FOHLENHAUTNAH
Macht sich Thuram zu viel Druck?

»Im Moment fehlt ihm diese Leichtigkeit«

Kurz & Knapp
18.02.2020 09:13 Uhr
Marcus Thuram machte gegen Düsseldorf ein bärenstarkes Spiel. FOTO: DIRK PÄFFGEN, FOHLEN-HAUTNAH.DE
Verfasst von Daniel Schnichels

Seit acht Spielen wartet Marcus Thuram mittlerweile auf einen eigenen Treffer. Gegen Düsseldorf holte sich der Franzose mit seinen beiden Torvorbereitungen allerdings mächtig Selbstvertrauen zurück. Unterstützung gibt es auch von Borussias Trainer Marco Rose, der seinen Stürmer in der Entwicklung aber auch noch längst nicht am Ende sieht. 

Auf Anhieb ein Teil der Mannschaft

Marcus Thuram ist kein gewöhnlicher Profi, denn der Name Thuram wirft im Fußball seine Schatten voraus. Papa Lilian wurde 1998 mit Frankreich im eigenen Land Weltmeister, zwei Jahre später sogar noch Europameister. Auch dank seines berühmten Papas landete „Tikus“ letztlich im Sommer bei Borussia Mönchengladbach.

Schon in der ersten Runde des DFB-Pokals spielte sich der Franzose mit seinem Treffer direkt in die Herzen der Borussia-Fans. Sein jetzt schon berühmter Eckfahnen-Jubel ließ ihn endgültig zum Publikumsliebling avancieren. In der Hinrunde erzielte er in der Bundesliga insgesamt sechs Treffer und steuerte auch noch fünf Vorlagen bei. Aus der Offensive der Fohlen war bzw. ist der 22-Jährige nicht mehr wegzudenken. Denn während seine Sturm-Kollegen oftmals wechseln, spielt Thuram unter Rose immer. 

Rose sieht noch viel Potenzial

Dementsprechend hält sein Trainer auch große Stücke „Tikus“. »Wir sind sehr zufrieden mit Marcus und seiner Entwicklung. Er tut unserem Spiel gut und die Entscheidung ihn hierhin zu holen, war richtig«, sagte Rose. Richtig, aber auch ein langer Prozess: Steffen Korell, Borussias Scoutingdirektor, ließ den Franzosen sehr lange und intensiv beobachten.

Mit seinen 22 Jahren ist Thuram auch längst nicht am Zenit angekommen und hat vermutlich noch eine große Karriere vor sich. Das weiß auch Rose, der sich mit seinem Trainerteam intensiv mit ihm beschäftigt. »Wir haben noch nicht alles gesehen, da ist noch sehr viel Luft nach oben. Marcus hat sehr viel Potenzial«, verspricht Borussias Trainer.

Trotzdem lief es bis zum Düsseldorf-Spiel nicht so richtig rund für den Publikumsliebling. Das letzte Tor liegt schon acht Spiele zurück (gegen Freiburg), die letzte Torvorlage schaffte der Franzose beim Heimsieg gegen die Bayern. Für seinen Trainer ist solch eine Phase »für einen jungen Spieler nicht ungewöhnlich«. Wichtig ist eben auch, dass die Fohlen ihren Stürmer immer unterstützen und volles Vertrauen aussprechen. 

Dass Rose auf seine Spieler baut und sie auch besser machen kann, hat er unlängst am Beispiel von Jonas Hofmann gezeigt, den viele in der Winterpause nicht unbedingt vorne gesehen haben. Zudem setzt Borussia auch längerfristig auf Mamadou Doucouré, ein großer Vertrauensbeweis, obwohl er sehr oft und lange verletzt war.

Selbstvertrauen kehrt zurück 

Großes Vertrauen hat Borussia eben auch in Marcus Thuram, der auch öffentlich Rückendeckung bekommt: »Wir werden ihn unterstützen, dass er wieder anfängt zu treffen.« Wie wichtig „Tikus“ für die Elf vom Niederrhein ist, stellte er in Düsseldorf erneut unter Beweis. Zwar steuerte er keinen eigenen Treffer bei, doch er legte zweimal für seine Kollegen auf. Der 22-Jährige stellte sich voll in den Dienst der Mannschaft und ackerte für seine Kollegen: Als Offensivspieler hatte er eine Laufleistung von 9,60 km, ein starker Wert. Dazu kommt noch eine Passquote von 74%. 

»Für ihn waren diese beiden Torvorbreitungen sehr wichtig«, weiß auch Borussias Trainer. Dennoch findet Rose, dass »ihm im Moment diese Leichtigkeit fehlt«. Woran es liegt? Rose hat eine Erklärung: »Er macht sich selber zu viel Druck. In manchen Momenten ist er mit sich selbst unzufrieden, obwohl er gar nicht unzufrieden sein muss. Das zieht unnötig Energie.«

Fußball ist manchmal eben doch Kopfsache, vor allem für einen Stürmer ohne Treffer. Dennoch ist Thuram ein sehr wichtiges Puzzlestück bei den Fohlen und mittlerweile unersetzlich geworden. Rose weiß auch, dass »am Ende die Leichtigkeit wiederkommt, wenn er Tore schießt oder vorbereitet, daran misst sich ein Stürmer«. Hinter die Torvorbereitungen kann „Tikus“ einen dicken Haken machen, nun gönnen wir ihm gegen Hoffenheim endlich wieder einen eigenen Treffer, sodass er nach dem Spiel nochmal sein eigenes Trikot über die Eckfahne ziehen kann…