Marco Rose fährt mit einem klaren Matchplan nach München. Foto: Poolfotos/Dirk Päffgen

Noch vier Spiele sind in der Bundesliga zu absolvieren. Borussia Mönchengladbach will aus den letzten Partien das Bestmögliche rausholen und am Ende im besten Fall die Königsklasse erreichen. Dabei gilt es, am Samstagabend beim FC Bayern München nicht leer auszugehen. Gewiss ist die Aufgabe beim stark aufspielenden Rekordmeister keine einfache, aber auch keine unlösbare. Borussias Trainer Marco Rose jedenfalls, fährt mit einem klaren Matchplan an die Isar und kann wohl wieder auf Breel Embolo zurückgreifen.


Wer gegen den FC Bayern München antreten muss, der hat meistens die Außenseiterrolle inne. Auch die Borussen werden am Samstag eher als Außenseiter in die Allianz-Arena fahren, verstecken müssen sie sich da aber gewiss nicht. Denn erstens haben sie den Bayern eine von bisher vier Saisonniederlagen zugefügt und zweitens haben die Borussen seit Sommer 2014 17 Punkte gegen die Bayern geholt – so viele wie kein anderer Verein. 

Auf der anderen Seite hat die Truppe von Trainer Hansi Flick die letzten neun Bundesligaspiele allesamt gewonnen und dabei 32 Tore geschossen. Acht davon gehen auf das Konto von Top-Angreifer Robert Lewandowski, der ebenso wie Top-Vorbereiter Thomas Müller (20 Vorlagen) gelbgesperrt gegen die Fohlen nicht auflaufen wird. Dass das starke Duo, das insgesamt 37 der bisher insgesamt 70 erzielten Tore erzielt hat, fehlen wird, kann man durchaus zumindest als kleinen Vorteil werten.

»Trotzdem ist es der FC Bayern München«

»Schon gewonnen, die drei Punkte sind fest eingeplant. Jetzt muss nur noch Leverkusen auf Schalke patzen und dann denke ich, sind wir so gut wie für die Champions League qualifiziert«, watschte Rose den fragenden Journalisten diesbezüglich etwas ab. Was der 43-Jährige meinte ist natürlich, dass der Rekordmeister nicht einzig und alleine aus diesem Duo besteht.

»Ich wollte bei der Antwort nicht unhöflich sein, aber ich glaube, dass Thomas Müller und Robert Lewandowski natürlich spielbestimmende Spieler in dieser Mannschaft sind«, so Rose. »Trotzdem ist es der FC Bayern München. Man darf erwarten, dass der Kader so aufgestellt ist, dass man diese Spieler für ein Spiel ersetzen kann.«

Dennoch ist klar, dass die Borussen an diesem Abend einen Sahnetag erwischen und alles in die Waagschale legen müssen, um dem FC Bayern ein Bein stellen zu können. Der Rekordmeister hat in der Rückrunde noch kein Spiel verloren (12 Siege, 1 Remis). Die Bayern werden hochmotiviert sein, diese Statistik weiter aufzupolieren, denn bei einem Sieg und einer Niederlage des BVB in Düsseldorf am Samstagnachmittag wäre der nächste Meistertitel unter Dach und Fach.

Europa League sicher, Angriff auf die Königsklasse

Die Borussen hingegen haben nach der Konstellation im DFB-Pokal die Teilnahme an Europa League-Gruppenphase sicher und wollen nun die Champions League angreifen. Ausrutscher darf man sich da nicht mehr erlauben. Im Fernduell mit dem ärgsten Konkurrenten können die Fohlen vorlegen. Bayer Leverkusen, im DFB-Pokalfinale 2020 Gegner der Bayern, spielt am Sonntag auf Schalke. »Es steht fest, dass wir auf jeden Fall in der Europa League-Gruppenphase sein werden. Vier Spieltage vor Schluss ist das ein außergewöhnlich gutes Ergebnis. »Wir haben uns eine sehr gute Ausgangslage geschaffen und werden jetzt an jedem Tag versuchen, das Beste rauszuholen und mutig zu sein, um dann das ganz Große zu schaffen.«

Dazu muss sich die Fohlenelf in München und generell in den letzten Spielen vor allem auch bei Standards mehr zusammenreißen und auf Ballhöhe sein, denn die letzten vier Gegentore kassierte man nach ruhenden Bällen, die letzten drei nach Freistoß-Situationen. »Du brauchst maximale Aufmerksamkeit, um alles weg zu verteidigen. Wenn du mutig bist und Bayern mit und gegen den Ball vor Aufgaben stellst, dann kannst du durchaus immer Möglichkeiten haben. Das Wichtigste ist, dass das Spiel nicht früh entschieden sein darf«, gab Rose den Matchplan vor: »Du musst von Anfang an Mut an den Tag legen und brauchst auch das Quäntchen Glück. Aber vor allen Dingen musst du eben mutig mit und gegen den Ball arbeiten, um tatsächlich etwas mitnehmen zu können.«

Embolo für Plea? Saisonaus für Zakaria

Personell muss Marco Rose vor allem die Ausfälle von Denis Zakaria (Knieoperation ) und Top-Vorbereiter Alassane Plea (Gelb-Rot-Sperre) verkraften. Wer den Franzosen in der Offensive ersetzt, wollte Borussias Trainer nachvollziehbar noch nicht verraten. Womöglich ja Breel Embolo, der für das Spiel in der Allianz-Arena bereit zu ein scheint. »Unsere medizinische Abteilung hat Breel bis hierhin hervorragend hinbekommen. Er hat in dieser Woche das Training stetig gesteigert. Ich glaube wir haben ihn soweit, dass er auf jeden Fall in München eine Option sein kann«, zeigte sich Rose zuversichtlich.

Anders sieht es bei Denis Zakaria aus. Der Schweizer wird nach seiner Knieoperation in dieser Spielzeit nicht mehr für die Borussen auflaufen, das gab Marco Rose bekannt. »Man kann sagen, dass wir tatsächlich keine Chancen mehr sehen. Denis befindet sich in der Reha. Es sieht bis hierhin ganz ordentlich aus, aber trotzdem muss er noch ein paar Schritte machen, Wir wollen bei der Verletzung auch nichts riskieren«, sagte Rose zurecht. Bei Fabian Johnson (muskuläre Probleme) »müsse man abwarten, wie sich die Dinge entwickeln« und Tobias Strobl (Muskelfaserriss) dürfte ohne weiteren Einsatz zum FC Augsburg wechseln.

Aufpassen müssen unterdessen gleich fünf Borussen. Ramy Bensebaini. Nico Elvedi, Breel Embolo, Patrick Herrmann und Lars Stindl haben alle vier Gelbe Karten auf dem Konto und müssen bei der nächsten Verwarnung pausieren.

Die genanten Spieler werden das vielleicht im Hinterkopf haben, aber bei einem Einsatz in München sicherlich nicht mit angezogener Handbremse spielen. Das dürfen die Borussen auch sowieso nicht. Schließlich geht es in die entscheidende Phase und nach der sicheren Teilnahme an der Europa League um die Qualifikation für die Königsklasse. In München muss dazu etwas Zählbares mitgenommen werden. Auf gehts!