FOHLENHAUTNAH
László Bénes im Exklusiv-Interview

»Vom ersten Tag an war es ein Traum für mich, bei Borussia zu spielen«

Interview
13.01.2020 08:01 Uhr
László Bénes stellte sich in Jerez de la Frontera den Fragen unserer Redaktion. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de
Verfasst von Andreas Plum und Daniel Schnichels

Vor der laufenden Saison hatten vielleicht nicht allzu viele Beobachter von Borussia Mönchengladbach László Bénes auf dem Zettel. Doch schon im Sommer zeichnete sich ab, dass Neu-Coach Marco Rose auf den Slowaken setzen würde. Und so kam es dann auch. 19 Pflichtspieleinsätze konnte Bénes in der Hinrunde verbuchen. Im Trainingslager der Fohlenelf im spanischen Jerez de la Frontera sprach der 22-Jährige unter anderem über sein halbes Jahr in Kiel, die Nationalmannschaft und seine Rolle im neuen Spielsystem.

 

László Bénes: Bis jetzt gab es im Mittelfeld immer viele Spieler und eine große Konkurrenz. Ich glaube, das ist auch wichtig, denn man kann nie zufrieden sein und muss immer das Maximale aus sich herausholen. Natürlich würde ich gerne jedes Spiel absolvieren, aber dafür muss ich im Training immer alles geben. 

Fohlen-Hautnah: Was sind denn Deine persönlichen Ziele in der Karriere? Schließlich hast Du noch viele Jahre vor Dir.

László Bénes: Ich denke nicht so viel an das, was in der Zukunft kommen mag, weil das nächste Spiel für mich wichtiger ist. Wir wissen alle, wie schnell es im Fußball gehen kann, deshalb denke ich eher kurzfristig. Für mich ist es wichtig, dass ich viel spiele und gute Ergebnisse mit der Mannschaft erziele.

Fohlen-Hautnah: Apropos spielen. In der Nationalmannschaft hast Du bisher drei Spiele absolviert, wirst aber leider nicht immer berücksichtigt. Was denkst Du, woran könnte das liegen?

László Bénes: In der Hinrunde war ich selbst von meiner Situation in der Nationalmannschaft etwas überrascht. Denn ich glaube, dass ich viele gute Spiele bei Borussia absolviert habe, auch gegen gute Mannschaften. In der Nationalmannschaft bin ich aber oft nicht zum Zug gekommen. Ich musste das aber akzeptieren und muss einfach weitermachen.

Fohlen-Hautnah: Sprichst du denn auch mit Nationaltrainer Pavel Hapal darüber? Du hast ja wirklich starke Leistungen im Verein vorzuweisen. 

László Bénes: Er hat mir oft gesagt, dass ich erstmal im Klub spielen muss, um eine Chance in der Nationalmannschaft zu bekommen. Ich muss positiv denken. Wir wollen zur Europameisterschaft im Sommer 2020. Im März kommen dafür zwei wichtige Spiele, die wir gewinnen müssen. Deshalb hoffe ich, dass meine Chance jetzt kommt.

Fohlen-Hautnah: Wie bewertest Du denn dein eigenes Spiel bzw. was kann noch besser werden?

László Bénes: Ich glaube, dass meine Stärken in der Offensive liegen. Auch die Standards beherrsche ich ganz gut. Ich möchte gerne dazu beitragen, dass wir noch mehr Tore über Standards erzielen. Ich fühle mich als Zehner oder Achter am wohlsten, aber wenn es sein muss, spiele ich auch als linker Verteidiger. Als Sechser oder auf der Doppel-Sechs habe ich auch schon Spiele absolviert. Ich möchte spielen und freue mich über jeden Einsatz. 

Fohlen-Hautnah: Laut 'Transfermarkt.de' wird dein Marktwert auf 10,00 Millionen Euro geschätzt. Was denkst Du über solche Zahlen?

László Bénes: Wenn ein jüngerer Spieler eine gute Saison spielt, dann geht automatisch sein Marktwert hoch. Aber für mich ist das nicht allzu wichtig, ich glaube für einen Verein ist das etwas wichtiger.

Fohlen-Hautnah: Hast Du Idole oder einen Spieler, den Du besonders gerne verfolgst?

László Bénes: Als ich klein war, war Cristiano Ronaldo mein Vorbild. Nicht nur, weil er der beste Spieler war, sondern auch, weil er so unglaublich viel trainiert. Deshalb ist er für viele junge Spieler ein Vorbild. In der Slowakei schaue ich besonders gerne auf Marek Hamšík, er hat viele Tore gemacht und war lange Kapitän.

Fohlen-Hautnah: Als Du zu Borussia kamst hast Du mal gesagt, dass Du gerne ein Tor gegen Manuel Neuer erzielen möchtest. Was hat es damit auf sich?

László Bénes: Als ich von der Slowakei nach Deutschland gekommen bin haben meine Freunde gesagt, jetzt kann ich ein Tor gegen Manuel Neuer schießen. Das würde ich immer noch gerne machen. Mittlerweile ist es mir aber egal, gegen welchen Torwart ich ein Tor schieße. Tor ist Tor. 

Fohlen-Hautnah: Bist Du eigentlich abergläubisch oder hast Du irgendwelche Rituale?

László Bénes: Nein, ich habe keine Rituale.

Fohlen-Hautnah: Warum hast Du dir eigentlich die Rückennummer 22 ausgesucht?

László Bénes: In der Slowakei konnte ich mich in meiner ersten Profisaison zwischen der Rückennummer 4 und 22 entscheiden, meine Wahl ist auf die 22 gefallen. Bei Borussia war diese Nummer auch frei und ich habe sie wieder genommen. Selbst wenn in Gladbach die 10 mal frei werden würde, möchte ich gerne meine aktuelle Rückennummer behalten.

Fohlen-Hautnah: Wie lautet Deine persönliche Zielvorgabe für die Rückrunde: Bist Du da etwas offensiver und sagst: „Ich würde gerne in die Champions League“, oder wartest Du eher ab?

László Bénes: Ich bin ein Spieler, der seine Ziele erreichen möchte. Wir haben mit dem Verein ein großes Ziel und das wollen wir erreichen. Dafür brauchen wir weiterhin viele gute Spiele.

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