Marco Rose fordert von seiner Mannschaft nochmal vollen Einsatz bei der SV Elversberg. Foto: Dirk Päffgen

Für Borussia geht es im DFB-Pokal bei der SV Elversberg nur noch darum, in die nächste Runde zu kommen und den Abschluss des Fußballjahres erfolgreich zu gestalten. Nach den Vorfällen der letzten Tagen verzichten die Fohlen dabei auf einen Einsatz von Marcus Thuram, dessen Strafe ohnehin noch aussteht. Dagegen ist Jonas Hofmann wieder im Kader, Tony Jantschke hingegen muss aus freudigen Gründen passen. 

Fohlen verzichten auf Thuram 

Die Diskussionen in den letzten Tagen im Umfeld von Borussia Mönchengladbach bestimmten eigentlich nur zwei Themen: Marcus Thuram und die Gerüchte im Marco Rose. Demnach war es fast schon klar, dass sich Borussias Trainer auch zu beiden Punkten auf der Pressekonferenz äußern ‚muss‘. 

Nach der Spuck-Attacke von Marcus Thuram im Spiel gegen die TSG Hoffenheim steht noch aus, wie lange der Franzose den Fohlen fehlen wird. Klar ist aber, dass das Fußballjahr für den 23-Jährigen gelaufen ist. »Unabhängig von der Sperre wird Marcus nicht mitfahren«, teilte Marco Rose mit. Konsequent und auch richtig, dass ‚Tikus‘ nach seiner ekelhaften Aktion erstmal eine kleine Denkpause bekommt. Ohnehin wurde er seitens Borussia mit einer Geldstrafe in Höhe eines Monatsgehaltes belegt. 

Dennoch, und das ist im positiven Sinne auch typisch Borussia, wird der ‚Übeltäter‘ nicht fallen gelassen. »Wir haben alle nochmal mit Marcus geredet, er ist Teil der Mannschaft und wird das auch bleiben. Wir und er sind nicht stolz darauf was passiert ist, das haben wir so kommuniziert. Dennoch werden wir bei allem was, zurecht, auf ihn einprasselt bei ihm bleiben und ihn unterstützen«, so Borussias Trainer. Außerdem urteilte Rose auch nicht über das Strafmaß, da sitzen die Fohlen ohnehin »nur auf dem Beifahrersitz und sind nicht in der Situation etwas zu fordern oder auf etwas hinzuweisen«. 

Klares Statement bleibt aus 

Nach wie vor ließ sich der 44-Jährige auch zu keinem klaren Statement zu seiner Zukunft hinreißen. Max Eberl und Stephan Schippers haben sich klar und deutlich zu Borussia bekannt und ihre Verträge jeweils bis 2026 verlängert. Ein starkes und wichtiges Zeichen in etwas unruhigen Zeiten am Niederrhein, die beiden Architekten des Erfolges bleiben langfristig im Verein. 

Ob das auch Marco Rose bleibt ist noch ungewiss, die Spekulationen um ein Engagement ab Sommer bei Borussia Dortmund werden auch in der kurzen Winterpause anhalten. »Ich habe die Spekulationen nicht eröffnet, wieso sollte ich sie also kommentieren. Max und ich sind im ständigen Austausch und wir beide wissen was wir voneinander zu halten haben. Ich bin mit allem was ich habe Trainer bei Borussia Mönchengladbach und morgen haben wir ein Pokalspiel in Elversberg«, lenkte Rose den Fokus wieder in Richtung sportlichen Geschehens. 

Pokalschreck Elversberg? 

Und da muss die Fohlenelf am Dienstagabend noch eine letzte Hürde im Fußballjahr 2020 nehmen. Sicherlich keine einfach, denn die SV Elversberg galt schon des öfteren als wahrer Pokalschreck. Das musste in der ersten Runde auch der FC St. Pauli spüren, denn die Hamburger schieden mit 4:2 in Elversberg aus. 

»Wir kommen aus einem riesigen Termindruck, Elversberg hat gerade wieder angefangen zu spielen. Sie werden alles reinhauen um dem großen Verein ein Bein zu stellen. Wir müssen morgen die Aufgabe lösen um dann im nächsten Jahr noch auf drei Hochzeiten zu tanzen«, so Max Eberl zur Ausgangslage. 

Auch Rose weiß durchaus um das Potenzial des Drittligisten. »Sie haben mit Horst Steffen einen ausgewiesenen Fachmann als Trainer. Er macht sehr gute Arbeit und hat eine klare Spielidee, das sieht man in der Spielweise und wie sie auftreten. Sie spielen guten Fußball und haben klare Abläufe«, warnt Rose vor der SV Elversberg. Deshalb fordert Borussias Trainer von seinen Spielern folgendes: »Wir müssen morgen nochmal alles reinwerfen. Morgen geht im Pokalspiel einfach nur darum Weiterzukommen, das muss das Ziel sein«. 

Heißt: Nach den intensiven Wochen mit der hohen Belastung in der Bundesliga und Champions League müssen die Fohlen nochmal alles reinhauen und die letzten Kräfte mobilisieren. Fehlen wird dabei neben Marcus Thuram auch Tony Jantschke. Das Borussia-Urgestein fehlt aber aus erfreulichen Gründen. 

Ohne Jantschke, dafür mit Hofmann im letzten Spiel des Jahres 

»Tony rief mich heute morgen um 8.00 Uhr an und hat gesagt, dass er in den nächsten Stunden oder Tagen Vater wird. Tony wird sich um seine Familie kümmern und auch zu Hause bleiben. Wir hatten zwar einen Einsatz geplant, aber das freudige Ereignis ist in diesem Fall wichtiger«, so Rose. Erfreuliche Nachrichten gab es aber auch: Jonas Hofmann steht wieder im Kader. 

Der 28-Jährige machte bisher am 8. November bei der 4:3-Auswärtsniederlage in Leverkusen sein letztes Spiel für die Fohlen. Im Länderspiel zwischen Deutschland und Tschechien zog sich Hofmann dann einen Muskelbündelriss zu und ist nun wieder fit. »Jonas wird mit nach Elversberg fahren. Er ist heute zum dritten Mal im Mannschaftstraining gewesen und eine Option fürs Spiel. Sicherlich nicht für 90 Minuten, aber für einen Einsatz ist er bereit«, so Rose zum Stand bei Hofmann. 

Die letzte Hürde DFB-Pokal müssen die Fohlen also noch nehmen, danach geht es für ein paar Tage in den Weihnachtsurlaub. »Ich fordere von meiner Mannschaft, dass wir mit aller Konsequenz dieses Spiel versuchen zu gewinnen und nur auf Ergebnis gehen«, forderte Borussias Trainer nochmals vollen Einsatz. Bleibt zu hoffen, dass die Fohlen die Diskussionen der letzten Tagen zumindest für 90 oder wenn möglich für 120 Minuten vergessen können…