FOHLENHAUTNAH
Eberl über Verträge und Transfers

Eberl: »Können nicht bei den ganz Großen mitpinkeln«

Kurz & Knapp
10.02.2019 12:40 Uhr
Max Eberl sieht Borussia bei den Verhandlungen mit Thorgan Hazard nicht als chancenlos an. Archivfoto: Heiko van der Velden
Verfasst von Hannah Gobrecht

Einen Tag nach der Heimpleite gegen Hertha BSC Berlin war Max Eberl am Sonntagmorgen in München in der Sendung 'Wontorra - der Fußballtalk' zu Gast. Dort sprach er unter anderem natürlich über die gestrige Partie, die Möglichkeiten einer Vertragsverlängerung von Thorgan Hazard und die Entwicklung des Transfermarktes. Seine wichtigsten Aussagen haben wir hier zusammengefasst.

…Christoph Kramer:

Er ist eine herausragende Persönlichkeit. Der Weltmeisterbonus von 2014 ist vorbei, wir haben 2019. Jetzt geht es darum, eine gute Mannschaft und Konkurrenz zu haben. Christoph Kramer ist für mich einer der 'Spieler der Saison', weil er immer sagt, dass er nicht zufrieden ist, aber es akzeptiert, dass der Trainer eine andere Idee hat. Der Spieler hat jede Woche im Training die Chance zu zeigen, dass er besser ist als der andere. Es geht nie gegen den Spieler, sondern es geht darum, dass wir als Verein erfolgreich sind. Als Trainer und als Sportdirektor muss man versuchen, dass man alle bei sich hat. 

…die Entwicklung und die Vertragssituation von Thorgan Hazard:

Unser Weg ist leider gepflastert von der Situation, dass unsere Spieler im Fokus der großen Vereine stehen, wenn wir erfolgreich spielen. Wir haben es aber mittlerweile auch schon geschafft, Spieler länger an uns zu binden. Bei Thorgan ist es so, dass wir letzten Winter gesprochen haben, dass wir gerne verlängern würden. Thorgan ist mit seinem Vater bei uns gewesen und hat gefragt, ob wir mit dem Trainer verlängern und gesagt, dass er schauen möchte, wo wir am Ende spielen. Thorgan ist jetzt viereinhalb Jahre bei uns und hat jedes Jahr eine Entwicklung genommen. Unter Dieter Hecking hat er seinen richtigen Durchbruch geschafft. Er ist interessant für andere Klubs, aber ich glaube, dass wir trotzdem eine Chance haben, mit ihm zu verlängern, wenn wir sportlich erfolgreich sind. In dem Bett, in dem er sich befindet, fühlt er sich schon wohl. Wenn ein Spieler aber sagt, dass er nicht verlängern möchte, ist Mönchengladbach leider in der Situation, dass wir ihn verkaufen müssen. Ich kann ihn nicht behalten und auf dieses Geld verzichten, weil wir weiter eine Zukunft aufbauen müssen. Wenn Thorgan sagen würde, dass er den nächsten Schritt gehen muss, dann muss das in diesem Sommer sein. Aber am liebsten möchte ich natürlich, dass das bei uns ist. Es wird noch ein bisschen dauern, aber dann wird es eine Entscheidung geben. 

…die finanziellen Mittel bei einer Verlängerung:

Wir werden natürlich kreativ werden müssen, wenn wir mit Thorgan verlängern wollen. Es gibt aber Situationen, da hat man keine Chance. Wenn ihm ein Klub garantiert, jedes Jahr Champions-League und um Titel zu spielen und Thorgan ist davon angefixt, dann muss er das machen. Ich wäre enttäuscht, wenn er sich für Vereine wie Southampton entscheiden würde. Aber wenn es um Klubs geht, die in ihren Ländern ständig Meister werden können, dann habe ich als Borussia Mönchengladbach keine Chance. Wir haben uns finanziell entwickelt, aber sind immer noch nicht dabei, bei den ganz Großen mitzupinkeln. Mit guter Arbeit, hoffentlich wenig verletzten Spielern, mit Spielglück und guten Transfers können wir erfolgreich sein - aber mit Geld werden wir keine große Rolle spielen.

…die finanziellen Dimensionen auf dem Transfermarkt:

Früher konnte man einschätzen, wie viel ein Spieler kostet, wenn er öfter auf der Bank sitzt und ein bestimmtes Alter hat. Heute kann man das nicht mehr einschätzen. Auf einmal hat man alle Angebote abgewehrt und dann kommt der Chinese und bietet dem Spieler 40 Millionen Euro netto an. Wie willst du denn da argumentieren? Der Transfermarkt ist in Dimensionen vorgestoßen, die keine Freude machen. Es ist ein Wahnsinn, was die Zahlen betrifft. Aber ich muss damit arbeiten und umgehen. Wir müssen junge Spieler finden, weil wir die Perspektive haben, mit ihnen erfolgreich zu sein. Der zweite Aspekt ist aber, dass wir ihn irgendwann für viel Geld verkaufen werden, um das eigene Fundament zu stärken und peu à peu nach oben zu robben.