Breel Embolo machte gegen Berlin mit seinem Tor den Deckel drauf. Foto: Poolfotos/Dirk Päffgen

Borussia Mönchengladbach hat seine Hausaufgabe am letzten Spieltag der Saison erfüllt und sich durch den 2:1-Sieg gegen Hertha BSC Berlin Platz vier gesichert. Jonas Hofmann und Breel Embolo trafen für die Fohlenelf, die somit in der neuen Spielzeit in der Champions League spielen darf.

Borussias Trainer Marco Rose musste auch im abschließenden Spiel der ‚etwas anderen‘ Saison auf einige seiner Spieler verzichten. So standen Marcus Thuram (Sprunggelenksprobleme) und Denis Zakaria (Fuß-OP) nicht zur Verfügung. Und auch Tobias Strobl ((Muskelfaserriss) und Fabian Johnson (muskuläre Probleme) konnten bei ihrer Verabschiedung nicht mitwirken. Dafür aber Raffael, der letztmalig im Kader der Borussen stand.

Wieder zur Verfügung stand neben auch wieder Nico Elvedi, der seine Gelbsperre abgesessen hatte. Der Schweitzer begann auch gleich wieder und verdrängte Tony Jantschke aus der Abwehrkette. Ansonsten blieb die Startformation im vergleich zum Sieg in Paderborn unverändert. Alassane Plea war wieder einsatzbereit und nahm zunächst auf der Bank Platz.

Hofmann kontert frühe Bayer-Führung

Die Partie hatte bei schwülem Wetter um die 27 Grad einen verhaltenen Beginn. Beide Teams suchten zunächst ihre Linie. Dafür setzte Bayer Leverkusen ein frühes Ausrufezeichen und brachte sich in der 1. Minute in Front, Holland hatte getroffen. Für die Fohlenelf war der Auftrag eh klar: Verlieren verboten! Und die Fohlenelf unterstrich ihr Vorhaben und brachte sich gleich mit dem ersten Torabschluss in Front. Nach einem langen Ball von Kramer auf Embolo war es Hofmann, der im Strafraum blank stand und zum 1:0 einschob (7.).

Mit der Führung hatte die Fohlenelf wieder zwei Punkte Vorsprung vor Leverkusen. Die Fohlenelf galoppierte als in Richtung Champions League und blieb gegen die ‚Alte Dame‘ weiter auf Kurs. Mehr Ballbesitz und spielerisches Übergewicht nach einer Viertelstunde untermauerten die Ansprüche der Borussen. Auf der anderen Seite hatte Berlin gegen die auch aufmerksam verteidigenden Borussen wenig zu bestellen.

Fohlenelf deutlicher Herr im Haus, zweimal Pfosten

Mit der Führung im Rücken präsentierten sich die Borussen sicher, hochkonzentriert und lauernd. Berlin blieb blass und konnte auch nach zwanzig Minuten noch keine nennenswerte Torchance verbuchen – weil die Borussen das eben nicht zuließen. 3:0 Torschüsse, 65 Prozent Ballbesitz und 57 Prozent Zweikampfquote unterstrichen die Überlegenheit. Mittlerweile rangierte die Fohlenelf sogar auf Platz drei, da es bei Augsburg gegen Leipzig 0:0 stand. Im Borussia-Park gab es dann die Guten Möglichkeit zum 2:0, aber Stindls Fernschuss konnte Hertha-Keeper Smarsch entschärfen (23.). Auch die nächste Chancen gehörte den Borussen. Erst scheiterte Neuhaus mit seinem Schuss an Smarsch (31.), ehe Embolo im zweiten Versuch lediglich den Außenpfosten streifte (32.). Fünf Minuten vor der Pause erneut die große Chance zum 2:0, doch Stindl setzte die Kugel mit einem satten Schuss lediglich an den Pfosten (40.). Kurze Zeit später zog Herrmann ab, Smarsch war auf dem Posten (42.).

Hertha war gut bedient mit dem 0:1-Rückstand nach einer halben Stunde. Die ‚Alte Dame‘ hatte gegen die überlegenen Borussen nichts zu melden. Bis zum Pausenpfiff tat sich nicht mehr viel, so dass es bei der 1:0-Führung der Borussen blieb. Die war natürlich verdient, weil es nur in eine Richtung ging, aber um mindestens ein Tor zu wenig. Das Torschussverhältnis von 13:0 sprach klare Bände. Aber nach 45 Minuten stand fest: Die Borussen wären in der Königsklasse, Leverkusen trotz der Führung in der Europa League.

Borussia lässt nichts anbrennen

Zum zweiten Durchgang gab es bei den Borussen keine Wechsel, während Bruno Labbadia gleich dreimal wechselte. Den ersten Nadelstich nach Wiederanpfiff hatten die Borussen. Stindl legte sich die Kugel zu einem Freistoß zurecht, setzte aber deutlich zu hoch an (52.). Dann gab es tatsächlich die erste Möglichkeit für die Hertha. Ex-Borusse Leckie kam zum Schuss, aber weit drüber (55.). Fünf Minuten später musste Marco Rose den ersten Wechsel vornehmen: Herrmann war bei einem Schussversuch umgeknickt und konnte nicht mehr weitermachen, Traoré kam in die Partie (60.).

Embolo macht en Deckel drauf

Zwar versuchte Hertha BSC in dieser Phase etwas mehr, so richtig für Gefahr sorgen konnten sie aber nicht. Auf der anderen Seite setzte Embolo die Kugel knapp neben das Tor (67.). Zwölf Minuten vor Schluss machte es der Schweizer dann besser und machte endlich den Deckel auf die Partie. Hofmann ließ gleich zwei Herthaner stehen und passte dann zu Embolo, der am langen Pfosten lauerte und zum 2:0 einschob (78.).

Die Erlösung für die Borussen, die die Partie damit zu ihren Gunsten entschieden hatte. Daran konnte auch nichts mehr der Ehrentreffer von Vedad Ibišević ändern. In der Nachspielzeit bekam dann auch noch Raffael einen würdigen Abschied auf dem Platz. 

Am Ende gewann die Fohlenelf die letzte Partie der Saison 2019/2020 unter dem Strich hochverdient. Allerdings viel deutlicher, als es das Ergebnis aussagt. Wie dem auch sei. Der Sieg bedeutet am Ende Platz vier und die Qualifikation für die Champions League in 2020/2021 – Herausragend!

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer (90.+2 Jantschke), Ginter, Elvedi, Bensebaini – Kramer, Neuhaus – Herrmann (60. Traoré), Stindl (90.+2 Raffael), Hofmann – Embolo (88. Bénes)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Doucouré, Wendt, Quizera, Plea

Hertha BSC Berlin: Smarsch – Esswein (46. Leckie), Boyata, Torunarigha, Plattenhardt (46. Maier) – Stark, Grujić (46. Skjelbred, 76. Ngankam) – Lukébakio, Darida (67. Ibišević), Cunha – Piatek

Weiter im Kader: Klatte (ETW), Rekik, Dárdai, Köpke

Tore: 1:0 Hofmann (7.), 2:0 Embolo (78.), 2:1 Ibišević (90.+1)

Gelbe Karten: Kramer / Skjelbred, Stark

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

Zuschauer: Keine (Borussia-Park)