Die Fohlen haben die Champions League jetzt fest im Visier. Foto: Poolfotos/Dirk Päffgen

Borussia Mönchengladbach hat die Pflichtaufgabe in Paderborn souverän gemeistert. Nun haben die Fohlen Platz vier und die damit verbundene Qualifikation für die Champions League fest in der eigenen Hand. Auch wenn die Protagonisten noch vorsichtig waren, im letzten Heimspiel der Saison reicht nun schon ein Unentschieden aus. 

Stindl ein echter Leader

Der 21. Torschuss entschied letztlich die Partie zwischen dem SC Paderborn und Borussia Mönchengladbach. Lars Stindl, ging bei den Ostwestfalen als echter Leader und Kapitän voran, markierte mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt. Der 31-Jährige wusste selbst, wie wichtig seine beiden Tore waren. »Wir wollten heute unsere Aufgabe erledigen und haben natürlich gehofft, dass Leverkusen nicht in Berlin gewinnt. Jetzt haben wir es in der eigenen Hand, darauf freuen wir uns«, so der ‚Capitano‘. 

Dementsprechend waren die Fohlen nach Schlusspfiff erleichtert, denn vor allem in der ersten Halbzeit erwies sich der Absteiger als zäher Gegner. »Paderborn war ein unangenehmer Gegner, damit hatten wir vor dem Spiel gerechnet. Sie haben mutig gespielt und haben bekanntlich schnelle Leute vorne«, sagte der Torschütze zum 1:0, Patrick Herrmann. 

Lob für den Absteiger

Nach dem frühen Führungstreffer kam erstmal nicht mehr so viel von Borussia. Zwar waren die Fohlen deutlich überlegen, doch richtig viele Torchancen sprangen nicht heraus. Trotzdem hatte Marco Rose seine Mannschaft sehr gut aufgestellt, die Fohlenelf drückte in den Anfangsminuten mächtig auf die Tube. Die Paderborner gaben sich aber in Halbzeit eins noch lange nicht geschlagen, immerhin war die Elf vom Niederrhein mit nur einem Treffer in Front. 

»Wir wissen, was Paderborn kann. Ich finde das richtig geil wenn man Letzter ist, mit dem Rücken zur Wand steht aber nicht den Mut verliert«, lobte Christoph Kramer die Ostwestfalen. Der Schlüssel zum Erfolg war aber letztlich eine Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit. »Wir wollten in der zweiten Halbzeit eine gesunde Mischung finden: Vorne das zweite Tor machen und hinten wenig zulassen. Wir hatten auch einen Pfostentreffer und in dieser Phase wurden wir kalt erwischt und bekommen das 1:1. Nach dem Elfmeter haben wir unsere Qualitäten gezeigt und sind glücklich über die Leistung«, fasste Lars Stindl den zweiten Spielabschnitt zusammen. 

Auch Patrick Herrmann wusste, dass das Match mit dem »2:1 gelaufen war«, denn der SCP agierte fortan nur noch mit zehn Spielern. »Als die Paderborner dann auch noch die Gelb-Rote Karte gesehen haben, hatten wir das Spiel endgültig im Griff und haben den Sieg sicher nach Hause gebracht«, meinte auch Yann Sommer. 

Ausfälle wurden wieder kompensiert 

Es war eine gute, aber bei weitem keine perfekte Vorstellung von Borussia Mönchengladbach, das wusste auch Marco Rose. »In bestimmten Phasen haben wir die Souveränität etwas vermissen lassen, das würde ich heute als kleinen Vorwurf anbringen«, ging Borussias Trainer nach dem vorletzten Spieltag in die Analyse. Trotzdem hat seine Mannschaft »einen verdienten Sieg eingefahren«. 

Beeindruckend war auch, wie schon gegen Wolfsburg, dass die Fohlen eine Reihe von Ausfällen wieder sehr stark kompensiert haben. Logisch, dass Marco Rose wusste, dass er sich bei seinen Spielern bedanken durfte: »Uns fehlen zwar ein paar Jungs, aber die Spieler die auf dem Platz sind, machen es herausragend. Trotzdem merkt man allen an, dass die Körner nachlassen.« 

Die Königsklasse zum Greifen nahe 

Deshalb heißt nun in der kommenden Trainingswoche das Zauberwort ‚Regeneration’. Eine kleine Verschnaufpause haben sich die Fohlen definitiv verdient, auch wenn noch nichts gewonnen ist. Trotzdem stand Borussia vor einer Woche im Kampf um die Champions League noch mit dem Rücken zur Wand, jetzt haben sie vor dem 34. Spieltag alle Trümpfe in der eigenen Hand. Noch besser: Selbst wenn Leverkusen gewinnt, reicht der Fohlenelf aufgrund des besseren Torverhältnis gegen Hertha schon ein Unentschieden. Eine sehr komfortable Situation. 

»Am Samstag wollen wir nochmal einen raushauen und unser großes Ziel erreichen, denn wir haben alles selber in der Hand. Wir haben auch noch nichts geschafft, außer dass wir fix für die Europa League qualifiziert sind«, warnte Rose. Schlussmann Yann Sommer verspricht aber schonmal, dass er und seine Kollegen »alle dafür tun werden, in die Champions League zu kommen«.

Auch wenn die Ausgangslage für die Fohlen nahezu perfekt ist, drückte Christoph Kramer in Paderborn noch etwas auf die Euphoriebremse. »Auch für den letzten Spieltag gibt es nur drei Punkte. Nächste Woche brauchen wir die gleiche Mentalität wie auch am ersten Spieltag. Wir können zwar stolz sein, wie wir in dieser Saison gespielt haben, aber wir haben noch ein Spiel vor uns. Die Herangehensweise wird sich aber auf Grund der Ausgangslage im Kampf um Platz vier nicht ändern, wir werden unserem Spielstil auch gegen Hertha treu bleiben.«

Trotzdem hat Borussia mit den starken Auftritten gegen Wolfsburg und in Paderborn bewiesen, dass sie auf dem besten Weg zu einer echten Spitzenmannschaft sind. Denn aus einer Misslage nutzten die Fohlen die Gunst der Stunde und waren auf den Punkt vorbereitet und brachten die nötige Leistung. Mit zwei Siegen im Gepäck sollte auch die letzte Hürde aus Berlin noch genommen werden, dann steht einer erneuten Teilnahme der Königsklasse nichts im Wege und eine herausragende Saison wird veredelt…