Abgehangen: Stefan Lainer und die Fohlen hatten im Derby die Nase vorn. Foto: Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR

Der 51. Derbysieg gegen Köln bedeutete für Borussia Mönchengladbach auch gleichzeitig der erste Saisonsieg in der Bundesliga. Die Fohlen ließen gegen den Erzrivalen keine Zweifel aufkommen und machten vor allem in der Anfangsphase ordentlich Druck. Zwar geht es jetzt in die Länderspielpause, doch der Sieg kommt zum richtigen Zeitpunkt. 

Viel vorgenommen, viel umgesetzt 

In der noch jungen Bundesliga-Saison 2020/21 kam die Fohlenelf bisher noch nicht so richtig in Fahrt. Zwar wäre es nach der 0:3-Niederlage in Dortmund und dem Unentschieden gegen Union Berlin etwas vermessen gewesen von einem Fehlstart zu sprechen, doch ganz so optimal verlief der Start eben dann doch nicht. »Wir wollten heute unbedingt den ersten Dreier holen. Auch wenn es bisher noch nicht so lief wie erhofft, wussten wir um unsere Qualitäten, die wir heute auf den Platz gebracht haben«, sagte Lars Stindl. Sein Teamkollege aus der Kurpfalz, Jonas Hofmann, pflichtete dem ‚Capitano‘ bei. 

»Nach den letzten beiden Wochen haben wir uns viel vorgenommen. Wir wussten, dass wir etwas draufpacken müssen. Unser Trainerteam hat uns viel mitgegeben und uns gut vorbereitet«, sagte Jonas Hofmann nach dem Derby in der Domstadt. Generell war der 28-Jährige bei bester Laune, denn in dieser Woche wurde er von Bundestrainer Joachim Löw erstmals für die Nationalmannschaft berufen. 

»Ich habe mich riesig über den Anruf vom Nationaltrainer gefreut. Die Woche könnte aktuell nicht besser sein«, strahlte Hofmann. Gegen den FC bereitete der Mittelfeldspieler zwei Tore vor, vor allem das wichtige 2:0 durch Stefan Lainer war sehr sehenswert. »Dass ich in den freien Raum laufe war mit ‚Zicko‘ (Anm. d. Red.: Alexander Zickler) so einstudiert«, gab der Österreicher zu. 

Starke Anfangsphase legte den Grundstein 

Im Gegensatz zu den ersten zwei Saisonspielen hatten die Fohlen in Müngersdorf deutlich mehr Tempo im Spiel nach vorne und stellten die Hausherren vor allem in der Anfangsphase vor Probleme. Die Domstädter kamen überhaupt nicht ins Spiel, denn Borussia machte vieles richtig. »Wir sind es von Beginn an konzentriert angegangen und haben Tempofußball gespielt, das was uns auch in der letzten Saison ausgezeichnet hat«, so Hofmann zur Marschrichtung. 

Zugegeben: Der Erzrivale machte es den Fohlen auf dem Weg zum 51. Derbysieg zu Beginn auch sehr einfach, denn Alassane Pléa hatte vor dem 1:0 viel Zeit und Raum und konnte sich vor seinem Führungstreffer die Ecke noch in aller Ruhe aussuchen. »In der Anfangsvierstelstunde haben wir sehr gut gespielt und uns direkt mit zwei Toren belohnt. Wenn man in Köln so früh mit zwei Toren in Führung geht, löst das natürlich noch ein paar Kräfte aus«, bekräftige Jonas Hofmann. 

Apropos: Stefan Lainer dürfte sich wohl noch einige Zeit über seinen Treffer freuen, denn allzu oft trifft der Österreicher auch nicht. »Das Tor ist auf jeden Fall etwas Besonderes für mich, ich schieße nicht so regelmäßig Tore«, gab Borussias ‚Arbeitstier‘ zu. Gleichzeitig war das auch so etwas wie der Lohn für seinen unermüdlichen Einsatz auf der rechten Seite. »Ich habe schon viele Läufe umsonst nach vorne gemacht, dass ich heute belohnt wurde ist schon etwas sehr schönes. Aber auch der Derbysieg und die drei Punkte waren extrem wichtig für uns.«

Stindl freut sich trotz aller Umstände über den Derbysieg 

Für Lars Stindl kam der erste Dreier auch zum richtigen Zeitpunkt. »In der Länderspielpause können wir jetzt etwas durchatmen, danach geht es Schlag auf Schlag«, weißt er auf das straffe Programm in der Champions League hin. Dort treffen die Fohlen bekanntlich auf Real Madrid, Inter Mailand und Shakthar Donezk. 

Dass dieser 51. Derbysieg etwas Besonderes für die Mannschaft ist erkannte man auch an der Tatsache, dass die Spieler nach dem Spiel symbolisch vor dem Gästeblock feierten. Dennoch: Ohne Zuschauer kam zu keinem Zeitpunkt richtige Derbystimmung auf. »Auch unter diesen Umständen wissen wir um die Bedeutung des Spiels für die Stadt Mönchengladbach und für unsere Fans. Wir hoffen, dass wir trotz der Umstände unseren Fans etwas zurückgeben können«, beschrieb Borussias Kapitän ein bisschen die Stimmungslage. 

Rose hat kleinen Kritikpunkt 

Trotz aller Souveränität und des hochverdienten Auswärtssieg, der sicherlich auch hätte höher ausfallen können, machte es Borussia den Domstädtern hier und da etwas zu einfach. »Es gab ein, zwei Phasen, in denen wir Köln etwas mehr ins Spiel kommen lassen haben. Es ist generell schwierig, über die kompletten 90 Minute die Kontrolle zu haben. In jedem Spiel gibt es Phasen, in denen man mal aus der Tiefe heraus verteidigen muss«, erklärte Jonas Hofmann. Trotzdem haben die Fohlen es laut dem fleißigen Mittelfeldspieler am Samstagnachmittag »sehr gut umgesetzt«. 

Auch Marco Rose fand, dass seine Mannschaft es hätte »hinten heraus etwas besser zu Ende spiele können«. Dennoch: Der 44-Jährige konnte mit dem Auftritt der Fohlenelf mehr als zufrieden sein und war es nach dem Derbysieg auch. »Wir haben die Situation angenommen und in einer intensiven Trainingswoche die Dinge angesprochen, die gegen Union nicht so gut funktioniert haben. Wir haben den Gegner in der Spieleröffnung besser bewegt und mehr Räume gefunden. Zudem waren wir in Richtung gegnerisches Tor konsequent und haben dann schnell 2:0 geführt.«

Als Belohnung gibt es für die Derbysieger jetzt erstmal zwei freie Tage, am Dienstag bittet Rose seine Spieler dann wieder auf den Trainingsplatz…