Niedergeschlagene Borussen nach der enttäuschenden Pleite gegen den VfB. Foto: Dirk Päffgen.

Borussia Mönchengladbach hat es am vorletzten Spieltag verpasst, eine insgesamt enttäuschende Spielzeit mit dem Erreichen der Play-offs zur Conference League wenigstens einigermaßen versöhnlich zu gestalten. Dieses Ziel ist nun auch gefährdet – weil man sich beim 1:2 gegen den VfB Stuttgart innerhalb von fünf Minuten überlisten ließ. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von der Kessels GmbH – Schweißen & Gase – aus Mönchengladbach.

Man muss nicht lange um den heißen Brei herumreden: Diese Niederlage ist eine VollGAS-Enttäuschung, genau wie der Großteil der bisherigen Spielzeit, und tut weh. Nach der peinlichen 0:6-Klatsche beim FC Bayern München wollten und mussten die Borussen gegen den VfB Stuttgart eine Reaktion zeigen und beweisen, dass sie es besser können und zu Recht ein Wörtchen mitreden um Platz 7. Nach dem Spiel muss man konstatieren: All das ist (leider) nicht gelungen.

Der Sinn dieser Analyse, nämlich vor allem auch die Spielidee von Marco Rose unter die Lupe zu nehmen, ist schon seit langem verloren gegangen. Maximal sind es Ansätze davon, die die Fohlen auf den grünen Rasen bringen. VollGAS-Fußball eben, für den Borussias scheidender Trainer eigentlich steht, war und ist Seltenheitswert. Gegen Stuttgart war das auch so.

Dieser Tempofußball und diese überfallartigen Kontersituationen suchte man gegen die auswärtsstarken Schwaben vergebens – zumindest in dem Maße, wie es die Borussen in ihrem Repertoire haben. Lars Stindl traf quasi mit dem Pausenpfiff zur Führung. Ein Tor, das aus einer Pressingsituation entstand.

VollGAS-Bestrafung des VfB

Nach dem Seitenwechsel gelang es den Borussen in den neuen Heimtrikots dann nicht, die Führung auszubauen und die Siegerstraße zu betonieren. Weil sie eben im Offensivspiel nichts Zwingendes auf den Rasen brachten. Die Strafe dafür folgte dann auf dem Fuße. Als Stuttgart aktiver wurde, ließen sich die Borussen überlisten und kassierten binnen fünf Minuten zwei Gegentreffer. Die Fohlenelf wurde bestraft für eine viel zu passive Herangehensweise und hat es abermals nicht geschafft, eine Führung auszubauen und/oder über die Zeit zu bringen.

Die somit 600. Bundesliga-Niederlage tut weh und ist mit Blick auf Platz 7 besonders bitter. 29 (!) Punkte haben die Borussen in dieser Spielzeit nach Führungen verspielt. Eine unfassbare Punktzahl, mit der man es auch nicht verdient hat, in Europa dabei zu sein. Dazu kommt die eklatante Defensivschwäche. Marco Rose muss sich auch ankreiden lassen, die Mannschaft nicht stabilisiert zu haben. 54 Gegentore sind zu viel für derartige Ambitionen und gab es in dieser Größenordnung zuletzt in der Saison 2017/2018, als man mit 47 Punkten und 52 Gegentoren Neunter wurde. Eine derartige Platzierung „droht“ auch in dieser Spielzeit. Sogar Platz 10 ist möglich – wenn man gegen Werder Bremen verliert und die Mannschaften drumherum gewinnen. Dann ist auch das Ziel Einstelligkeit nicht gelungen. Max Eberl presste nach dem Schlusspfiff auf der Bank sitzend die Lippen zusammen. Ein Symbolbild des Managers, der sichtlich die Faxen dicke hatte. 

Gelingt noch einmal VollGAS in allen Belangen?

Durchaus nachvollziehbar und verständlich. Am letzten Spieltag geht es für die Borussen nun darum, wirklich noch einmal alles, aber auch alles in die Waagschale zu werfen und zumindest erstmal seine Hausaufgabe in Bremen erfolgreich zu gestalten. Die Fohlenelf muss gewinnen und darauf hoffen, dass Julian Nagelsmann mit seinen Leipzigern zum Abschluss bei Union Berlin gewinnt. Zumindest die Statistik der Borussen in Bremen zeigt, dass die Fohlenelf bei den „Stadtmusikanten“ den Ton angeben und als Sieger vom Platz gehen kann. Von den vier letzten Auftritten im Weserstadion gab es 3 Siege und 1 Remis.

Einfach wird das gewiss nicht. Bremen steht als Tabellensechzehnter mit dem Rücken zur Wand und muss gewinnen, um sicher in der Liga bleiben zu können. Die Borussen müssen auch gewinnen, um dann nach Berlin schauen zu können. In Bremen wird sich zeigen, ob die Borussen in der Lage sind, einer solchen Drucksituation stand zu halten. Damit das gelingt, muss man aber total anders auftreten und mehr anbieten, als beispielsweise gegen den VfB Stuttgart. Es ist in allen Belangen noch einmal VollGAS gefordert…