FOHLENHAUTNAH
Andreas Poulsen ist auf einem guten Weg

Eberl: »Andreas Poulsen wird Oscar Wendt ab Sommer herausfordern«

Kurz & Knapp
19.02.2019 10:16 Uhr
Andreas Poulsen soll in absehbarer Zeit in die Fußstapfen von Oscar Wendt treten. Foto: Dirk Päffgen.
Verfasst von Andreas Plum

Zu Saisonbeginn kam Andreas Poulsen vom dänischen Klub FC Midtjylland. Stolze 4,5 Millionen Euro ließen sich die Borussen die Dienste des Linksverteidigers kosten, der Druck auf Oscar Wendt ausüben sollte. So richtig gelang dem 19-Jährigen das bisher nicht. Doch ab kommenden Sommer soll der Youngster dann durchstarten.

Der Linksverteidiger – eine Position, die auf dem Transfermarkt nicht allzu üppig gesät ist. Gerade dann nicht, wenn der gewünschte Spieler auch noch einen linken Fuß haben und bezahlbar sein sollte. Gerade bei den heutigen utopischen Summen, die gezahlt werden.

In Andreas Poulsen hatte man bei Borussia Mönchengladbach im Sommer 2018 einen Spieler gefunden, der für den Klub finanzierbar war und genau ins Beuteschema von Max Eberl und der Philosophie der Fohlen passte. Ein talentierter junger Spieler mit Potenzial und Offensivdrang, der am linken Niederrhein und in der Bundesliga den nächsten Schritt machen und in Zukunft ‚Dauerbrenner’ Oscar Wendt ablösen soll.

»Schwierigkeiten, ein hohes Niveau zu halten«

Doch eine neue Liga ist eben auch wie ein neues Leben. Und daran musste sich Poulsen – genauso wie an die neue Kultur und Sprache – der mit dem FC Midtjylland in der Saison 2017/18 dänische Meister wurde und dabei in sieben Einsätzen (zwei Vorlagen, 467 Spielminuten) mithalf, erst einmal gewöhnen. So verlief das erste halbe Jahr am linken Niederrhein etwas holprig. Lediglich zweimal stand der 19-Jährige im Bundesligakader. Dem gegenüber steht ein 32-Minuten-Einsatz im DFB-Pokal.

Dazu lief Poulsen bis zum Winter siebenmal in der Regionalliga auf. Da war es dann nicht so, dass sich ‚Platzhirsch’ Oscar Wendt große Sorgen machen musste. Ein Ausleihgeschäft kam für die Borussen dennoch aber nicht infrage. »Wir hatten nicht vor, Andreas zu verleihen. Es war für ihn immer unser Plan, dass er im ersten Jahr alles kennenlernt«, sagt Max Eberl im Interview mit dem dänischen Online-Magazin ‚Bold.dk’.

»Andreas hat sich vor der Saison in der Vorbereitung gut präsentiert, hatte danach aber Schwierigkeiten, ein hohes Niveau zu halten«, erklärt Eberl, weiß aber auch: »Für junge Spieler ist dies jedoch eine ganz normale Entwicklung.«

Im Winter »den Kopf rausgestreckt«

Genau in dieser hat er jetzt aber Fortschritte gemacht. In der Wintervorbereitung war zu erkennen, welch Potenzial der U21-Nationalspieler hat. Sowohl im Trainingslager in Jerez als auch beim Telekom-Cup in Düsseldorf im Januar hat Poulsen positiv auf sich aufmerksam machen können. »Andreas Poulsen war sicherlich derjenige, den wir heute mal sehen wollten. Er hat kein einfaches Halbjahr hinter sich«, so Hecking nach dem Turnier in Düsseldorf. »Er war nicht so nah dran und hatte in der U23 Spiele, in denen er nicht so gut gespielt hat. Heute hat er endlich nochmal den Kopf rausgestreckt«.

Ein positives Zeugnis für Poulsen, das er nun bestätigen muss. Dennoch sieht man den Dänen bei den Borussen voll im Plan. »Er hat Spiele für die U23 bestritten und hat bei den Profis in der Wintervorbereitung einen guten Eindruck hinterlassen«, lobt Eberl.

Ab Sommer den Kampf mit Oscar Wendt aufnehmen

Diesen Eindruck soll der 19-Jährige nun nachhaltig untermauern und dann ab kommenden Sommer Oscar Wendt, dessen Vertrag sich in Kürze wohl automatisch verlängern wird, auf der linken Seite Dampf machen. »Er ist immer noch ein Stück entfernt vom Bundesligakader, aber er ist näher dran als zu Beginn der Saison«, sagt Max Eberl und skizziert den Plan: »Wir werden ihn in der zweiten Saisonhälfte weiterhin der ersten Mannschaft vorstellen. Ab Sommer 2019 wird er dann Oscar Wendt im Kampf um den Platz als Linksverteidiger herausfordern.«

Und dann soll Andreas Poulsen irgendwann eben in die Fußstapfen von Oscar Wendt treten. Der Schwede selbst ist davon überzeugt, dass sein potenzieller Nachfolger das auf lange Sicht auch kann. »Wie weit er ist, ist schwer zu sagen. Aber Andreas ist ein guter Junge, ein guter Spieler. Er ist noch jung und hat erst eine Saison in der dänischen 1. Liga gespielt«, sagt Wendt. »Er braucht natürlich noch Zeit. Aber ich bin überzeugt davon, dass er in der Zukunft für Borussia ein guter Spieler sein wird.« Einer, der in der Zukunft im besten Fall der nächste Dauerbrenner auf der linken Abwehrseite sein wird...