Breel Embolo auf dem Weg zum Siegtreffer in Bielefeld. Foto: picture alliance/dpa | Friso Gentsch

Borussia ist mit einem Erfolgserlebnis ins neue Jahr gestartet. In Bielefeld zeigten die Fohlen von Beginn an eine starke Vorstellung und holten sich vor dem Duell mit den Bayern ordentlich Selbstvertrauen. Lediglich die Chancenverwertung war noch ausbaufähig, Marco Rose störte das aber aufgrund einer geschlossenen Mannschaftsleistung eher weniger. 

Start ins neue Jahr ist geglückt 

Vor dem ersten Spiel im neuen Jahr 2021 hatte Marco Rose von seinen Spielern ausdrücklich verlangt drei Punkte einzufahren. »Wir können die Tabelle lesen und stellen fest, dass wir die Punkte brauchen«, sagte Borussias Trainer im Vorfeld. Gleichzeitig war die Begegnung bei Arminia Bielefeld auch der erste Aufritt ohne Max Eberl. Borussias Sportdirektor gönnt sich im kompletten Januar eine Auszeit, steht aber dennoch im stetigen Austausch mit Marco Rose und ‚seiner‘ Borussia. Nach dem Spiel gab es auch eine Glückwunsch-SMS an den Trainer der Fohlenelf. 

Begonnen hatten die Gladbacher auf der ‚Bielefelder Alm‘ mit einem wahren Feuerwerk, denn die Fohlen liefen früh an und stellten die Hausherren enorm unter Druck. Was fehlte war aber wie so oft ein Treffer: 15 Torschüsse feuerten die Fohlen in der ersten Halbzeit ab, das war Saisonrekord für die Borussen. Kurz vor der Halbzeit hatten die Bielefelder sogar die große Chance, die Partie völlig auf den Kopf zu stellen. 

Fohlen lassen einfach zu viele Chancen liegen 

»Wenn Cordova die Chance in der ersten Halbzeit verwertet dann fragen wir uns alle ‚wie ist das möglich?‘«, meinte auch Jonas Hofmann nach der Partie. In seinem Startelf-Comeback in der Bundesliga machte der Nationalspieler wieder eine starkes Spiel, bereitete auch den entscheidenden Treffer durch Breel Embolo mit einem feinen Pass vor. »Der Ball war so gewollt, denn wir wissen die schnell Breel vorne drin ist. Er ist eine Rakete und seine Stärke muss man auch einsetzen«, erklärte Hofmann seine Vorlage. 

Doch bis dahin vergaben die Fohlen eben beste Chance, der Ball wollte einfach nicht ins Tor. »Natürlich hätten wir uns gewünscht, schon in der ersten Hälfte unsere klare Überlegenheit auch in Tore umzumünzen und das Spiel schon früher für uns zu entscheiden. Es hat einfach nicht sein sollen heute, wir haben zu wenige Tore gemacht. Dass die Chancenverwertung nicht optimal war und das wir zu wenige Tore erzielt haben, wissen wir«, gab Hofmann zu. 

Rose lobt seine Mannschaft 

Bei Marco Rose hingegen überwog eindeutig die Freude über den ersten Sieg im neuen Jahr, das Thema Chancenvewertung kann und wird der Übungsleiter mit seinen Spielern im Training angehen. »Es war eine sehr ansprechende Mannschaftsleistung. Das steht für mich im Vordergrund. Deshalb ärgere ich mich auch nicht so sehr über die vergebenen Chancen. Natürlich hätten wir zwei, drei oder vier Tore schießen können, aber das gelingt uns derzeit nicht. Aber es wird auch wieder eine Phase kommen, in der die Bälle wieder leichter den Weg ins Tor finden«, kommentierte Rose den Jahresauftakt. Vielmehr geht es aktuell darum die Ergebnis einzufahren und sich »das Spielglück zu erarbeiten«. 

»Unter dem Strich war der Sieg hoch verdient, es war ein sehr dominant geführtes Spiel«, merkte Jonas Hofmann richtig an. Bei all den vergebenen Chancen »steht die Freude über die drei Punkte ganz klar im Vordergrund«.  In der Schlussphase wurde es aber trotzdem unnötig spannend: Gut möglich, dass die Borussen all die vergebenen Führungen immer noch im Hinterkopf haben, am Samstagnachmittag brachten sie es aber endlich mal über die Zeit und für den Kampf um die Champions League war der ‚Dreier‘ enorm wichtig. 

Zakaria braucht noch Zeit 

»Ein zweites Tor hätte natürlich für mehr Ruhe gesorgt, doch wir haben gut verteidigt und die Führung am Ende sicher über die Zeit gebracht«, fand Yann Sommer. Borussias Keeper hielt den Kasten bei der Arminia sauber und bekam nur sieben Torschüsse auf sein Tor, eher ein ereignisarmer Nachmittag für den Schweizer. Sein Landsmann Denis Zakaria machte wieder wichtige Minuten auf seinem Weg zu alter Stärke. 

Dennoch hat der 24-Jährige noch viel Arbeit vor sich und sieht noch Luft nach oben. »Das Spiel hat sich gut für mich angefühlt. Ich weiß, dass es schwer ist, nach acht Monaten wieder reinzukommen. Ich bin froh, meiner Mannschaft wieder helfen zu können. Aber ich weiß auch, dass ich noch etwas Zeit brauche, um auf 100 Prozent zu kommen. Ich arbeite jeden Tag daran, damit ich wieder auf mein altes Niveau komme.«

Nicht vor Bayern verstecken 

Ein hohes Niveau braucht Borussia auch am kommenden Freitag, denn dann kommt mit dem FC Bayern München ein echtes ‚Brett‘ in den Borussia-Park. »Das Spiel gegen die Bayern ist ein absolutes Highlight«, freut sich Florian Neuhaus. Dennoch haben die Fohlen gegen den Rekordmeister eine gute Bilanz aufzuweisen und konnten in der Vergangenheit dem FCB immer mal wieder ‚ein Bein stellen‘. »Jeder weiß, dass Bayern aktuell die wohl beste Mannschaft der Welt ist. Wir freuen uns auf das Spiel, müssen uns aber absolut nicht verstecken«, schickte der neue Nationalspieler schon mal eine kleine Kampfansage nach München…