FOHLENHAUTNAH
Jonas Hofmann spricht über das neue Spielsystem

»Nicht nur 90 Minuten Pressing spielen, sondern auch Ballbesitz haben«

Interview
16.07.2019 07:50 Uhr
Jonas Hofmann am Tegernsee. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de
Verfasst von Andreas Plum und Daniel Schnichels

In der letzten Saison entwickelte sich Jonas Hofmann zum echten Leistungsträger. Im Trainingslager am Tegernsee gab er im Mediengespräch interessante Einblicke in das neue Spielsystem von Trainer Marco Rose. Außerdem verriet er auch, ob die Nationalmannschaft für ihn noch ein Thema ist.

Jonas Hofmann über...

...die Bedeutung des Pressings:

Man braucht ein ziemlich gutes Gefühl auf dem Platz, wann und in welchem Tempo man anläuft. Das haben wir in den letzten zwei Wochen auch schon sehr deutlich trainiert. Ich werde versuchen dort anzuknüpfen, wo ich letztes Jahr aufgehört habe. Man muss das Pressing in den Trainingseinheiten verinnerlichen und trainieren. Das Gefühl ist letztlich entscheidend. Tipps helfen nicht, Übung macht den Meister.

...die Bedeutung von Ballbesitz und Pressing:

Es ist schon Sinn des Systems, dass sich auf dem Platz etwas ändert. Es darf aber auch niemand verlangen, dass wir jetzt 90 Minuten nur noch Pressing spielen, sondern wir wollen auch unseren Ballbesitz haben. In gewissen Phasen müssen wir auch den Ball halten, das hat uns in den letzten Jahren ausgezeichnet. Aber wir müssen die neue Philosophie des neuen Trainers annehmen und umsetzen. 

...das Pressing im neuen Spielsystem: 

Wir trainieren extrem viele Sprints. Natürlich legen wir den Fokus auch auf Ausdauer, aber wir alle wollen explosiver werden. Durch das System des Trainers werden vielleicht auch ganz neue Variationen entstehen. Ich denke, uns wird auch ein ähnliches Spielsystem wie von Marco Rose in Salzburg begleiten. Vermutlich werden wir aber auch noch flexibler und können in Zukunft das Spielsystem noch öfter wechseln.

...die Veränderung des Systems: 

Mit dem neuen Trainer ist es logisch, dass eine neue Philosophie ins Team kommt. Ich denke jeder erkennt, dass es in den ersten Tagen schon viele neue Abläufe gegeben hat. Durch das 4-4-2 ändert sich viel, aber längst nicht alles. Das System der Raute fordert taktisch natürlich etwas anderes als unser letztjähriges 4-3-3-System. Wir haben jetzt nur noch einen Sechser vor der Abwehrkette: Das hatten wir zwar in der letzten Saison auch, aber nun gibt es andere Anforderungen. Ich denke, der Laufaufwand wird jetzt viel höher werden als es noch in der letzten Saison der Fall war. Für uns auf der Außenbahn wird es wichtiger, dass wir mehr Betrieb machen. Dafür haben wir nämlich jetzt im Zentrum viel mehr Anspielstationen, das war ein Problem bei uns. 

...die Spielertypen Hofmann und Zakaria: 

Ich glaube, Denis ist ein anderer Spielertyp: Schon in den Testspielen hat man deutlich gesehen, dass er aufgrund seines Tempos im Mittelfeld locker mal ein paar Spieler überlaufen bzw. ausdribbeln kann. Das ist wichtig und so macht er viele Meter. Mit seiner Explosivität am Ball und seinen Dribblings ist er vielleicht etwas stärker einzuschätzen als ich. Ich mache das eher gegen den Ball und gehe früher auf den Mann zu. 

...über seine persönliche, nicht so gut gelaufene Rückrunde:

Ich suche nicht so gerne nach Ausreden für die Rückrunde. Im Gegensatz zur Hinrunde hat mich persönlich in der zweiten Saisonhälfte eine kleinere Verletzung vielleicht etwas aus dem Konzept gebracht. Nachdem wir mit drei Siegen in die Rückrunde gestartet sind, hat natürlich keiner damit gerechnet, dass wir nochmal Probleme bekommen. Aber das zeigt auch, wie hoch die Leistungsdichte in der Bundesliga ist. Nun wollen wir es besser machen und konstanter unsere Leistung abrufen, das dürfen wir ja zum Glück in einem weiteren Wettbewerb beweisen. 

...über seine Erwartungen an die neue Saison:

Es ist unser Anspruch, die Saison wieder in dieser Tabellenregion zu beenden. Mein Anspruch ist es, immer das Bestmögliche herauszuholen. Ich möchte nicht Neunter oder Zehnter werden, damit wäre ich nicht zufrieden. Wir werden alle das Maximale herausholen und schauen, für was es reicht.

...über die Nationalmannschaft:

Natürlich ist die Nationalmannschaft ein Thema für mich. In der letzten Saison war ich nah dran. nominiert zu werden. Ich möchte für den Bundestrainer eine Alternative zu anderen Spielern sein. Wenn ich auf dem Platz alles gebe ist das vielleicht möglich, aber ich muss erst an die Leistung aus der Hinrunde anknüpfen. Bis dahin heißt es hart arbeiten, gesund und fit zu bleiben.