FOHLENHAUTNAH
Borussen zeigten in Hoffenheim nach der Pause ihr wahres Potenzial

»Wir sind cool geblieben«

Nachbericht
29.09.2019 11:53 Uhr
In Hoffenheim durften die Borussen den 3. Auswärtssieg in Folge feiern. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de
Verfasst von Andreas Plum

Borussia Mönchengladbach marschiert in der Tabelle weiter nach oben. Der 3:0-Sieg bei der TSG Hoffenheim war am Ende hochverdient, weil sich die Fohlen vor allem nach der Pause vor dem Tor zweimal eiskalt zeigten. Und der Sieg hätte sogar noch höher ausfallen können. Dennoch zeigten sich die Borussen hinterher natürlich zufrieden.

Nach 38 Jahren wieder die ersten 3 Auswärtsspiele einer Bundesliga-Spielzeit gewonnen, erstmals 2 Pflichtspielsiege in Serie unter Marco Rose und mit 13 Punkten nach 6 Spielen die beste Ausbeute seit der Saison 2011/2012 - das sind die Zahlen und Fakten nach dem verdienten 3:0-Sieg der Fohlenelf in Hoffenheim.

Starkes und immer besser in Fahrt kommendes Angriffs-Trio

Es fruchtet mehr und mehr, was Marco Rose von seiner Mannschaft verlangt. Und vor allem die Offensivreihe um Breel Embolo, Alassane Plea und Marcus Thuram findet immer besser zusammen. Thuram traf in Hoffenheim zum dritten Mal im zweiten Spiel und gab zudem erstmals eine Vorlage in der Bundesliga überhaupt. »Marcus ist ein super Spieler, das haben wir vom ersten Tag an gewusst«, schwärmte Breel Embolo von seinem Kollegen im Interview bei ‚Sky‘. »Es war anfangs nicht einfach für ihn weil er aus dem Urlaub in eine neue Liga kam. Aber wir wussten, was für Qualitäten er hat. Die zeigt er von Woche zu Woche.«

Genau wie Plea, der in Hoffenheim seinen elften von bisher 15 Bundesliga-Toren auf des Gegners Platz erzielte. Der Franzose erzielte wie auch schon in Köln das wichtige 1:0 und legte zudem noch zum entscheidenden 3:0 von Florian Neuhaus auf. Insgesamt schoss das Trio die letzen acht Bundesliga-Treffer der Fohlen, nur Saisontor Nummer 1 und 10 hatten Stefan Lainer und Florian Neuhaus erzielt. »Wir haben derzeit viel Spaß miteinander«, sagt Embolo. »Auswärts läuft es etwas besser, auch wenn wir letzte Woche zuhause gewonnen haben. So wollen wir weitermachen.«

»Breel, Alassane und ich verstehen uns sowohl auf als auch neben dem Platz sehr gut, das kann man derzeit erkennen«, gab Marcus Thuram strahlend zu Protokoll. Und noch besser bzw. effektiver werden. Denn gerade nach Pause hatten die Borussen einige gute Möglichkeiten, um das Ergebnis noch höher ausfallen zu lassen. »Das Einzige, was wir uns heute in der zweiten Halbzeit vorwerfen lassen können, ist, dass unsere Chancenverwertung nicht so gut war«, stimmte Embolo zu.

»Nicht richtig im Spiel, aber cool geblieben«

Dennoch zeigte die Fohlenelf gerade nach dem Seitenwechsel ihr wahres Potenzial und schlug in den richtigen Momenten zweimal eiskalt zu. »Wir sind cool geblieben und haben dann bewiesen, was für eine Riesenqualität wir im letzten Drittel haben. Die drei Auswärtstore sind der Beweis dafür«, freute sich Embolo.

Vor der Pause stotterte der Motor jedoch gewaltig. Da kam der Führungs-Treffer durch Plea kurz vor Pause natürlich zu einem wichtigen Zeitpunkt. »In der ersten Halbzeit waren wir nicht richtig im Spiel. Es sind uns zu einfache Fehler unterlaufen«, wusste Embolo. »Trotzdem sind wir mir der ersten Chance durch Lasso eiskalt in Führung gegangen.«

Die Führung hat dann natürlich gut getan, wenngleich sich nach vorne weiterhin Probleme einstellten. Doch als Rose dann nach einer Stunde eine System-Korrektur vornahm, lief es wieder besser. »Im Endeffekt haben wir uns belohnt wie auch im letzten Spiel schon. Heute hat alles gepasst. Das Umschaltspiel hat super funktioniert und der letzte Pass hat gestimmt«, freute sich Stefan Lainer, der in Hoffenheim erneut einen Treffer auflegte und zeigte, warum ihn sein Coach aus Salzburg mitgebracht hat. »So haben wir uns in einem engen Spiel mit einem 3:0-Sieg belohnt.«

Ein Sieg, der gut tut und weiteres Selbstvertrauen gibt

Ein Sieg, der am Ende gleichermaßen als deutlich und souverän rausgespielt bezeichnet werden kann und darf. Die Fohlenelf ist auf dem Vormarsch und hat sich nach der Klatsche in der Europa League in der Liga rehabilitiert, eindrucksvoll zurückgemeldet und vor allem Selbstvertrauen getankt. Und genau das ist wichtig, um den ‚Rose-Fußball‘ weiter zu verinnerlichen, zu verfeinern und vor allem bestmöglich umzusetzen.

»Wir haben sicher wie immer über ein paar Dinge zu reden. Wir sind ganz am Anfang der Saison und sind auch ganz am Anfang der Entwicklung der Dinge, die wir umsetzen wollen«, sagte Marco Rose und brachte es auf den Punkt: »Da geht sicher noch einiges, aber die Jungs sind fleißig.«

Den Schwung mit nach Istanbul nehmen

Fleißig müssen die Borussen auch am kommenden Donnerstag sein, wenn es in der Europa League am zweiten Spieltag zum Auswärtsspiel bei Istanbul Başakşehir FK geht. Am Bosporus will und muss die Fohlenelf die 0:4-Heimklatsche gegen den Wolfsberger AC vergessen machen und punkten - am besten dreifach - um sich noch berechtigte Hoffnungen auf das Weiterkommen machen zu können. »Es ist wichtig, dass wir nur von Spiel zu Spiel schauen. Heute können wir uns über den Sieg freuen, aber ab morgen fokussieren wir uns auf das nächste wichtige Spiel am Donnerstag in Istanbul«, gab Marcus Thuram die Marschroute vor.

Und Florian Neuhaus stieß in die gleiche Kerbe. »Es läuft einfach zur Zeit auswärts gut. Wir wollen am Donnerstag in Istanbul nachlegen. Wir haben in der Europa League noch etwas gutzumachen«, weiß Neuhaus. »Darauf werden wir uns in der kommenden Woche fokussieren...«