Hängende Köpfe nach der zweiten Heimpleite in Folge. Foto: Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR

Zweite Heimniederlage in Folge und den Anschluss an die Champions-League-Plätze völlig verpasst. Die 1:2-Pleite gegen Mainz hat für Borussia weitreichende Folgen, denn die Fohlen verpassten es mit einem entsprechenden Ergebnis vorerst etwas Ruhe reinzubringen. Marco Rose stellte sich nach dem Spiel vor seine Mannschaft und nahm das Ergebnis auf seine Kappe. 

Ein Ausrufezeichen verpasst 

Hinter Borussia Mönchengladbach liegen turbulente und unruhige Tage, schließlich begann die Woche mit einem großen Knall: Marco Rose verlässt die einzig wahre Borussia im Sommer in Richtung Dortmund. Auf der Pressekonferenz am Mittwoch stellte sich Max Eberl eindrucksvoll vor den 44-Jährigen und betonte, dass er auch bis Saisonende auf der Trainerbank sitzen wird. 

Insofern war es schon spannend, wie die Fohlen auf die Turbulenzen rund um den Borussia-Park reagierten. Mit Mainz kam, zumindest auf dem Papier, ein vermeintlich ‚leichter‘ Gegner. Doch schon in der Anfangsphase spürte man, dass es alles andere als ein Selbstläufer wird, die Fohlen liefen mal wieder einem frühen Rückstand hinterher. 

»Gleich mit dem ersten Schuss der Mainzer sind wir in Rückstand geraten. Ich denke, dass wir darauf aber gut reagiert haben. Bis kurz vor die Box sind wir immer wieder in Räume gekommen, in die wir reinwollten. Dann haben wir vor der Pause auch noch ein schönes Tor geschossen«, so Rose. Wer aber nach der Halbzeit ein großes Aufbäumen erwartet hatte, wurde bitterlich enttäuscht. 

Vor allem die zweite Halbzeit war enttäuschend 

Das Ballbesitz letztlich keine Spiele gewinnt, mussten die Borussen am Samstagnachmittag auch erfahren. Zwar waren sie mit 69 Prozent deutlich überlegen, machten aber viel zu wenig daraus. »Wir haben viel Aufwand betrieben und hatten vor allem in der zweiten Hälfte viel Ballbesitz. Jedoch haben wir es nicht geschafft, gefährlich in den Strafraum zu kommen und unsere Überlegenheit in zwingende Torchancen umzumünzen. Es gab zwar zwei, drei Halbchancen, aber es war offensiv einfach zu wenig und nicht zielstrebig sowie konsequent genug. Wir müssen wieder viel präsenter in der Box sein und zu gefährlichen Abschlüssen kommen, um solche Partien zu gewinnen«, monierte Lars Stindl. 

Der Capitano feierte gegen Mainz seinen 200. Einsatz im Trikot von Borussia Mönchengladbach und belohnte sich bei seinem Jubiläum zumindest noch mit einem Treffer. Dennoch konnte auch der 32-Jährige nicht das berühmte Ruder rumreißen, 12 Torschüsse gegen den Tabellenvorletzten sind letztlich für die eigenen Ansprüche viel zu wenig. Deshalb forderte Stindl, in solchen Spielen »wenigstens einen Punkt mitzunehmen, das wäre wichtig für die Entwicklung«. Hinzu kommt die mangelnde Einstellung, der absolute Wille die letzten Meter zu gehen. 

Apropos: Die Mainzer ackerten und schmissen für den Auswärtserfolg alles in die Waagschale, liefen dafür knapp fünf Kilometer mehr als die Borussen. Die Rheinhessen wollten die drei Punkte definitiv mehr als die Fohlenelf und hatten letztlich die bessere Einstellung auf dem Platz. »Wir waren teilweise im Kampf, in den Zweikämpfen und vor dem Tor unterlegen. Ich glaube in der zweiten Halbzeit haben wir ganz wenig zugelassen, aber die eine Möglichkeit fällt irgendwie rein«, so Jonas Hofmann. 

Sommer: Rose-Entscheidung hat nichts mit Niederlage zu tun

Der 28-Jährige wirkte im Interview mit Sky-Reporter Ecki Heuser angefressen und auch etwas ratlos, die Woche hatte sichtlich Spuren hinterlassen. Für ‚Hoffi‘ passte die zweite Heimniederlage in Folge aber absolut nicht ins Bild, da er nach der Derbyniederlage in Wolfsburg ein Leistungssteigerung sah. »Das ist momentan sehr bitter. Das passt überhaupt nicht zu unserer Situation, da wir uns letzte Woche in Wolfsburg gesteigert haben. Dementsprechend passt es gerade nicht rein.«

Welche Schäden der leere Auftritt gegen Mainz hinterlassen hat, wird man in den kommenden Tagen erst wirklich sehen. Jedoch betonten nahezu alle Spieler, dass die Diskussionen um Marco Rose ihre Leistung nicht beeinträchtig haben. »Es ist eine bittere Niederlage für uns und leider das zweite Heimspiel, das wir nacheinander verloren haben. Die Entscheidung von Marco Rose, uns im Sommer zu verlassen, war sicher nicht der Grund dafür, dass wir das Spiel verloren haben. Es ist schade, dass er geht, aber wir als Mannschaft akzeptieren seine Entscheidung. Wir wollen bis zum Ende der Saison gemeinsam mit ihm erfolgreich sein.  Daher gilt es jetzt für uns, nach vorne zu schauen und die Köpfe nach oben zu nehmen«, forderte Yann Sommer. 

Hofmann sieht, trotz all der sportlichen Hürden, keine unruhigen Tage auf die Fohlenelf zukommen. »Ich erwarte keine unruhigen Wochen weil wir eine Mannschaft haben, die das bewältigen kann. Das haben wir in weiten Teilen der Saison schon gezeigt, dass wir mit den ganz Großen mithalten können. Allerdings muss man auch solche Spiele wie heute gewinnen um in eine guten Lauf zu kommen und ein gutes Gefühl zu bekommen. Wenn man solche Spiele nicht gewinnt, ist das nicht produktiv für einen selbst.« Deshalb fordert der 28-Jährige jetzt »weiter Gas zu geben und an uns zu glauben«.

Borussia braucht jetzt dringend Ruhe und eine Trendwende! 

Am Borussia-Park muss schleunigst wieder Ruhe ins Tagesgeschäft kommen, ansonsten droht die Saison noch völlig aus dem Ruder zu laufen. Wenngleich Marco Rose nach der Niederlage die Verantwortung auf sich nahm. »Uns fehlt momentan die Überzeugung und Konsequenz in Richtung letztes Drittel. Ich nehme diese Niederlage auf meine Kappe. Im Zusammenhang mit meiner Person gab es in dieser Woche eine Menge Unruhe. Dennoch hatten wir eine sehr gute Trainingswoche. Die Jungs hatten sich viel vorgenommen für heute. Das Ergebnis spielt uns aber natürlich nicht in die Karten«. 

Der 44-Jährige weiß nämlich auch, dass es »drumherum nicht ruhiger wird«, vor allem weil bei einer erneuten Niederlage die Diskussionen um seine Person nochmals eine ganz andere Dynamik bekommen könnten und letztlich auch werden. Borussia muss eben aufpassen, dass man jetzt nicht auch noch den Anschluss an die Europa-League-Plätze verliert. Die Königsklasse kann man angesichts neun Punkte Rückstand schon nahezu komplett abhaken, aktuell rangiert die Fohlenelf auf dem achten Platz. 

Im Vergleich zum 22. Spieltag der letzten beiden Spielzeiten hat Gladbach bereits jetzt schon zehn Punkte weniger. Vor allem in dieser Saison ist die Qualifikation für die europäischen Wettbewerbe wichtiger denn je, ansonsten wird man gewisse Spieler sicherlich nicht langfristig am linken Niederrhein halten können. Was die Fohlenelf  braucht ist jetzt dringend eine Kehrtwende und ein Erfolgserlebnis. Dass mit Manchester City am Mittwochabend die vermutlich aktuell beste Mannschaft der Welt wartet, macht es nicht einfacher…