NICHT NUR NICO ELVEDI KONNTE SICH GESTERN ABEND BEI YANN SOMMER BEDANKEN. FOTO: POOLFOTOS/DIRK PÄFFGEN

Einen Punkt gewonnen und durch den Ausrutscher der Konkurrenz wieder auf einem Champions-League-Platz. Nüchtern betrachtet war es für Borussia kein allzu schlechter Abend in Bremen, doch die Leistung war gegen einen Abstiegskandidaten eher mäßig. Für den Schlussspurt um die Königsklasse muss sich die Fohlenelf wieder steigern. 


Nach dem Re-Start der Bundesliga schwebte Borussia auf einer kleinen Euphoriewelle. Durch den überzeugenden Auswärtssieg in Frankfurt schien die Champions League gar nicht mehr fern, doch schon eine Woche später folgte bei der Heimpleite gegen Leverkusen die Bruchlandung. Klar, auch die Fohlen dürfen mal einen schlechten Tag haben, aber diese Niederlage gegen einen direkten Mitkonkurrenten tat schon weh. 

Vor dem Auswärtsspiel in Bremen hatte Marco Rose ausdrücklich gewarnt, schließlich ging Werder nach dem Sieg in Freiburg mit Rückenwind in die Partie. In der Anfangsphase machte Borussia auch einen guten Eindruck und war gewillt, eine Reaktion auf die Niederlage gegen Leverkusen zu zeigen. Doch je länger das Spiel dauerte, desto unangenehmer wurde es. 

Neben Tony Jantschke bester Akteur an diesem Abend: Florian Neuhaus. Der 23-Jährige ging im Mittelfeld als echter Leader voran und zog viele Fäden. Allerdings waren die Vorstöße und Versuche von Neuhaus symbolisch für den gestrigen Abend: Wenn etwas ging, dann nur durch Einzelaktionen. Denn Borussia brachte im Weserstadion einfach nicht die vorhandenen PS auf die Straße. 

Über die Flügel ging viel zu wenig, auch in der Offensivreihe war mit und ohne Ball viel zu wenig Tempo drin. Sicherlich stemmten sich die Bremer mit allen Mitteln gegen den Ball, dennoch muss eine Spitzenmannschaft wie Borussia mehr Kreativität an den Tag legen. Vielmehr hätte es noch dicker kommen können, denn die Fohlen bettelten in der Schlussphase förmlich nach einem Gegentor. 

Einzig Yann Sommer ist es zu verdanken, dass erstmals in diesem Jahr hinten die Null stand. Denn die Bremer machten ordentlich Druck, die Fohlen verloren phasenweise etwas den Durchblick. Dieser fehlte gestern auch offensichtlich dem Konkurrenten aus Leverkusen, die mit 1:4 im eigenen Stadion gegen Wolfsburg unter die Räder kamen. Zwar ist Borussia dadurch, dank einem besseren Torverhältnis, wieder auf Rang vier gerückt, aber irgendwie schmerzen diese zwei verschenkte Punkte schon etwas. 

Die Königsklasse ist weiterhin möglich, doch die nächsten Spiele werden alles andere als angenehm. Vor allem mit dem kommenden Gegner, Union Berlin, hatten die Fohlen schon in der Hinrunde ihre Probleme. Anschließend warten mit Freiburg und Bayern zwei knifflige Aufgaben in der Fremde. Marco Rose muss nun also mit seinen Spielern die richtigen Lehren aus der Nullnummer ziehen, damit Borussia nicht im Schlussspurt wieder die Puste ausgeht…