Lars Stindl und der VfL mussten sich in Freiburg mit einem Punkt begnügen. Archivfoto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Es bleibt zunächst dabei. Borussia Mönchengladbach kann im Breisgau einfach nicht gewinnen. Am Samstag trennte sich die Fohlenelf beim letzten Auftritt im Schwarzwald-Stadion vom SC Freiburg 2:2-Unentschieden. Breel Embolo und Alassane Plea erzielten die Tore für die Fohlenelf, die nach dem neuerlichen Remis in Freiburg weiterhin den 7. Tabellenplatz belegt und dabei drei Punkte Rückstand auf die Champions League-Plätze hat.

Borussias Trainer Marco Rose standen weiterhin Ramy Bensebaini (positiver Covid-19-Test) und Jonas Hofmann (Muskelbündelriss) nicht zur Verfügung. Dazu mussten auch Nico Elvedi aufgrund einer muskulären Verletzung und Tony Jantschke (Knieprobleme) passen. So vertrat Denis Zakaria den ‚Fußballgott’ auch wie schon in der Champions League. Im Vergleich zur Niederlage in der Champions League gegen Inter Mailand rotierte Rose auf zwei weiteren Positionen: Valentino Lazaro und Marcus Thuram machten Platz für Hannes Wolf und Breel Embolo. Interessant zu beobachten war die Tatsache, dass Kramer in der Innenverteidigung auflief – erstmals wieder seit der Spielzeit 2015/2016. Seinerzeit spielte Kramer für Leverkusen beim 3:0-Sieg gegen Frankfurt in der Innenverteidigung… 

Beim letzten Auftritt der Fohlenelf im Schwarzwald-Stadion, der Sportclub bekommt ein neues Zuhause, gehörte den Gastgebern der erste Abschluss. Demirovic kam nach einem Fehlpass im Gladbacher Sechzehner an den Ball, doch Kramer warf sich rechtzeitig in den Schuss (3.). Auf der Gegenseite lief die in Mist spielende Fohlenelf früh an und setzte den ballführenden Spieler unter Druck. Freiburg hatte so kaum Raum und Zeit, sich zu entfalten.

Glück für die Fohlenelf, die dann plötzlich führt

Allerdings hatten die Fohlen in der Anfangsviertelstunde offensiv noch Ladehemmung. Zwar gab es mehr Ballbesitz und zwei Ecken, aufs Tor kam aber bis dahin kein Abschluss – zumindest nicht gefährlich. Dann hatten die Borussen großes Glück, dass Höler die Kugel im Eins-gegen-Eins gegen Sommer lediglich an den rechten Pfosten setzte (16.). Vorausgegangen war ein Ballverlust der Borussen, nach dem Demirovic direkt umschaltete und die Offensive suchte.

Freiburg machte es gut gegen die Borussen, die sich nach wie vor schwer taten, gegen die engagierten Gastgeber Torchancen zu kreieren. Oftmals gab es im letzten Drittel keinen Abnehmer für die Zuspiele. Doch dann reichte ein toller Umschaltmoment, um sich in Führung zu bringen. Nach Pass von Ginter galoppierten die Fohlen blitzschnell durchs Mittelfeld nach vorne und ließen die Freiburger alt aussehen. Nach tollem Doppelpass mit Stindl tauchte Embolo dann im Strafraum auf und schon die Kugel aus spitzem Winkel zum 1:0 ein (23.).

Freiburg antwortet – und wie

Ein schönes Tor der Borussen und von Embolo, der sich generell sehr agil präsentierte. Wenige Minuten fast die passende Antwort des Sportclub, doch Sommer parierte mit einem klasse Reflex gegen Demirovic (28.). Vier Minuten später war Sommer dann aber erstmals geschlagen. Im Anschluss an eine Ecke war es zunächst Santamaria, der die Kugel per tollem Fallrückzieher  direkt nahm. Im Fünfer bekam der völlig freie Lienhart die Kugel noch die Stirn und köpfte zum 1:1-Ausgleich ein (32.). Hier sahen die Borussen im Abwehrverbund alles andere als gut aus.

Drei Minuten später dann fast die Führung für den Sportclub, doch diesmal köpfte Schlotterbeck nach einer Ecke haarscharf am Gehäuse vorbei (35.). Mittelwelle war der Ausgleich auch verdient für die Freiburger, die ein deutliches Chancenplus hatten. Fünf Minuten vor der Pause war Sommer dann gegen Demirovic zur Stelle (40.).

So ging es mit einem 1:1 in die Pause. Schmeichelhaft für die Fohlenelf, die zwar mehr Ballbesitz hatte, daraus aber Viel zu wenig machte.

Erst die kalte Dusche, dann ein Sahnetor zum Ausgleich

Der zweite Durchgang begann dann mit einer kalten Dusche für die Fohlenelf. Höler setzte in der zweiten Reihe zu einem Dribbling an und wurde von Lainer im Strafraum erwischt. Dass Schiedsrichter Steiler dann auf den Punkt zeigte, war absolut vertretbar. Ex-Borusse Grifo übernahm di Aufgabe, verlud Sommer und netzte zur 2:1-Führung ein (49.).

Lange freuen konnten sich die Gastgeber darüber aber nicht, weil die Fohlen ihren zweiten starken Umschaltmoment nutzen und postwendend zurückschlugen – und wie. Nach einer starken Kombination durchs Mittelfeld kam Plea an die Kugel und hämmerte sich mit Schmackes aus 25 Metern in den Winkel. Ein Traumtor des Franzosen (50.)! Sieben Minuten später versuchte es Stindl, verzog aber deutlich (57.). Wenige Minuten wieder Gefahr durch die Borussen. Embolo setzte sich gegen Günter durch und speilte anschließend in die Mitte, wo Wendt nicht an die Kugel kam (62.).

Die Fohlenelf spielte eine deutlich bessere Halbzeit und legte sich Freiburg in den letzten zwanzig Minuten zurecht und lauerte auf Konter. Dadurch ergaben sich Abschlüsse wie die von Thuram und Bénes (72.). Sechs Minuten später hatten die Borussen zum zweiten Mal das Aluminium auf ihrer Seite, als Grifo lediglich den Pfosten traf (78.). Fünf Minuten vor Schluss hatte dann Joker Petersen die Siegtreffer auf dem Fuß, schaffte es aber, die Kugel im Fünfer über den Kasten zu jagen (85.). Kurz vor Schluss parierte dann Sommer nochmal stark. 

Bei den Borussen kam nicht mehr viel in puncto Abschlüsse gefährliche Abschlüsse – bis auf die Schlussminute. Da hatte Herrmann den ‚Lucky Punch‘ auf dem Fuß, verfehlte das Ziel aber um Haaresbreite (90.).

So blieb es am Ende beim 2:2-Remis, das so in Ordnung geht. Beide Mannschaften hatten die Möglichkeiten, das Duell für sich zu entscheiden. Für die Fohlenelf  indes ein Punkt, mit dem man leben muss und sicherlich auch kann und ein Punkt, der die Borussen in der Tabelle aber nicht weit nach vorne bringt. Allerdings geht es nach wie vor eng zu im oberen Drittel, so dass die begehrten Plätze nach wie vor sehr nah sind.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

SC Freiburg: Müller – Lienhart, Schlotterbeck, Gulde – Schmid, Santamaria, Höler (74. Sallai), Günter – Höler, Grifo (83. Til) – Demirovic (74. Petersen)

Weiter im Kader: Uphoff (ETW), Heintz, Abrashi, Jong, Tempelmann, Schade

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer (64. Lazaro), Kramer, Ginter, Wendt – Zakaria (53. Bénes), Neuhaus – Wolf (64. Thuram), Stindl, Embolo – Plea (79. Herrmann)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Beyer, Lang, Poulsen, Traoré

Tore: 0:1 Embolo (23.), 1:1 Lienhart (32.), 2:1 Grifo (49./Foulelfmeter), 2:2 Plea (50.)

Gelbe Karten: Schlotterbeck, Streich / Thuram

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)

Zuschauer: Fehlanzeige (Schwarzwald-Stadion)