Gelingt den Borussen gegen Frankfurt endlich die Wende? Foto: Dirk Päffgen

Borussia muss nach drei Niederlagen in Folge schnellstens zurück in die Spur. Helfen könnte dabei ein Sieg im letzten Heimspiel des Jahres gegen Frankfurt. Dabei fordert Adi Hütter im Duell mit seinem Ex-Klub von den Fohlen vor allen Dingen Mut. Lars Stindl und Jonas Hofmann werden fehlen. 

Es war schon erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit RB Leipzig den Fohlen die dritte Niederlage in Folge und vier weitere Gegentore einschenkte. Erneut blieb Borussia Mönchengladbach ziemlich blass und vor allem weit hinter den eigenen Möglichkeiten zurück. »Wir sind sehr unglücklich über die Situation. Wir haben uns in drei Spielen in eine Lage gebracht, die nicht zu erwarten war«, so Adi Hütter zur jüngsten Pleitenserie. 

Es geht jetzt nicht mehr um Einzelschicksale 

Nun müssen die Fohlen »wieder zu den Sachen finden, die wir schon in vielen Spielen gut gemacht haben. Wir dürfen nicht mutlos werden, uns nur zurückziehen und nicht mehr aktiv Fußball spielen. Das ist nicht unser Spiel und auch nicht unser Weg.« Schon Max Eberl sprach am Samstagabend bei seinem Auftritt im ‚ZDF Sportstudio‘ an, dass Einzelschicksale nun nicht mehr zählen und das Wohl des Vereins über allem steht. 

Auch Borussias Trainer griff die Worte von Borussias Sportdirektor, der übrigens der Pressekonferenz am Dienstag fernblieb, auf. »Die individuellen Dinge jedes Einzelnen, das Ego, müssen wir hintenanstellen. Es geht darum, dass wir wieder Spiele gewinnen«, so der Österreicher. Für den 51-Jährigen wird es eine besondere Partie, schließlich stand er drei Jahre an der Seitenlinie der Eintracht. Mut dürfte der Fohlenelf hingegen die Statistik gegen die ‚Adler‘ machen: Die letzten drei Heimspiele konnten die Borussen allesamt für sich entscheiden, dazu sind die Hausherren seit sechs Spielen gegen die Frankfurter ungeschlagen. 

Glaube an die eigene Stärke muss zurückkehren 

Sicher ist aber auch, dass die Statistik alleine keine drei Punkte beschert, das müssen die Akteure nunmal selbst vollbringen. Deshalb fordert Hütter in erster Linie, dass seine Mannschaft wieder den Mut findet um das eigene Spiel umzusetzen. »Das Selbstvertrauen in die eigene Stärke müssen wir uns wieder erarbeiten, das kommt nicht von heute auf morgen. Das können wir nur schaffen, wenn wir alle gemeinsam versuchen, unser Spiel über 90 Minuten durchzuziehen.«

Dass sich die Fohlen mittlerweile näher an einem Abstiegsplatz (zwei Punkte) als an Europa (fünf Punkte) befinden, sollte man laut Hütter »nicht unterschätzen«. Dennoch: »Ich bin überzeugt von der Qualität der Mannschaft und davon, dass wir dort in der Tabelle grundsätzlich nichts verloren haben. Wir müssen uns da hinten wegarbeiten. Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass unser Kader gut genug ist, dass wir uns von diesen Rängen entfernen können.« Worte, denen nun auch endlich Taten folgen müssen, denn auch schon nach der Pleite in Köln sprachen die Fohlen von Wiedergutmachung, das Unterfangen scheiterte bekanntlich kläglich. 

In den letzten beiden Spielen des Jahres geht es für Borussia nun in erster Konsequenz darum, »dass man stehenbleibt und versucht, das Ganze wieder in die richtige Richtung zu bringen.« Zuletzt fehlte der Fohlenelf jegliche Balance im Spiel: In der Defensive stimme angesichts von 14 Gegentreffern herzlich wenig, im Spiel nach vorne stehen auch nur magere zwei Tore in den letzten drei Spielen auf der Habenseite. »Es ist das Allerschwierigste, wenig zuzulassen und vorne drei oder vier Tore zu schießen. Wir haben die Aufgabe, dass wir in erster Linie zu unseren Basics und Prinzipien zurückkommen. Dann werden wir auf der einen Seite unser Tor besser verteidigen und auf der anderen Seite mehr Tormöglichkeiten herausspielen«, so Adi Hütter. 

Mit Kramer, aber ohne Stindl und Hofmann 

Helfen wird dabei Christoph Kramer, der auch emotional wieder ein Faktor sein kann. »Er hat schon signalisiert, dass er wieder topfit ist. Er war für das Spiel gegen Leipzig ein Thema, hat da aber selbst noch gesagt, dass er noch nicht so weit ist. Die Entscheidung, ob er von Anfang an dabei ist, wird zu treffen sein. Auf der Bank wird er sicher sein. Es ist wichtig, dass er wieder zurück ist, weil er mit seiner Erfahrung und als Typ für die Mannschaft sehr wichtig ist«, so Borussias Trainer zur Bedeutung des Weltmeisters von 2014. 

Fehlen werden allerdings Lars Stindl und Jonas Hofmann. Borussias Kapitän fing sich in Leipzig seine fünfte Gelbe Karte ein, Hofmann unterzog sich in diesen Tagen einem Eingriff am Knie. »Dass sie ausfallen, ist sehr bitter. Lars als Kapitän fehlt nur gegen Frankfurt nach seiner fünften Gelben Karte. Jonas, der bis dato unser bester Torschütze ist, fällt mit seinen Problemen am Knie ein paar Wochen aus. Ich hoffe, dass er so schnell wie möglich zurück ist. Mit solchen Situationen sind wir schon das ganze halbe Jahr konfrontiert. Wir müssen in Lösungen denken und die haben wir«, kündigte der Österreicher adäquaten Ersatz an.