Interview mit Tony Jantschke am Tegernsee (Teil 2)
Jantschke: »Sehe Borussia nicht als Komfortzone«
Tony Jantschke im Trainingslager im Testspiel gegen den FC Augsburg. Foto: Dirk Päffgen
  Interview
09.08.2018 14:21 Uhr
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Verfasst von Andreas Plum & Hannah Gobrecht

Bereits im ersten Teil unseres Interviews (hier klicken) haben wir Tony Jantschke als offenen und authentischen Gesprächspartner erlebt. Im zweiten Teil spricht er weiter über seinen Status bei den Fans, was er als Kassenwart mit der gefüllten Mannschaftskasse anstellt und warum er Borussia Mönchengladbach nicht als "Komfortzone" bezeichnen würde. Wir haben ihn außerdem gefragt, ob er sich einen Job nach der aktiven Karriere beim VfL vorstellen kann. Zudem erklärt er unter anderem, was ihn manchmal bei der heutigen Generation der jungen Spieler ein wenig verwundert und zollt den Trainern in der Bundesliga seinen Respekt.

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Es ist jedem schon passiert: im Straßenverkehr, beim Sport, beim Einkaufen oder bei einer Gefälligkeit. Fast überall kann Ihnen ein Missgeschick unterlaufen, das anderen einen Schaden zufügt. Das ist vollkommen normal und gehört zum Leben wie die Luft zum Atmen.

Fohlen-Hautnah: Du hast zuvor bereits die Fans angesprochen, die Dich seit Jahren im wahrsten Sinne des Wortes »vergöttern«. Ist Dir das eigentlich unangenehm?

Tony Jantschke: Wenn das Stadion nach meinem Namen »Fußballgott« schreit, ist das eine Auszeichnung, die was Besonderes ist. Das merkt man als Spieler. Das Wort »Fußballgott« ist natürlich übertrieben, aber es wäre ja komisch, wenn die Leute »Tony Jantschke - sympathischer Spieler« brüllen würden, das würde ja von der Melodie her nicht passen. Es macht einen stolz, diesen Status bei einem Klub zu haben, der zu den Topvereinen gehört, was die Tradition angeht. Auch wenn ich mal ein paar Spiele weniger mache, würde ich das nicht einfach wegwerfen, um woanders vielleicht zehn Spiele mehr zu machen. Die Garantie gibt es dann ja auch nicht, das vergessen immer viele. Heutzutage wechselst du nicht und hast eine Stammplatzgarantie. Da kann man ruckzuck auch bei einem neuen Verein raus sein.

Fohlen-Hautnah: Wie Du sagst, gibt es auch hinter den Kulissen einiges für die Mannschaft zu tun. Bist Du immer noch der Kassenwart?

Tony Jantschke: Ja, das bin ich. Ein bisschen was ist in dieser Saison schon zusammengekommen, aber ich halte das wie die letzten Jahre auch, dass wir da nichts preisgeben. Das ist eine interne Sache, wo Regeln zu beachten sind. Der Klassiker sind die falschen Klamotten. Durch den neuen Ausrüster gibt es ein paar Sachen, die wir beachten müssen. Da ist es ganz normal, dass man mal was vergisst. Mit dem ein oder anderen Geldschein kann man das lösen. Auf Dauer ist es natürlich nicht gedacht, dass sie sich ständig füllt, aber wir hatten da in all den Jahren schon eine ganz gute Disziplin. 

Fohlen-Hautnah: Was macht Ihr denn mit der gefüllten Kasse? 

Tony Jantschke: Wenn wir mal einen Mannschaftsabend oder ein Mannschaftsessen haben, dann nehmen wir das Geld aus der Kasse. Wir hatten letztes Jahr ein Abschlussabend für die Familien und Kindern. Da hat dann der Verein einen Teil bezahlt und wir. Das sind die Punkte, die wir mit dem Geld bedienen. Hin und wieder spenden wir auch was, aber das hängen wir nie an die große Glocke.

Fohlen-Hautnah: Einige bezeichnen Borussia Mönchengladbach als »Komfortzone« für einen Spieler. Wie stehst Du dazu?

Tony Jantschke: Das sehe ich nicht so. Man muss sich immer beweisen. Wenn ich meine Leistung oder das, was der Verein von mir erwartet, nicht bringen würde, dann macht Max Eberl auch keine Freundschaftsangebote. Der Manager hat den Hut auf und er kann sagen: Jetzt ist Schluss, wir stellen uns was anderes vor. So ist das und deswegen finde ich Komfortzone das falsche Wort. Du musst dich immer wieder beweisen, in jedem Klub.

Fohlen-Hautnah: Was bedeutet Dir denn der Klub?

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