Ibrahima Traoré zahlte das Vertrauen gegen Wolfsburg mit einer Torvorlage zurück. Foto: Poolfotos/Dirk Päffgen

Erstmals stand Ibrahima Traoré in dieser Saison in der Startelf von Borussia Mönchengladbach. ‚Ibo‘ machte beim 3:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg nicht ‚nur‘ ein starkes Spiel, sondern legte auch noch einen Treffer auf. Dabei standen die Zeichen zu Saisonbeginn auf Abschied, doch der Flügelflitzer zeigte mannschaftsintern wichtige Qualitäten. 

Vereinswechsel stand zur Debatte 

Die Saison begann für Ibrahima Traoré denkbar schlecht: Zwar stand der mittlerweile 32-Jährige beim Bundesliga-Auftakt gegen Schalke noch für acht Minuten auf dem Platz, doch das waren in der Hinrunde tatsächlich seine einzigen Spielminuten. Lange Zeit war der Flügelflitzer verletzt und litt an einer Sprunggelenksverletzung und sowie an Adduktorenbeschwerden. Dennoch stand er sechsmal in der Hinrune im Kader, wurde von Marco Rose aber einfach nicht berücksichtigt. Das hat Gründe. 

»Wir hatten viel Qualität auf seiner Position«, erklärte Marco Rose nach dem Sieg gegen Wolfsburg. Der Konkurrenzkampf führte im Mittelfeld sogar dazu, dass die Fohlen ‚Ibo’ einen Vereinswechsel nahe legten. »Er hatte keine einfache Zeit im letzten Dreivierteljahr. Es ging im Sommer auch einfach darum zu sagen, ob wir nicht einen Vereinswechsel tätigen«, gab Borussias Trainer offen und ehrlich zu. Doch der Guineer fühlt sich sehr wohl am Niederrhein, das ist kein Geheimnis. 

Traoré mit wichtiger Rolle bei den Fohlen

Dafür reicht schon ein Blick auf den Trainingsplatz, denn mit Alassane Pléa, Ramy Bensebaini, Denis Zakaria und nicht zuletzt Marcus Thuram bildet er die stets gut gelaunte ‚French Connection‘ am Borussia-Park. Hier konnte der 32-Jährige nämlich seine menschlich ganz großen Qualitäten ausspielen, denn laut Rose hat er »Marcus Thuram mit integriert und sich sehr ordentlich verhalten und gearbeitet«. 

Geboren im französischen Villepinte gab Traoré also bei Borussia so etwas wie den Integrationsbeauftragten und sorgte nicht zuletzt in der Kabine und abseits des Platzes für gute Stimmung. Auch auf diese Art und Weise kann sich ein Spieler für eine Mannschaft unersetzbar machen, das hat er nun eindrucksvoll gezeigt. 

Roses Qualität mit der Kaderführung 

Sportlich hat er sich auch zu keinem Zeitpunkt aufgegeben, wie Borussias Trainer bestätigt. »’Ibo’ hat sich in der Zeit, in der er wenig bis gar nicht gespielt hat, sehr professionell verhalten.« Ebenfalls wichtig: Offene Kommunikation mit den Spielern. Im Interview mit Wolfsburgs Xaver Schlager, ehemaliger Schützling unter Rose in Salzburg, verriet der Österreicher in einem Exklusiv-Interview mit unserer Redaktion nämlich folgendes über den Trainer und Menschen Marco Rose.

»Er ist ein sehr besonderer Trainer, der es einfach schafft, eine richtig gute Mannschaft aufzubauen. Dabei geht es gar nicht mal primär nur um die Qualität, sondern um das Gefüge innerhalb der Mannschaft. Er kann die Spieler mitreißen und motivieren. Er hat ein großes Talent und Fingerspitzengefühl dafür, den Kader zu moderieren und die Spieler bei Laune zu halten. Das ist nicht immer ganz einfach im Fußball, denn es ist ein sehr hartes Geschäft. Unter ihm bricht kein Spieler weg, jeder bekommt seine Chance, wenn er hundert Prozent gibt und da ist, wenn man ihn braucht.«

Immer ein Teil der Mannschaft 

Und genau dieses Gefühl gab Borussias Trainer auch weiterhin Ibrahima Traoré, Rose glaubte fest an die Qualitäten des 32-Jährigen und wusste, dass sein Zeitpunkt kommen wird. »Es war immer die Rede davon, dass wir jeden brauchen. Heute war ‚Ibo‘ dran und er hat geliefert. Das nötigt mir großen Respekt ab, eine sehr gute Leistung von ‚Ibo‘«, gab Rose dem Stimmungsmacher bei den Fohlen nach dem Wolfsburg-Spiel ein paar tolle Worte mit auf den Weg. 

Traoré war in der Tat ein belebendes Element in der Fohlenelf und legte nicht zuletzt das entscheidende 3:0 für Lars Stindl auf. »Wir haben ‚Ibo‘ Traoré reingeworfen, der seit langem kein Spiel mehr gemacht hat. Er hat ein überragendes Spiel gemacht«, sagte Matchwinner Jonas Hofmann in der ARD-‚Sportschau‘. Dass Traoré nach zuletzt zwei Kurzeinsätzen auf den Punkt da ist, sei »überhaupt nicht selbstverständlich«. 

Und die Chancen für weitere Einsätze von Traoré stehen nicht schlecht: Für Marcus Thuram ist die Saison leider beendet, Alassane Pléa fällt mindestens noch gegen Paderborn aus. Und nach seinem starken Auftritt gegen die ‚Wölfe‘ hat der 32-Jährige neben seinem großen Herzen auch sportlich Argumente für weitere Auftritte im Dress der Fohlen gesammelt…