Marco Rose möchte sich nicht auf den jüngsten Erfolgen ausruhen. Foto: Heiko van der Velden/amufuma.de

Zurück in den Liga-Alltag: In Leverkusen wartet auf Borussia Mönchengladbach vor der Länderspielpause eine knifflige Aufgabe, schließlich geht es bei der Werkself wieder ums internationale Geschäft. Und gerade den Rückenwind aus Donezk müssen die Fohlen jetzt mitnehmen, auch wenn Marco Rose vor zu großer Euphorie warnt. 

Borussia muss wieder liefern 

Es liegen bewegende Tage hinter Borussia Mönchengladbach: Zuerst schlug die Fohlenelf Leipzig im Borussia-Park mit 2:1, nur drei Tage später fegte Gladbach Schachter Donezk auswärts in Kiew mit 6:0 vom Platz. »Erfolge sind wichtig für die Mannschaft. Und Lob nehmen wir gerne an. Dennoch haben wir hinter die beiden Siege gegen Leipzig und Donezk einen Haken gesetzt. Die nächste, schwierige Aufgabe, die nun auf uns zukommt, heißt Leverkusen. Da müssen wir wieder aufs Neue liefern«, warnt Marco Rose. 

Borussias Trainer weiß eben auch, dass die Partie bei der Werkself eine ganz andere wird, vor allem weil es schon in der letzten Saison ein enges Duell um Platz vier gab. Auch jetzt könnte Borussia mit einem Sieg an dem rheinischen Rivalen in der Tabelle vorbeiziehen, bei einem Patzer von Leipzig gegen Freiburg winkt sogar noch Rang drei. 

Kampf um Platz vier 

»Wir dürfen uns nicht darauf versteifen, dass der Kampf um Platz vier ein Zweikampf zwischen Leverkusen und Gladbach wird. Es ist ein Kampf von sechs oder sieben Mannschaften, um die oberen Plätze. Dem sind wir uns bewusst und dem stellen wir uns auch«, sagte Max Eberl auf der Pressekonferenz über die Konstellation in der Tabelle. 

Dass Bayer nicht mal eben im Spaziergang abgefertigt wird, ist am Niederrhein ohnehin jedem klar. Vor allem auch, weil die Leverkusener die letzten drei Bundesliga-Spiele alle gewannen. »Bayer besitzt einen personell hervorragend bestückten Kader und hat in Patrik Schick auch einen sehr starken Spieler hinzugeholt«, hob Rose Bayers Neuzugang besonders hervor. Doch am Sonntagabend »treffen zwei sehr gute Mannschaften aufeinander, die in Form sind«. Deshalb geht es für Borussia darum, »dagegen zu halten und die Intensität der Leverkusener aufzunehmen«. 

Knifflige Aufgabe vor der Länderspielpause 

Für beide Teams geht es nach kräftezerrenden Englischen Wochen vor der Länderspielpause nochmal darum, alles in die Waagschale zu werfen und den Platz in der oberen Tabelle zu festigen. »Es steckt eine große Qualität in der Mannschaft. Es wird eine große Herausforderung, in Leverkusen zu bestehen«, ist sich Rose der Aufgabe bewusst. Zwar haben die Fohlen das letzte Aufeinandertreffen im Borussia-Park mit 1:3 verloren, dafür konnte Borussia aber die letzten beiden Begegnungen in der BayArena gewinnen. 

Sicherlich hat sich Marco Rose mit seinem Team einen ausgereiften Matchplan einfallen lassen, was die Fohlen am Sonntag aber letztlich erwartet, weiß natürlich auch Borussias Trainer noch nicht. »In Leverkusen wissen wir nun noch nicht, was auf uns zukommt. Vielleicht orientiert sich Bayer an seinem letzten Spiel hier in Mönchengladbach. Leverkusen kann man aber auch mit Donezk vergleichen. Beide Mannschaften spielen ein 4-3-3-System, sind sehr ballsicher, verlagern viel und versuchen den Gegner auseinanderzuziehen, um Räume zu finden. Die Werkself agiert dabei aber mit viel mehr Intensität und Tempo auf dem Flügel.« Heißt also auch, dass auf Ramy Bensebaini und Stefan Lainer auch defensiv einiges an Arbeit zukommt. 

Nahezu alle Spieler an Bord 

Ansonsten kann Rose, bis auf Andreas Poulsen (Schulterverletzung), nahezu aus dem Vollen schöpfen. »Patrick Herrmann hatte in der Ukraine leichte muskuläre Probleme, bei ihm sieht es Stand jetzt aber gut aus. Ibrahima Traoré hat sich bei seinem Kurzeinsatz in Kiew gegen Donezk etwas an den Adduktoren eingefangen, aber auch da gab es bereits Entwarnung. Mamadou Doucouré hatte zuletzt leichte muskuläre Probleme und war deswegen etwas Kürzer getreten. Inzwischen ist er aber im Mannschaftstraining wieder fix dabei. Dennoch wissen wir bei Mams’ Geschichte, dass wir immer ein Auge darauf haben müssen«, so Borussias Trainer zur personellen Situation. Zwar ist Denis Zakaria mittlerweile wieder im Training, ob die Fohlen den Schweizer mit einem gewissen Restrisiko noch vor der Länderspielpause auf den Platz schicken wollen ist unklar. 

Klarer hingegen ist die Tatsache, dass sich die harte Arbeit in der Saisonvorbereitung, vor allem im Fitnessbereich, so langsam aber sicher auszahlt. »Grundsätzlich sind wir durch die vergangenen Wochen aber sehr gut durchgekommen. Uns steht nahezu der komplette Kader zur Verfügung. Das spricht für den Fitness-Zustand der Mannschaft und für die Arbeit, die im Sommer in der Vorbereitung gemacht wurde«, so Rose. 

Nach der kurzen Verschnaufpause »erwartet die Spieler ein harter Block mit vielen Englischen Wochen«. Apropos: Eine Pause wird Marcus Thuram in diesen Tagen nicht haben, denn der Franzose wurde erstmals für die Equipe Tricolore nominiert. »Wir freuen uns über jeden Nationalspieler, den wir neu in unseren Reihen haben. Das bestätigt die Arbeit der Mannschaft und des Vereins. Wir freuen uns für Tikus, dass er erstmals bei der französischen A-Nationalmannschaft dabei ist und wir denken, dass er sich das verdient hat«, freut sich Rose mit dem Franzosen.