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Uwe Kamps erwirbt neue Lizenz

Zwei Torwarttrainer? Kamps: »So sieht die Zukunft aus«

Interview
19.09.2018 09:20 Uhr
Uwe Kamps vor dem Spiel gegen Schalke 04. Foto: Heiko van der Velden
Verfasst von Hannah Gobrecht

Nach der zweiten Einheit des Tages treffen wir Uwe Kamps Mitte letzter Woche am Trainingsplatz. Eigentlich wollen wir ihn nur kurz zu seiner neu erworbenen UEFA-Lizenz befragen. Dann entwickelt sich ganz schnell ein ausführliches Gespräch über den Lehrgang, den ersten Kontakt zu Steffen Krebs und die Vorteile von zwei Torwarttrainern. Hier gibt es das komplette Interview zum Nachlesen.

Fohlen-Hautnah: Uwe, Du hast kürzlich die »UEFA-Torwarttrainer A-Lizenz« erworben. Was genau hat es damit auf sich?

Uwe Kamps: Das ist eine neue Lizenz, die aufgelegt worden ist und die eine internationale Gültigkeit besitzt. Am Anfang war es noch ein Pilotlehrgang. Jetzt ist es der erste »richtige« Lehrgang vom DFB und der UEFA gewesen, bei dem es hinterher auch die Lizenzen gab. 

Fohlen-Hautnah: Was nützt Dir diese Lizenz, rein faktisch gesehen, auf dem Papier?

Uwe Kamps: Auf dem Papier hört sie sich so an wie der »Fußballlehrer« für die Cheftrainer, die dann einen Bundesligisten trainieren dürfen. Genauso ist es mit dieser Lizenz gedacht. Es wird sich so entwickeln, dass man die haben muss, um in gewissen Bereichen Torwarttrainer sein zu dürfen.

Fohlen-Hautnah: Wie lange hat die Ausbildung insgesamt gedauert? 

Uwe Kamps: Die ging über neun Monate. Wir sind letztes Jahr im September gestartet und hatten in den Länderspielpausen immer unsere Präsenzphasen, bevor dann im Mai die Prüfungen anstanden. Den Abschluss hatten wir vor gut einer Woche in Hoffenheim, als Deutschland gegen Peru gespielt hat. Dort haben wir dann unsere offiziellen Urkunden bekommen.

Fohlen-Hautnah: Du bist so lange im Geschäft dabei, dass man sich fragen könnte, warum Du überhaupt noch einen Lehrgang besuchen musst…

Uwe Kamps: Das war tatsächlich ein Grund, warum ich mit dabei sein sollte (lacht), damit ein paar von den Älteren mitmachen, die schon länger als Torwarttrainer arbeiten. Die Verantwortlichen Marc Ziegler, Klaus Thomforde und Jörg Daniel haben vorher mit mir gesprochen und gesagt, dass sie mich gerne dabei hätten. Bei Jörg Daniel habe ich früher als gebürtiger Düsseldorfer selbst bei Fortuna in der Kurve gestanden und ihn angefeuert. Das ist ganz witzig, dass ausgerechnet er jetzt auch mein Chefausbilder war. 

Fohlen-Hautnah: Was genau wurde Euch denn dort vermittelt? 

Uwe Kamps: Man konnte unheimlich viel mitnehmen, denn alleine das Zusammenkommen von 16 Torwarttrainern war wertvoll. Wir hatten auch Lernblöcke, in denen es um Athletik und Psychologie ging. In dieser großen Gruppe wurden dann kleinere »Mikrogruppen« gebildet, in denen wir uns intensiv ausgetauscht und getroffen haben. Das war sozusagen unsere Lerngruppe. Wir haben uns Trainingseinheiten angeschaut und die hinterher analysiert. Dadurch hat man gesehen, wie woanders trainiert wird und was man für den eigenen Bereich gebrauchen kann. Ich hatte das Glück, dass ich bei diesem Lehrgang den Steffen (Krebs, zweiter Torwarttrainer bei Borussia, Anm. d. Red.) kennenlernen durfte und das ist auch ein Grund, warum er jetzt hier ist. Wir kannten uns vorher gar nicht und jetzt ist daraus eine Zusammenarbeit entstanden. 

Fohlen-Hautnah: Das heißt, dass Deine Kollegen Dich hier in Gladbach unter die Lupe genommen haben?

Uwe Kamps: Genau. Meine Mikrogruppe bestand aus den Trainern aus Duisburg, Hoffenheim und Mainz. Die Jungs waren dann hier und es kam einer von den Offiziellen dazu. Man hat dann erstmal das Training vorgestellt, um einen Überblick darüber zu geben, was man überhaupt machen will und wie das in unserem Verein abläuft. Dieter (Hecking, Anm. d. Red.) kam dann auch noch dazu und hat über die Zusammenarbeit zwischen den Torwarttrainern und den Mannschaftstrainern gesprochen. Yann Sommer hat auch vorbeigeschaut. Das war echt ein toller Tag, bei dem wir uns ordentlich präsentiert haben. Es hat riesigen Spaß gemacht und das sind Dinge, die einen weiter bringen. 

Fohlen-Hautnah: Zum Schluss stand dann noch eine Abschlussprüfung auf dem Programm?