifer fehlt, der in der Lage ist, vorne die Buden zu machen. Ein Problem, das Max Eberl für den Sommer auf der Agenda hat.

Wie wichtig Raffael für Borussia Mönchengladbach ist, macht sich aktuell eklatant bemerkbar – weil der Brasilianer nicht zu 100 Prozent fit und nicht spielen kann, fehlt eben vorne einfach ein Typ Angreifer, der vor dem Tor Coolness beweist und auch mal für zehn Tore in der Saison gut ist. Zu viel ist nach wie vor abhängig von Raffael, der seinem fortgeschrittenen Alter langsam Tribut zollen muss.

»Raffael hat für uns eine Wichtigkeit wie Marco Reus für Dortmund oder Robert Lewandowski für Bayern München. Er ist auch ein Spieler, der Spieler wie Lars Stindl oder Christoph Kramer besser macht«, sagte Max Eberl am Sonntag bei ‚Wontorra – der KIA Fußball-Talk’. »Er hat einfach eine große Qualität, vor allem auch Tore zu machen. Und das hat uns in den letzten Wochen ein stückweit gefehlt.«

»Natürlich müssen wir uns Gedanken machen«

Und um genau für einen solchen Fall in Zukunft gerüstet zu sein, soll im Sommer ein neuer Angreifer an den linken Niederrhein gelotst werden. »Natürlich müssen wir uns Gedanken machen. Raffael ist 33 und hat eben ein gewisses Alter erreicht. Natürlich wissen wir, dass wir da neue Wege gehen müssen und wollen. Das versuchen wir in jeder Transferperiode«, so Eberl, der verriet: »Im Sommer werden wir wieder versuchen, etwas Neues auf den Weg zu bringen. Mit etwas Neuem meine ich, das eine oder andere neue Gesicht zu finden und vielleicht eben auch einen Stürmer anzugreifen. Wir wollen das Thema angehen.«

Weiter nur das ausgeben, was eingenommen wird

Wie viel Max Eberl für einen neuen ‚Knipser’ ausgeben kann und will, hängt vor allem auch vom sportlichen Erfolg und davon ab, dass er auch dann bezahlbar ist, sollte man das internationale Geschäft nicht erreichen.

»Wenn wir 30 Millionen durch einen Verkauf eingenommen haben, bin ich auch gerne bereit, 30 Millionen für einen oder zwei Spieler auszugeben. Aber die Formel lautet: Eingenommen, dann ausgeben. Wenn du Europa hast, kannst du das on top rechnen. Sportlichen Erfolg können wir investieren«, erläuterte Eberl. »Ich habe als Sportdirektor die klare und fantastische Ausgangslage, dass ich investieren kann, wenn ich sportlichen Erfolg habe. Haben wir ihn nicht, müssen wir schauen, was wir haben. Das ist der Weg und den werden wir auch nicht verlassen, weil er für uns aus unserer Wahrnehmung alternativlos ist.«

»Wir wollen diese jungen Spieler finden und wollen mit ihnen erfolgreich sein, weil wir diese 30 Millionen Euro on top nicht haben«, fügte Borussias Sportdirektor hinzu. »Wir sind ein Verein, der mit seinen Kräften haushalten und arbeiten will.«

Und das ist auch gut so. Zwar gehört auch mal Mut und Risiko dazu, doch es muss eben kalkulierbar sein. Und Borussia Mönchengladbach zeichnet gerade auch die Tatsache aus, dass man mit Zahlen umgehen kann.