FOHLENHAUTNAH
Schweizer kehrt an alte Wirkungsstätte zurück

»Breel ist ein Pfundskerl und macht richtig Spaß«

Kurz & Knapp
16.01.2020 10:17 Uhr
Der Neustart in Mönchengladbach ist Breel Embolo bisher geglückt. FOTO: DIRK PÄFFGEN, FOHLEN-HAUTNAH.DE
Verfasst von Daniel Schnichels

Breel Embolo war bei Borussia Mönchengladbach mit sechs Toren und zwei Vorlagen einer der Shootingstars in der Hinrunde. Nun trifft der Schweizer am Freitag auf seine alten Kollegen und wird seitens der Fohlen in höchsten Tönen gelobt. Zudem verriet Max Eberl auch, dass der 22-Jährige für seinen persönlichen Neustart auf Geld verzichtet hat.

Normalerweise ist Marco Rose mit Lob zu einzelnen Spielern etwas geizig. Nicht, dass der 43-Jährige Leistung eines Einzelnen noch nicht hervorgehoben hat. Doch nach ein paar kurzen Sätzen hob er dann meistens direkt das starke Kollektiv bei Borussia hervor. Am Mittwochmittag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel bei Schalke 04 wurde Rose dann aber etwas ausführlicher.

Eberl befürchtet keine Pfiffe für Embolo 

»Breel ist ein Pfundskerl und macht richtig Spaß. Wenn er vor einem steht und dich anlächelt, macht es Spaß ihn zu sehen und mit ihm zu reden«, sagte Rose mit einem breiten Grinsen und nahezu großen Augen. Der Meinung des Trainers kann man nur beipflichten, denn der Schweizer sorgt absolut für viel Freude. Nicht nur auf dem Platz, auch abseits ist er eine wichtige Figur bei den Fohlen und sorgt mit Marcus Thuram & Co. für einige Lacher. 

Doch es gab eine Zeit, in der war dem 22-Jährigen nicht zum Lachen zumute. An diese Zeit wird er sich am Freitagabend vielleicht kurz zurück erinnern, denn Embolo kehrt erstmals seit seinem Wechsel im Sommer wieder zu seiner alten Heimat Schalke zurück. Dass der Ex-Schalker in der Arena ausgepfiffen wird befürchtet Max Eberl nicht, schließlich »haben ihn die Fans dort sehr gemocht«. Drei Jahre war er in den Diensten der „Knappen“, er fiel 463 Tage aus und verpasste in Summe 54 Spiele. 

Neustart am Niederrhein

Deshalb hatte er sich in diesem Sommer bewusst für ein neues Umfeld entschieden, die Fohlen haben sich seine Dienste rund 10,00 Millionen Euro plus mögliche Bonuszahlungen kosten lassen. »Schalke wollte sich neu aufstellen und auch der Spieler wollte etwas Neues machen, um aus dieser unglücklichen Situation herauszukommen«, beschrieb Borussias Sportdirektor nochmal den Transfer. 

Embolo selbst machte für seinen Neustart einige Abstriche, wie Max Eberl jetzt bestätigte. »Breel hat bei uns auf Geld verzichtet.« Beinahe wäre er schon im Sommer 2016 bei den Fohlen gelandet, doch die »Ablösesummen sind in astronomische Höhen geraten«. An seiner Qualität gab es laut Eberl ohnehin nie einen Zweifel: »Wir haben seine körperliche Präsenz und Torgefahr gesehen.«

Und seine Qualitäten hat er in der abgelaufenen Hinrunde mehrmals gezeigt: Sechs Tore und zwei Vorlagen steuerte Embolo zum sportlichen Erfolg bei und feierte im Heimspiel gegen den SC Freiburg einen Doppelpack. Wettbewerbsübergreifend kam der 22-Jährige in 20 Einsätzen auf 1.252 Spielminuten. Zum Vergleich: In der Saison 2018/ 19 machte Embolo 28 Einsätze bei 1.881 Minuten, er ist also auf dem besten Wege, seine Marke aus dem Vorjahr weit zu übertreffen. Apropos Vorjahr: Bei Borussias Auswärtssieg im vergangenen Februar saß Embolo mit Fußbruch verletzt auf der Tribüne. 

Entwicklung geht noch weiter

Geht es nach Marco Rose, dann wird er auch seine Leistungen aus der Hinrunde noch deutlich übertreffen. Denn der »feine und auch etwas sensible Mensch« bekam im Wintertrainingslager in Jerez de la Frontera sogar Einzelunterricht, Embolo soll noch effektiver werden. »Er hat noch viel Luft nach oben, trotz seiner unglaublichen Qualität. Er hat eine richtig starke Technik, auch für seinen Körper. Für ihn geht es darum, alles auf den Punkt zu bringen. Wir arbeiten gerade daran, dass er auf dem Platz die richtigen Entscheidungen trifft«, so Rose über die Arbeit mit seinem Stürmer.

Der 43-Jährige hat auch noch direkt ein Versprechen an die VfL-Fans: »Man kann sich darauf freuen, dass da in den nächsten Jahren noch einiges vorangeht.« Auch Max Eberl sieht seinen Sommer-Transfer noch längst nicht am Ende seines Optimums angekommen, »er kommt gerade erst wieder in seinen Rhythmus«. Einen Wunsch hat Borussias Sportdirektor allerdings noch für den Rückrundenauftakt von Breel Embolo: »Er möchte seinem alten Verein sicherlich weh tun.« Treffer von Ex-Borussen mussten die Fohlen schon häufiger hinnehmen. »Wir kennen das Beispiel ja mit Marco Reus«, sagte Eberl mit einem leichten Schmunzeln…