Stefan Lainer muss in Leipzig aufgrund von Oberschenkelproblemen passen. Foto: Dirk Päffgen.

Nur drei Tage nach der Niederlage gegen Manchester City in der Champions League geht es für Borussia Mönchengladbach im Alltagsgeschäft weiter. Am morgigen Samstag gilt im Auswärtsspiel bei RB Leipzig vor allem den Anschluss an die internationalen Plätze nicht gänzlich zu verlieren. Stefan Lainer wird bei diesem Vorhaben auf jeden Fall nicht mithelfen können. Jonas Hofmann, Christoph Kramer und Ramy Bensebaini sind noch fraglich.

Nur wenig Zeit blieb Borussia Mönchengladbach, um sich nach dem Schlusspfiff in Budapest auf den nächsten Anpfiff vorzubereiten. Gerade einmal zwei Tage hatten Marco Rose und sein Trainerteam, um die Niederlage gegen Manchester City zu analysieren und auf die kommende Aufgabe zu schauen. Gegen City verteidigten die Borussen – die beiden Gegentore ausgeklammert – ordentlich, nach vorne hin war das allerdings gar nichts.

»Gegen Manchester City haben wir gut und fleißig verteidigt und auch versucht, hinten heraus, Fußball zu spielen. Leider haben wir keinen guten Übertrag nach vorne geschafft. Das gilt es morgen besser zu machen«, blickte Marco Rose auf der Pressekonferenz kurz zurück und hatte erkannt: »Wir haben in Budapest ein paar Umschaltsituationen nicht erkannt und die Bälle dann nicht gespielt. In Leipzig wollen wir daran arbeiten, in diesem Bereich besser zu sein.«

In Leipzig muss es vor allem in der Offensive besser laufen

Das wird auch zwingend nötig sein, wenn man beim Tabellenzweiten, der die letzten vier Spiele allesamt gewonnen hat und der die Heimtabelle mit 9 Siegen und einer Niederlage in 11 Spielen anführt, etwas mitnehmen möchte. Die Borussen müssen alles abrufen und dann eben vor allem nach vorne hin wieder den gefürchteten Marco Rose-Fußball spielen und die sich bietenden Chancen nutzen, um die Sachsen vor Probleme stellen und in die Knie zwingen zu können. 

»Leipzig spielt ein gutes Gegenpressing und läuft hoch an. Wir haben uns seine letzten Spiele angeschaut und wissen, was auf uns zukommt. Es wird eine große Herausforderung für uns«, weiß Rose um die Aufgabe. »In unserer momentan nicht einfachen Situation sehen wir in jedem Spiel die Chance, wieder in die Spur zu kommen und eine gute Leistung zu bringen. Wir sind davon überzeugt, dass wir das können.«

Ohne vier gegen RB?

Mit dieser Überzeugung reisen die Borussen also am Samstagmorgen per Flugzeug nach Leipzig. Nicht mit im Flieger sitzen wird Stefan Lainer, der sich gegen Manchester eine Oberschenkelverletzung zugezogen hat, wie Marco Rose mitteilte. Und womöglich muss der 44-Jährige auch auf Christoph Kramer und Jonas Hofmann verzichten. Beim Duo soll erst am Samstagmorgen entschieden werden, ob eine Reise Sinn macht. Und »auch Ramy Bensebaini ist etwas angeschlagen und fraglich«, wie Rose zu Protokoll gab.

Selbst wenn er es also nicht wollen würde, wird Rose eventuell zu einer Rotation gezwungen. Im Sinn hat er sie aber eh. »Wenn man sieht, was für Ausfälle in Leipzig auf uns zukommen könnten und in Anbetracht des Gesamtkontextes mit dem Fakt, dass wir am Dienstag im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund antreten, wird es in der Startelf ein paar Änderungen geben«, legte er sich schon fest. Wir befinden uns in einer intensiven Phase. Diese ist sehr speziell, weil wir viele Spiele in sehr kurzer Zeit haben und die Mannschaften um uns herum länger Zeit haben, um zu regenerieren.«

Rose wird rotieren

Was sicherlich auch Matthias Ginter guttun würde. Der Abwehrchef hat in dieser Spielzeit in allen Pflichtspielen über die volle Distanz auf dem Platz gestanden. Dass dem so ist, verdeutlicht eben auch die Wichtigkeit und Unersetzlichkeit des Nationalspielers. »Ich würde Matze gerne mal eine Pause geben, aber das ist schwierig, weil er ein unglaublich wichtiger Spieler für uns ist. Er will immer spielen und geht voran«, sagte Rose und fügte an: »Er hat im Team ein sehr hohes Standing. Ich werde aber mit ihm und den anderen Jungs sprechen, wie sie sich fühlen und wen wir dann am Samstag bringen können oder auch rausnehmen müssen.«

Vielleicht erhält ja Hannes Wolf gegen seinen Ex-Klub die Möglichkeit, von Beginn an aufzulaufen und zu überzeugen. So wie er es im Hinspiel getan hat, als er mit seinem Treffer für den 1:0-Sieg sorgte. Ansonsten ist bei dem 21-Jährigen noch reichlich Luft nach oben. Die Unterstützung seines Mentors hat er jedenfalls. »Hannes trainiert sehr gut und fleißig und hatte auch schon ordentliche Einsätze für uns. Natürlich ist er noch nicht so im Rhythmus, wie er sich das auch selbst wünscht. Daran werden wir aber gemeinsam weiter arbeiten«, so Rose. »Es ist wichtig, dass er dranbleibt und wir kommunizieren. Hannes wir seinen Weg sicher gehen.«

Borussia plant wie gehabt die neue Saison ohne Europa

Welchen Weg die Borussen generell in dieser Spielzeit noch gehen, bleibt abzuwarten. Aktuell steht Platz acht mit drei Punkten Rückstand auf die Europa League und bereits neun Punkten Rückstand auf die Königsklasse zu Buche. Gerade sportlich und mit Blick auf die zahlreichen umworbenen Spieler wäre eine Qualifikation für Europa, am besten für die Champions League, schon sehr wichtig.

Auch wirtschaftlich würden internationale Auftritte dem Klub in der nach wie vor schweren Zeit helfen. Da man am linken Niederrhein aber eben solide haushaltet und rechnen kann, setzt man solche Einnahmen nicht voraus. Eben nach dem richtigen Motto ‘Wir geben nur das aus, was wir auch sicher einnehmen”. »Wir planen eine neue Saison immer komplett ohne Einnahmen aus dem internationalen Geschäft. Der Rahmen für die Saison 2021/22 steht demnach schon«, sagte Max Eberl.

»Dennoch wäre eine weitere Qualifikation für Europa natürlich vor allem sportlich schön. Aber natürlich ist das für uns kein Selbstläufer und deswegen planen wir damit nicht. Für uns sind es großartige Erfolge, die wir erzielen könnten aber auch immer noch können«, so Borussias Manager. »Zudem haben wir mit dem Einzug ins Achtelfinale der UEFA Champions League weitere Gelder bekommen, mit denen wir nicht geplant hatten. Was in der neuen Saison ist, werden wir dann am Ende der Spielzeit sehen.«

Wohin die Reise gehen kann, wird auch das Spiel in Leipzig zeigen. Die Nagelsmann-Truppe hat derweil den Vorteil, unter der Woche nicht gespielt zu haben. Für die Borussen kann und darf das aber keine Rolle spielen, denn eine erneute Niederlage darf man sich kaum erlauben. Die Fohlenelf ist auf fremden Platz seit sechs Spielen ungeschlagen, hat aber die letzten vier Bundesligaspiele nicht gewonnen (2 Remis, 2 Niederlagen). Ein Sieg in Leipzig wären drei dieser nötigen Bigpoints, um im Rennen um Europa nicht bald nur noch die Rücklichter sehen zu müssen…