Lars Stindl und Marco Rose als Sieger und Verlierer zugleich. Foto: picture alliance/dpa | Carmen Jaspersen

Borussia Mönchengladbach hat am letzten Spieltag die Hausaufgabe mit dem verdienten 4:2-Sieg beim SV Werder Bremen zwar erledigt, stand am Ende aber dennoch als Verlierer da. Das Minimalziel Conference League wurde verpasst, aber nicht erst an der Weser. Es gibt viel zu tun für Max Eberl und Adi Hütter. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von der Kessels GmbH – Schweißen & Gase – aus Mönchengladbach.

Dass man nach dem Schlusspfiff im Weserstadion in durchweg enttäuschte Gesichter schaute, lag auf der Hand. Auf der einen Seite die Bremer, die erstmals nach 1980 wieder den bitteren Gang in die 2. Bundesliga antreten müssen, und auf der anderen Seite die Borussen, die trotz des Sieges ebenso wenig zu feiern hatten. Der Jubiläumssieg in Bremen, es war der 250. Bundesliga-Auswärtssieg, hatte in sofern keinen Wert, weil Max Kruse Union Berlin im Heimspiel gegen RB Leipzig in der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg und damit in die Play-offs zur Conference League köpfte.

Zwei VollGAS-Starts und Yann Sommer ebneten den Sieg

Doch ehe man überhaupt in die Hauptstadt schielen konnte, musste man eben zunächst seine Hausaufgabe an der Weser erledigen. Das hat man ungefährdet erledigt, wenngleich man in den letzten zehn Minuten wieder den Schlendrian einkehren ließ und dem Bundesligaabsteiger aus Bremen noch zwei Geschenke gewährte.

Die frühe Führung durch Lars Stindl, der in Bremen seinen 50. Bundesligatreffer für die Borussen erzielte und in der Endabrechnung auf 14 Saisontore kommt, war so ein Tor, für die diese Analyse stehen soll: Schnelles Umschalten nach Ballgewinn. Gleich mehrere Borussen spielten die nicht nachkommenden Bremer schwindelig, über Marcus Thuram und Stefan Lainer kam die Kugel dann in die Mitte zu Lars Stindl, der den Fuß hinhielt und zum 1:0 vollende.

In der dritten Minute standen da die Weichen schon auf Sieg, weil Bremen das frühe Gegentor zugesetzt hatte. Dass es dann zur Pause 1:0 stand lag vor allem auch an Sommer, der in der 20. Minute mit einer starken Parade gegen Davie Selke klärte. Nach der Pause sorgte ein Blitzstart und gleichzeitiger Doppelschlag für den verdienten Sieg der Borussen. Wieder setzten die Borussen die ballführenden Spieler unter Druck und schalteten nach Ballgewinn blitzschnell um. Dann machte sich Thuram auf die Reise, schüttelte seinen Gegenspieler ab, und vollendete zum torentscheidende 2:0. Ein toller Spielzug der Fohlenelf und eben effektiv – was in dieser Spielzeit viel zu wenig der Fall war.

VollGAS-Enttäuschung hüben wie drüben

Kurze Zeit später legten Ramy Bensebaini und Florian Neuhaus noch zwei nach und schraubten das Ergebnis auf 4:0 hoch. Zum Ende hin ließen die Borussen nach und gewährten Bremen die vorerst letzten beiden Treffer in der 1. Fußball-Bundesliga. Am Ende war der 13. Saisonsieg vereint, hatte aber insofern keinen Wert, weil Union Berlin sein Heimspiel gegen RB Leipzig gewann und somit den zur Conference League berechtigten 7. Platz behielt.

Analyse von Nöten und dann mit VollGAS in die Vorbereitung und neue Spielzeit

Die Borussen schlichen nach dem Schlusspfiff enttäuscht aus dem mucksmäuschenstillen Weserstadion weil sie eben wussten, dass es nicht gereicht hat für Europa. Verspielt haben die Borussen das internationale Geschäft gewiss aber nicht erst an der Weser. Anlehnend an diese Analyse gab es in Summe einfach zu wenig VollGAS-Fußball und Ergebnisse, die unter dem Strich eine internationale Teilnahme verdient hätten.

In der Rückrunde holten die Borussen lediglich 21 Punkte, 16 ab Ende Februar, als Marco Rose seinen Abgang zum BVB verkündet hatte. Das ist einfach zu wenig, um die Ambitionen untermauern zu können. Zwar ist man erneut einstellig, gerade mit diesem Kader wäre aber auch mehr drin gewesen. In diesem Zusammenhang müssen sich bei aller Kritik an Marco Rose auch einige Spieler selbst reflektieren und fragen, warum sie beispielsweise in der Königsklasse geglänzt und es dann in der Bundesliga nicht auf die ‚Platte‘ gebracht haben.

So endete in Bremen eine unter dem Strich enttäuschende Spielzeit, die es nun aufzuarbeiten gilt. Max Eberl und Adi Hütter haben einiges zu besprechen und auch mit Blick auf die Kaderplanung viel zu tun – damit es in der kommenden Spielzeit wieder mit VollGAS weitergehen und einen erfolgreichen Neuanfang geben kann…