Über einen wie Tony Jantschke freut sich jeder Trainer. Er verkörpert die Zuverlässigkeit in Person und ist stets mannschaftsdienlich, vor allem dann, wenn es für ihn selbst nicht so läuft. Lange musste Jantschke bei Borussia Mönchengladbach auf seinen ersten Startelfeinsatz in der Liga warten.

Gegen RB Leipzig durfte er endlich nochmal von Beginn an ran und zeigte, dass er seine Arbeit auf der rechten Seite wie gewohnt abliefert. »Ich hatte eine gute Vorbereitung, habe mich dann verletzt und in der Hinrunde wenig gespielt. Das ist manchmal so, gerade, wenn du nicht international spielst. Jetzt in der Rückrunde habe ich zuletzt gespielt. Das ist natürlich schön für einen selbst, aber viel wichtiger sind die Ergebnisse«, erzählt Jantschke am Mittwoch nach der morgendlichen Trainingseinheit.

Dabei weiß Dieter Hecking, dass er von Jantschke keine Offensivpower bekommt, sondern jemanden, der dahin geht, wo es wehtut und der dem Gegner auf den Füßen steht. 57 % seiner Zweikämpfe gewann er gegen Leipzig, aber vor allem bei seinen Zuspielen (Passquote: 61 %) ist noch Luft nach oben. Abstimmungsprobleme in der neu formierten Viererkette, in der Nico Elvedi auf die linke Seite gerückt ist, sieht er nicht. »Das ist kein Problem. Wir haben unter der Woche auch schon beide auf links trainiert«, sagt er. Da Oscar Wendt noch einige Zeit fehlen wird, stehen die Chancen für Jantschke gut, dass er vorerst in der Stammelf bleibt, auch wenn mit Reece Oxford und Manny Egbo, der aktuell ausschließlich bei den Profis trainiert, weitere Alternativen bereitstehen.

»Dann musst du einen Punkt mitnehmen«

Der Job von Jantschke ist es, hinten dicht zu machen. Für die Tore sind andere zuständig. Mit der zuletzt mageren Ausbeute der Offensive beschäftigt er sich nicht, viel eher ärgert es ihn, dass die Null hinten zu selten gehalten wird. »Wir können gegen Leipzig auch 0:0 spielen und das ist der entscheidende Punkt. Wenn die Jungs vorne mal nicht so treffen wie wir uns es alle erhoffen, das passiert, aber dann musst du einen Punkt mitnehmen. Dann sieht die Situation schon wieder anders aus. Dasselbe ist uns in Köln kurz vor Schluss passiert. Da setze ich eher an statt mir jetzt darüber Gedanken zu machen, ob die Jungs vorne treffen oder nicht«, schildert der 27-jährigen, dessen Vertrag am Niederrhein noch bis 2021 läuft. Richtigerweise ergänzt er dann noch: »Wir können auch ein Standardtor machen, das ist nicht verboten für uns als Verteidiger.« Genau das haben Jannik Vestergaard und Matthias Ginter in dieser Saison schon unterstrichen. Das persönlich letzte Torerlebnis von Jantschke ist übrigens auf den 06.12.2014 datiert. Damals gelang ihm im Heimspiel gegen Hertha BSC beim 3:2 Erfolg ein Treffer.

Am Sonntag reist die Fohlenelf zum VfB Stuttgart, einem Aufsteiger, bei dem durch den Trainerwechsel zuletzt sehr viel Unruhe herrschte. Für Jantschke wird das eine knappe Angelegenheit, bei der es wieder drauf ankommen wird, als Abwehr möglichst nichts zuzulassen. Dann klappt es auch wieder mit den Punkten. »Wir haben es jetzt gesehen: Die vier Rückrundenspiele waren eng und sind leider aus den unterschiedlichsten Gründen dreimal gegen uns gelaufen. Es wird eng bleiben bis zum Ende der Saison und du musst irgendwo deine Punkte holen und es wäre gut, wenn wir in Stuttgart wieder damit anfangen«, fordert der Routinier.