Mario Träger

Eine Hinrunde wie zur guten alten Zeit!

Viele der älteren Generation, so wie ich eben auch, konnten immer nur von den guten alten Zeiten schwärmen/ berichten oder träumten halt seit vielen Jahren davon, unsere Borussia mal wieder ganz oben zu sehen. Unter Lucien Favre sahen wir uns, nach dem furiosen Saisonfinale und dem Endspiel gegen Bochum, schon auf dem richtigen Weg, denn man sprach plötzlich von “Borussia Barcelona” und tatsächlich kehrten wir auf die internationale Bühne zurück. Doch danach verflog die Euphorie und mehrfach scheiterten wir im Endspurt, verpassten eine bessere Platzierung und auch Europa. 

Als Max dann im April plötzlich das Ende von Dieter Hecking verkündete, neue Wege gehen wollte, fiel mir spontan der Name Marco Rose ein. Diesen Trainer verfolgte ich, da wir in Tirol leben und Salzburg gut erreichbar ist, schon seit seiner genialen Arbeit mit der U19 von Salzburg und natürlich auch durch die Entwicklung von RB Salzburg in Europa. “Das wäre einer für unsere Fohlen, ist sympathisch, kann mit jungen Spielern umgehen, lässt einen geilen Fußball spielen, ist ein Teamplayer, Marco würde einfach perfekt zur Borussia passen”, so meine Gedanken schon mindestens ein Jahr vor der tatsächlichen Verpflichtung. Dann kam die PK von Salzburg. Es gab ja Konkurrenz aus der Bundesliga, doch Gerüchte besagten schon, sein neuer Verein wäre Mönchengladbach. Als Marco Rose dann unsere Borussia als neuen Arbeitgeber verkündete, da jubelte ich wohl, wie beim legendären Tor von de Camargo gegen Bochum. Mein erster Gedanke war, ich vergesse es nie, “Max du bist ein geiler Typ”.

Natürlich blieb auch die Euphorie hängen und so freute man sich auf die Saison, wie ein kleines Kind auf Weihnachten. Und in der Tat, diese Hinrunde ist wesentlicher besser verlaufen, als man es erwarten durfte. Natürlich ist das frühe Aus im Pokal nicht toll, aber in Dortmund kann man verlieren. Das Aus in der Europa League tat zwar richtig weh, weil das Tor spät fiel und fast keine Zeit zur Korrektur blieb. ABER: Borussia war über Wochen Spitzenreiter der Liga, hat in einigen Spielen richtig geilen Fußball gespielt, wie beim Tor-Festival gegen Augsburg, der Sieg, auch wenn Glück dabei war, gegen die Bayern, natürlich auch der Last-Minute-Sieg gegen die Roma. Ebenso gab es tolle Spiele gegen Frankfurt und Freiburg, wo Borussia schon richtig gute Ansätze vom Fußball zeigte, für den Marco Rose steht. Das entschlossene Pressing mit schnellen Umschaltmomenten oder dieses vertikale Spiel, sprich ein risikoreiches Aufbauspiel mit den aggressiven Pässen in die Tiefe um vor dem Tor des Gegners mächtig Alarm zu machen, es machte einfach Spaß die Entwicklung zum Fußball der Saison zuvor zu sehen und zu spüren.

Natürlich gibt es in dieser Phase der Entwicklung auch Rückschläge, was Marco Rose auch immer betont hat, weil es eben zum Lernprozess dazu gehört. Ich bin trotzdem stolz auf unsere Mannschaft und auf den Trainer, samt seinem Staff. Borussia steht nach der Hinrunde unter den Top-Zwei der Liga, was ich vor der Saison niemals erwartet hatte. Und da unsere Mannschaft noch Potential hat, kann sich auch in der Rückrunde noch einiges im Borussia-Park entwickeln. Marco Rose genießt da auch mein volles Vertrauen, denn der Trainer hat in Salzburg konsequent gut gearbeitet das Team auch dort immer weiter entwickelt.

Zum guten Schluss noch ein Lob an Max Eberl. Was unser Max seit Jahren leistet, ist einfach überragend. Vor dieser Saison holte Max nicht nur einen tollen Trainer, denn auch Thuram, Lainer, Bensebaini und Embolo schlugen bärenstark ein, runden das Gesamtpaket einfach ab. Dazu kommen die frühen Vertragsverlängerungen, mit wichtigen Säulen. Wann gab es das zuletzt so früh und in dieser Form? Jetzt bitte noch Zakaria überzeugen und dann mit Volldampf ins Jahr 2020 starten. Ich wünsche dem Team, dem Trainer und seinem Staff, dem Vorstand und allen Mitstreitern rund um Borussia ein tolles Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2020.