RAMY BENSEBAINI WAR MIT EINEM TOR UND EINER VORLAGE SPIELER DES SPIELS. FOTO: POOLFOTOS / DIRK PÄFFGEN

Borussia Mönchengladbach bleibt in der Bundesliga-Tabelle weiter oben dran und ist auf dem besten Wege, sich einen der begehrten Plätze für die Champions League zu sichern. Mitverantwortlich dafür ist der hochverdiente 3:1-Sieg bei Eintracht Frankfurt. Natürlich zeigten sich die Borussen hinterher rundum zufrieden.


Dass die Partie in der aufgrund der bekannten Situation leeren Frankfurter Commerzbank-Arena bereits nach sieben Minuten zugunsten der Borussen entschieden war, lag einzig und alleine am Überfall-Start der Truppe um Trainer Marco Rose. Es dauerte gerade einmal 36 Sekunden, als Alassane Plea seine Mannschaft in Front gebracht hatte. Übrigens – Mit seinem neunten Saisontor hat sich er Franzose in die Geschichtsbücher des Klubs eingetragen, denn es was das zweitschnellste Tor der Borussia-Historie.

Auch der zweite Treffer durch Marcus Thuram kam recht zügig hinterher. In der siebten Minute stellte der Franzose auf 2:0. Ein Blitzstart nach Maß für die Borussen, die das Geschehen in der Folgezeit komplett unter Kontrolle hatten. Ob es denn der Plan gewesen wäre, mit so viel Tempo das Spiel zu beginnen, wollten natürlich die Medienvertreter hinterher von Marco Rose wissen. »Ja logisch. Wir wollten eigentlich noch schneller sein«, schmunzelte Borussias Chefcoach und fügte an: »Natürlich kann man so etwas nicht planen. Es hilft dir natürlich, in so einer Situation schnell in Führung zu gehen und dann direkt eins nachzulegen. Das war ein wichtiger Schritt.«

»Die Situation sehr gut angenommen«

Es war schon beeindruckend, wie seine Mannen der gesamten Situation trotzten und ihren Stiefel mit voller Konzentration und all ihrer Qualität runterspielten. »Nach der langen Pause haben wir die Situation sehr gut angenommen. Ich bin daher sehr stolz auf die Mannschaft. Wir haben versucht alles andere, was wir nicht beeinflussen können, auszublenden, und uns auf das zu konzentrieren, was auf dem Platz passiert«, freute sich Yann Sommer und befand: »Das ist vor allem in den ersten zehn Minuten überragend gelungen. Nach der frühen 2:0-Führung haben wir die Partie kontrolliert und letztlich sicher nach Hause gebracht.«

Woran es keinerlei Zweifel gibt. Endgültig den Deckel auf die Party machte Ramy Bensebaini, der siebzehn Minuten vor Ende einen Foulelfmeter mit einer gehörigen Portion Glück verwandelte. Der Algerier erzielte bereits seinen fünften Saisontreffer und war mit 33,1 km/h der schnellste Spieler auf dem Rasen.

An dem Sieg der Borussen konnte die Eintracht auch nach dem Treffer von André Silva nicht mehr  rütteln, wenngleich es danach noch mal kurzzeitig etwas eng zu werden schien. Unterm Strich war und ist der Sieg verdient. Er hätte sogar noch höher ausfallen können, wenn nicht müssen. »Wir hätten auch noch die Möglichkeiten gehabt, höher zu gewinnen. Hinten raus mussten wir dann nochmal ein bisschen zittern nach dem Gegentor. Aber insgesamt sind wir viel gelaufen und haben anständig Fußball gespielt«, resümierte Rose »Wir wollten unser Spiel auf den Platz bringen und das ist uns phasenweise auch gelungen.«

»Wir sind auf einem guten Niveau«

Tatsächlich haben die Borussen die Idee ihres Trainers gut umgesetzt, Tempo gemacht, die SGE direkt hoch angelaufen und ihr wenig Luft zum Atmen gegeben. »Wir alle wussten nicht so richtig, wo wir stehen, wir sind trotzdem 117 km gelaufen und hatten viele Sprints«, so Rose. »Wir sind auf einem guten Niveau und das Spiel hilft uns in einen Rhythmus zu kommen.«

»Spielerisch war das ein sehr ordentlicher Auftritt von uns. Wir haben sehr gut hinten heraus kombiniert, was im ersten Spiel nach 66 Tagen Pause sicher nicht selbstverständlich ist. Die Basis zu dieser Leistung haben wir in den vergangenen Wochen gelegt«, sagte Jonas Hofmann. »Wir sind immer am Ball geblieben, haben uns nie zurückgelehnt und immer Gas gegeben.«

In der Tat. Für die Borussen war es wichtig, unter diesen Umständen so aus den Startlöchern zu kommen und gleich ein Signal an die Konkurrenz zu geben. »Wir wollten unbedingt mit einem Sieg starten, um mit einem positiven Gefühl in die letzten Spiele zu gehen. Das haben wir sehr gut hinbekommen«, freute sich Hofmann.

Bigpoints gegen Leverkusen warten

Mit nun 52 Punkten hat die Fohlenelf bereits 15 Punkte Vorsprung auf Platz 7 und wird auch nach Abschluss des 26. Spieltags auf einem Champions League-Platz bleiben. Und in der kommenden Woche kann man dann im Heimspiel gegen Leverkusen dahingehend einen ernsthaften Konkurrenten weiter abschütteln. »Jetzt sind noch acht Spiele zu absolvieren. Die Ausgangslage ist gut, aber es liegt noch viel Arbeit vor uns«, weiß Sommer und Marcus Thuram sieht es ähnlich: »Wir haben drei Punkte geholt, aber wir müssen noch acht Partien absolvieren, also werden wir uns jetzt auf unser nächstes Spiel nächste Woche gegen Leverkusen konzentrieren.«

Nach dem Auftritt in Frankfurt jedenfalls, darf und kann man durchaus guter Dinge sein, dass die Borussen auch im leeren beziehungsweise mit Pappfiguren „gefülltem“ Borussia-Park diese Aufgabe meistern werden. Man hat nun zwei Geisterspiele in Folge gewonnen und ist gewappnet für den Schlussspurt in der Bundesliga. »Wir haben versucht, das so normal wie möglich anzugehen, auch wenn es unter diesen Bedingungen keinen allzu großen Spaß macht«, so Rose. »Aber das Wichtige ist, dass wir Bock hatten, Fußball zu spielen, auch wenn wir ohne Fans auskommen mussten.« Genau das war in Frankfurt zu sehen.