Marcus Thuram zeigte zwar vollen Einsatz, das reichte bei Hoffenheim am Ende aber nicht. Foto: Brastic/Päffgen

Borussia schien gegen Hoffenheim dank einer Führung zur Halbzeit voll auf Kurs und zeigte sich gnadenlos effektiv. Anschließend brach die Fohlenelf aber förmlich in sich zusammen und ergab sich ihrem Schicksal und der anschließenden Niederlage. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von der Kessels GmbH – Schweißen & Gase – aus Mönchengladbach.

Griff in die Trickkiste half nicht mehr 

Es war fast schon so etwas wie das kleine Erfolgsgeheimnis: Spielten die Borussen in den vergangenen vier Spielen in den schwarzen Hosen, gab es keine Niederlage. Seit dem Sieg auf Schalke befand sich die Fohlenelf deutlich im Aufwärtstrend, der mit dem 4:0 Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt seinen Höhepunkt erreichte. 

Auch bei der TSG Hoffenheim sah es für Borussia Mönchengladbach in den ersten 45 Minuten so aus, als könnte man auch im fünften Bundesliga-Spiel in Folge ohne Niederlage bleiben. Das lag vor allem an der Tatsache, dass sich die Fohlen unglaublich effektiv zeigten: 41 Prozent eigener Ballbesitz, zwei Schüsse aufs Tor und zwei Tore. Besser konnte man, zumindest in Sachen Effektivität, ein Auswärtsspiel nicht bestreiten. Sicherlich war die Führung etwas glücklich, resultierte aber aus zwei starken Spielzügen. 

Unsere VollGAS-Szenen: Schnelles Umschalten führte zum Torerfolg 

Denn beiden Toren ging jeweils eine Balleroberung voraus, anschließend landete die Kugel im Tor der Hoffenheimer. Beim 1:0 durch Alassane Pléa war es nämlich Stefan Lainer, der sich weit in der eigenen Hälfte gegen Kramaric den Ball resolut eroberte. Anschließend ging es schnell und der Österreicher schickte Marcus Thuram auf die Reise. Die Aktion schien fast schon entschärft, denn Thuram musste sich gleich gegen zwei Hoffenheimer durchsetzen. Dennoch schaffte es der 23-Jährige mit letzter Kraft noch auf Alassane Pléa zu legen, der Oliver Baumann im Tor der TSG verladen konnte. 

Auch der zweite Treffer kurz vor dem Pausenpfiff war schön herausgespielt. Diesmal fing Ramy Bensebaini auf der linken Seite die Kugel ab und leitete durch Alassane Pléa den Konter ein. Erneut war es Marcus Thuram, der sich gegen Stefan Posch stark durchsetzen konnte. Die scharfe Hereingabe an den ‚Fünfer‘ konnte Valentino Lazaro zu seinem zweiten Saisontor nutzen. 

Bruchlandung in der zweiten Halbzeit 

Das war es dann leider auch schon mit den starken Aktionen der Borussen, denn die zweite Halbzeit glich fast schon einem Zerfall. Sicherlich war die Führung bis dato glücklich, aber die Fohlen nutzen die Fehler der Hoffenheimer eiskalt aus. Nach gnadenloser Effektivität folgte also ein heftiger Absturz, denn in Halbzeit zwei war nur noch die TSG eiskalt. 

Binnen 20 Minuten verspielte Borussia die Führung und stand plötzlich mit leeren Händen da. Die Abwehr zeigte sich in diesen Szenen alles andere als sattelfest, die TSG konnte die Tore fast schon mühelos erzielen. Vor allem nach der Niederlage von Bayer Leverkusen am Dienstagabend vergab Borussia fast schon fahrlässig die Chance, bis auf einen Punkt an die Werkself heranzukommen. Die Ausgangslage im Kampf um die Europa League ist daher sehr bescheiden: Bei noch vier verbleibenden Spielen hat die Fohlenelf vier Zähler Rückstand. Deshalb war es umso wichtiger, dass nach dem Spiel Klartext geredet wurde. 

Klare Worte nach Spielende 

Die Mannschaft verschwand, wohl auf Anordnung von Marco Rose, erstmal in der Kabine, doch der tapfere Stefan Lainer stellte sich den Fragen von ‚Sky‘-Reporter Ecki Häuser. Auffällig: Der Österreicher sagte offen und ehrlich seine Meinung und gab eine schonungslose Analyse ab. Bei den eigenen Ansprüchen ist es völlig richtig und wichtig, dass auch mal öffentlich ‚Tacheles‘ geredet wird. 

»Heute haben wir gewisse Tugenden vermissen lassen. Zwar haben wir in der ersten Halbzeit zwei Tore gemacht, aber im Endeffekt war das Spiel ausgeglichen. Wir waren weit weg von einer Dominanz im Spiel. Leider zieht es sich bei uns etwas durch die Saison, dass wir nach sehr guten Spielen etwas nachlassen. Daran müssen wir auf jeden Fall arbeiten«, so der Österreicher. Auch Tobias Sippel sagte: »Es war überhaupt kein gutes Spiel von uns, auch nicht in der ersten Halbzeit. Wir gehen zwar mit 2:0 in Führung, aber keiner wusste so richtig wieso«. 

Schon am Sonntagabend gibt es gegen Arminia Bielefeld eben die Möglichkeit daran zu arbeiten und vielleicht doch noch das kleine Wunder, nämlich die Qualifikation für die Europa League zu schaffen…