Ramy Bensebaini hielt Leroy Sané gegen Bayern nahezu komplett aus dem Spiel. Foto: Ulrich Hufnagel/Poolfoto via Dirk Päffgen

Rund fünf Wochen war Ramy Bensebaini aufgrund seiner Covid-Erkrankung außer Gefecht und fehlte Borussia auf der linken Seite. Gegen den FC Bayern München feierte der Algerier ein starkes Comeback und hielt deutlich länger durch als geplant. Das überraschte auch Marco Rose. 

Bensebaini lange an Corona erkrankt 

Corona ist nach wie vor in aller Munde und bestimmt weiterhin unseren Alltag. Zwar hat die Deutsche-Fußball-Liga (DFL) für die Bundesligisten einen strengen Hygieneplan ausgearbeitet, der bis dato auch hervorragend funktioniert, doch gänzlich befreit von einer Erkrankung sind auch die Stars des Sports nicht. 

So traf es bei Borussia Mönchengladbach zuletzt Alassane Pléa oder gar Formel-1-Superstar Lewis Hamilton. In der Länderspielpause Anfang November erkrankte dann auch Ramy Bensebaini an dem Corona-Virus. Nach seiner Rückkehr aus Algerien wurde der 25-Jährige standardmäßig getestet, das Ergebnis fiel diesmal positiv aus. 

Üblicherweise sind die Profis dadurch rund zehn bis 14 Tage außer Gefecht und dürfen nach einem negativen Testergebnis ins Training beziehungsweise in den Spielbetrieb zurückkehren. Doch den Algerier hatte es schlimmer als zunächst befürchtet erwischt. »Das war wirklich eine schwierige Zeit. Ich durfte das Haus nicht verlassen, konnte nicht trainieren und war komplett isoliert. Nach zehn Tagen habe ich dann erneut einen Test gemacht, der zum Glück negativ ausgefallen ist. Dennoch hatte ich danach noch Probleme mit meiner Lunge und konnte nicht gut atmen, weshalb der Arzt mir aufgetragen hat, weiterhin zu Hause zu bleiben«, verriet Bensebaini in dieser Woche in einem Interview mit ‚Gladbachlive‘. Über einen Monat saß er in seiner Wohnung fest und konnte somit nicht richtig trainieren. 

Rose rechnete nur mit 60 Minuten 

Deshalb musste Marco Rose auch rund fünf Wochen auf seinen Linksverteidiger verzichten, ehe er wieder ins Training einsteigen konnte. Sein letztes Spiel im alten Jahr machte er am 8. November bei der Auswärtsniederlage bei Bayer Leverkusen. Am vergangenen Samstag, dem ersten Spieltag im Jahr 2021, feiert der 25-Jährige dann sein Comeback. In Bielefeld durfte er sich in den letzten fünf Minuten wieder vorsichtig ran tasten und an die Belastung gewöhnen. 

Vor dem Spiel gegen Bayern München war eigentlich klar: Es reicht bei weitem noch nicht für 90 Minuten. »Wir müssen schauen, wie wir ihn am besten einsetzen. Zweifelsohne besitzt er aber mit seiner Dynamik und seiner Kopfballstärke Qualität, die uns weiterhilft«, sagte Marco Rose auf der Pressekonferenz vor dem Spiel am Freitagabend. 

Sein Comeback in die Startelf war nicht unbedingt überraschend, dennoch war man sich einig, dass es im Idealfall für 60 Minuten reichen würde. Doch Bensebaini machte seine Sache auf der linken Seite gut, sogar richtig gut. Leroy Sané kam bei den Bayern nicht wirklich zur Entfaltung und gab während des Spiels nur drei Torschüsse ab. Bensebaini hatte seinen Gegenspieler fest im Griff und so konnte man davon ausgehen, dass er Mitte der zweiten Halbzeit nach völliger Erschöpfung ausgewechselt werden würde. 

Bensebaini zeigte bei seiner Rückkehr ein starkes Durchhaltevermögen 

Doch der Algerier biss auf die Zähne, mobilisierte all seine Kräfte und half mit, das wichtige 3:2 mit über die Zeit zu bringen. Ab der 70. Minute sah man ihn dann ein ums andere Mal kräftig durchpusten, der Akku schien langsam aber sicher leer zu gehen. Dennoch hielt er weiter durch und wurde erst in der 89. Minute für Tony Jantschke ausgewechselt. Der 25-Jährige überraschte bei seiner Startelf-Rückkehr mit einer Top-Vorstellung und holte sich vor allem die wichtige Wettkampfhärte zurück. 

Insgesamt spulte der Linksverteidiger über zehn Kilometer ab, ein starker Wert nach solch einer langen und vor allem leidvollen Pause. Stark war auch seine Passquote von 83 Prozent, der Algerier konnte also zufrieden in den Feierabend gehen. »Ramy war nach seiner Covid-Erkrankung eigentlich nicht für 80 Minuten eingeplant, wir haben damit gerechnet, dass nach 60 Minuten Schluss ist. Aber alle Jungs waren unglaublich leidenschaftlich«, gab es auch von Borussias Trainer ein Extralob. 

Auch wegen der starken Rückkehr von Bensebaini durfte sich Borussia also über das starke 3:2 gegen die Bayern freuen. »Großartiges Spiel und vor allem ein guter Sieg für meine Rückkehr«, freute sich der Algerier auf seinem Instagram-Kanal. Lob gab es auch von Breel Embolo in den Kommentaren: »Le roi«, postete der Schweizer, was übersetzt ‚der König‘ heißt. Am Freitagabend war Bensebaini zumindest der König der linken Abwehrseite…