FOHLENHAUTNAH
Vor dem Rückrundenauftakt auf Schalke

»Wir haben schon einiges vor in den nächsten Monaten«

Vorbericht
15.01.2020 13:34 Uhr
Die Fohlen wollen die gute Ausgangslage für eine starke Rückrunde nutzen. FOTO: DIRK PÄFFGEN, FOHLEN-HAUTNAH.DE
Verfasst von Daniel Schnichels

Für Borussia Mönchengladbach beginnt mit dem Spiel bei Schalke 04 am Freitagabend endlich die Rückrunde. Ramy Bensebaini fällt laut Marco Rose mit einer Muskelverletzung für längere Zeit aus. Auf der Pressekonferenz äußerte sich Max Eberl nochmal zu den Leihgeschäften und betonte, auch für Keanan Bennetts noch eine Lösung finden zu wollen.

Topspiel im Free-TV

Die Bundesliga-Rückrunde beginnt für Borussia Mönchengladbach mit einem echten Kracher, denn am Freitagabend sind die Fohlen auf Schalke zu Gast. Fans vor den TV-Bildschirmen können sich freuen, denn das ZDF überträgt die Partie ab 20.15 Uhr im Free-TV. Zu Beginn der Pressekonferenz dämpfte Marco Rose allerdings die sonst so gute Stimmung am Niederrhein.

Was passiert mit Keanan Bennetts?

»Ramy Bensebaini fällt leider mit einer Muskelverletzung aus«, gab Borussias Trainer bekannt und schob noch hinterher, dass die Genesung »noch die ein oder andere Woche dauern wird». Doch der Algerier ist nicht der einzige Ausfall für den 18. Spieltag, auch Keanan Bennetts ist »angeschlagen und nicht einsatzfähig«. Der 19-Jährige soll im Idealfall auch noch im Winter ausgeliehen werden.

»Keanan ist eine Option und wir wollen den vierten Jungen unterbringen«, stellte Max Eberl nochmal klar. Erst gestern verliehen die Fohlen Jordan Beyer für ein halbes Jahr an den HSV, nachdem »diese Entscheidung gemeinsam getroffen« wurde. Borussias Sportdirektor betonte, dass es für Bennetts weiterhin Interesse gibt, es muss aber auch für alle Seiten passen. Denn Borussia möchte sehen, »welches Niveau sie unter Leistungsdruck haben«, um die Talente langfristig auf eine Zukunft am Niederrhein aufzubauen.

Dennoch ist man aktuell in der komfortablen Situation, Nachwuchsspieler bei anderen Klubs etwas Spielpraxis zu geben. Das war laut Eberl nicht immer so: »Wir haben immer Talente verpflichtet, diese hatten dann aber einen festen Platz im Kader«. Vielmehr haben sich die Fohlen diese Luxussituation durch viele, kluge Transfer selbst geschaffen. Statt die Starts von morgen aber auf der Bank versauern zu lassen, möchte Borussia den Schützlingen eine Chance geben. Sicherlich besteht immer ein gewisses Risiko mit den Verletzungen von Stammspielern, doch »alle Entscheidungen wurden strategisch gefällt.«

»Julio hatte viele Verletzungen und kann nicht in der U23 spielen, deshalb war dieser Schritt bei ihm logisch. Andreas Poulsen hat immer mal wieder U23 gespielt, aber man muss ihm für den nächsten Schritt etwas Entwicklung geben. Austria Wien ist für ihn definitiv ein guter Schritt«. begründete Eberl nochmals die Leihgeschäfte.

»Champions League wäre wie eine deutsche Meisterschaft«

In der Hinrunde hat sich Borussia eine hervorragende Ausgangslage aufgebaut, diese soll nun, anders als in der letzten Rückrunde, auch genutzt werden. Zwar gaben Rose und Eberl keine plakativen Ziele aus, doch Borussias Sportdirektor gab zumindest mal die Marschrichtung vor: »Wir wollen versuchen, jedes einzelne Spiel zu gewinnen und wollen am Ende mit Europa ein großartiges Erlebnis haben, denn Europa bleibt in Mönchengladbach etwas besonderes. Die Champions League wäre wie eine deutsche Meisterschaft.«

Rose betonte zwar, dass die Basis stimmt, dies aber bisher nur ein Teilerfolg ist. »Die Saison ist noch nicht zu Ende und wir wollen dranbleiben und weiter Ergebnisse holen und ordentlich Fußball spielen. Wir haben schon einiges vor in den nächsten Monaten«, sagte Rose. Klingt also nach ganz neuen Tönen am Niederrhein, denn die komplette Mannschaft hat unglaubliche Lust, etwas zu bewegen. 

Der Eindruck verstärkte sich auch im Trainingslager in Jerez, denn das Mannschaftsgefüge ist trotz Konkurrenzkamp völlig intakt. Zu diesem Thema lässt sich Borussias Trainer ohnehin nichts reinreden: »Derzeit habe ich mehr als elf Spieler die mir garantieren, dass wir das Spiel gewinnen können. Ich weiß nicht, ob Unruhe kommt. Ich gehe aber davon aus, dass die Jungs klar im Kopf sind und wissen, dass wir nur als Team erfolgreich sind. Es geht in erster Linie um die Interessen des Vereins.«

Spiel mit viel Tempo erwartet

Nun trifft die Fohlenelf also schon zum zweiten mal auf den S04 und eröffnet am Freitagabend die Rückrunde in Gelsenkirchen. Das Hinspiel gegen „die Knappen“ endete mit einem torlosen Remis. Vielmehr ging es in der Partie darum, dass beide Mannschaften ihre jeweilige Neuausrichtung so langsam aber sicher auf den Platz bringen. »Schalke hat eine richtig gute Entwicklung genommen. Für Schalke war die Saison davor nicht einfach, deshalb war es zu erwarten, dass sie nicht schon wieder so eine Saison spielen«, meinte Rose zum kommenden Gegner.

Anders als im Hinspiel wartet auf die Fohlen jetzt eine Mannschaft »mit viel Tempo und Aggressivität, denn sie versuchen Fußball zu spielen und sind sehr zielstrebig«. Deshalb erwartet Rose im Vorfeld »die ein oder andere Torszene«. Borussia erinnert sich gerne an das letzte Spiel in Gelsenkirchen, welches die Fohlen sehr souverän mit 2:0 für sich entscheiden konnten. Für Breel Embolo wird es sicherlich ein ganz besonderer Abend, denn der Schweizer war drei Jahren in den Diensten von Schalke. Deshalb hofft Eberl darauf, dass nun ein Spieler aus den eigenen Reihen dem Ex-Klub mal weh tun kann. »Wir kennen das ja schon von Marco Reus«, scherzte Eberl zum Abschluss…