0:0! Fohlenelf nimmt einen Punkt aus Wolfsburg mit

Nullnummer: Die Wölfe und Fohlen trennten sich torlos 0:0. Foto: picture alliance / HMB Media | Scott W. Coleman

Torlos trennte sich Borussia Mönchengladbach am Samstagnachmittag vom VfL Wolfsburg. Für einen guten Auftritt vor der Pause belohnten sich die Fohlen nicht, ehe man im zweiten Abschnitt völlig untertauchte. Aufgrund des Sieges von Heidenheim gegen St. Pauli ist der Klassenerhalt aber in greifbarer Nähe. Jens Castrop sah in der Nachspielzeit die Rote Karte.

Borussias Trainer Eugen Polanski hatte gegen Mainz nahezu alle Mann an Bord. Lediglich Tiago Pereira Cardoso, Tim Kleindienst (beide Aufbautraining) und Kevin Diks (muskuläre Probleme) standen nicht zur Verfügung. Im Vergleich zum Remis gegen Mainz gab es zwei Änderungen: Franck Honorat erhielt den Vorzug vor Hugo Bolin und Fabio Chiarodia ersetzte den verletzten Diks in der Dreierkette.

Guter Beginn der Fohlen

Bei traumhaften Wetter dauerte es keine Minute, ehe die Fohlen den ersten Torschuss abgaben. Stöger bekam an der Strafraumkante den Ball und zog direkt ab – zwei Meter rechts vorbei (1.). Eine Minute später entschärfte Wölfe-Keeper Grabara den Schuss von Honorat aus spitzem Winkel (2.). Allerdings stand der Franzose bei Chiarodias Zuspiel im Abseits.

Dann meldete sich auch der heimische VfL erstmals zu Wort. Nach einem Angriff klärte Elvedi stark gegen Amoura (3.). Kurze Zeit später die erste Ecke für die Borussen. Tabaković ließ  Koulierakis im VfL-Strafraum mit einer starken Ballbehandlung stehen, scheiterte dann aber an einem Wolfsburger Bein. Die anschließende Ecke brachte nichts ein (7.). Es war ein guter Beginn der Fohlen. Sie liefen druckvoll an und verschoben das Spiel in die Hälfte der Wölfe.

Erst Nicolas, dann Grabara

Nach einer Viertelstunde war Nicolas dann mit einer starken Parade zur Stelle, als er den Schuss von Amoura parierte (16.). Auf der Gegenseite konnte sich Keeper Grabara auszeichnen, als er den Schuss von Scally zur Seite abwehrte, den Nachschuss setzte Castrop knapp neben das Tor (19.). Die Fohlenelf  dominierte inzwischen komplett das Spiel und hatten deutlich mehr Abschlüsse. Da aber keiner dieser saß, stand es nach wie vor 0:0.

Tabaković probierte es dann mal aus 30 Metern, Grabara wehrte zur Ecke ab, die im Anschluss nichts einbrachte (29.). Zwei Minuten später kam Wimmer im Strafraum zu Fall, für Schiedsrichter Stieler war das aber zu wenig (31.). Die Borussen kamen weite zu guten Abschlüssen, nutzten sie aber nicht. Erst letzter Scally die Kugel haarscharf am langen Pfosten vorbei (35.), ehe Tabaković aus kurzer Distanz etwas in Rücklage über das Gehäuse schoss (37.). Zwei Minuten vor der Pause setzte Amoura die Kugel nur knapp neben den rechten Pfosten (43.).

So ging es torlos in die Kabinen. Aus Sicht der Borussen zu wenig, waren sie doch spielbestimmend, hatten deutlich mehr Ballbesitz und die besseren Abschlüsse (10:3 Torschüsse). Nutzen konnte man aber eben keinen. Dennoch war es ein guter Auftritt er Borussen gegen Wölfe, die kaum Luft zum Atmen hatten.

Wölfe mit der ersten Möglichkeit nach Wiederanpfiff

Ohne Wechsel auf beiden Seiten ging es in den zweiten Abschnitt. Die erste Möglichkeit hatten dann die Wölfe. Wimmer und Zehnter waren sich in der Gefahrenzone völlig frei aber uneins, so dass Nicolas zupacken konnte (48.). Kurz zuvor lag Scally nach einem Zusammenprall mit dem Kopf kurzzeitig auf dem Boden, konnte aber weitermachen.

Apropos machen: In den Anfangsminuten waren es die Wölfe, die gut in die zweite Hälfte gekommen warne und deutlich mehr taten, als in Hälfte eins. Doch auch nach einer Stunde stand noch die Null auf der Anzeigetafel.

Die Zeit plätschert dahin

Immer noch führte Heidenheim zuhause gegen St. Pauli, was den Vorsprung auf Platz 16 auf sechs Punkte würde anwachsen lassen. Ansonsten gab es aus Wolfsburg wenig zu berichten in dieser Phase. Beide Teams strahlten kaum Torgefahr aus, so dass es zu keinen nennenswerten Abschlüssen kam. 

Es blieb auch in den letzten zwanzig Minuten ereignisarm. Vor allem auch von den Borussen kam rein gar nichts mehr. Polanski versuchte dann nochmal von der Bank frische Impulse zu setzen und brachte Hack und Reyna (77.).

Platzverweis für Castrop

Auch in oder Schlussphase verschwanden die Fohlen komplett zum Radar. Und dann wäre beinah die Quittung für den Auftritt gekommen. Nach einer Hereingabe kam Kumbedi am zweiten Pfosten an den Ball und zog direkt ab, schoss aber rechts am Tor vorbei (79.). Im Gegensatz zur 1. Hälfte waren die Wölfe nach der Pause der Führung nährt. 

Am Ende gab es weder für die Wölfe, noch für die Fohlen den Lucky-Punch. Allerdings musste Castrop nach einem Foulspiel an Koumbedi mit glatt Rot vom Platz und dürfte zwei Spiele fehlen. Ob man dafür Rot geben kann, ist diskussionswürdig. 

Nach einer guten ersten und einer schwachen zweiten Hälfte nehmen die Borussen einen Punkt mit aus Wolfsburg und sind seit nunmehr fünf Spielen sieblos. Da aber Heidenheim mit gegen St. Pauli 2:0 gewinnen konnte, ist der Punkt für das Ziel Klassenerhalt ein guter Schritt in diese Richtung…

 Die Kurzstatistik zum Spiel:

VfL Wolfsburg: Grabara – Belocian, Varo, Koulierakis – Mæhle, Vinicius Souza, Eriksen, Zehnter (70. Kumbedi) – Wimmer, Amoura (70. Daghim) – Pejčinović

Auswechselbank: Pervan (ETW), Jenz, Arnold, Gerhardt, Majer, Shiogai

Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Sander, Elvedi, Chiarodia (90.+2 Takai) – Scally, Reitz, Engelhardt, Castrop – Stöger (77. Stöger), Honorat (77. Hack), Tabaković (89. Machino)

Auswechselbank: Olschowsky (ETW), Ullrich, Bolin, Mohya, Neuhaus

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten: Daghim / Chiarodia, Reitz, Hack

Rote Karte: Castrop (90.+1, grobes Foulspiel)

Bes. Vorkommnis: Keine

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Sölden/Schwarzwald)

Zuschauer: 27.947 (Volkswagen Arena)