Borussia Mönchengladbach musste erneut eine späte Niederlage fressen. Am Sonntag unterlagen die Fohlen beim VfL Wolfsburg und büßten dadurch die Tabellenführung ein. Maximilian Arnold sorgte in der Nachspielzeit für den nicht unverdienten Sieg der ‚Wölfe‘.

Borussias Trainer Marco Rose hatte auch in der Autostadt nahezu alle Mann an Bord. Lediglich Torben Müsel (arthroskopischer Eingriff im Knie) und Andreas Poulsen (Bänderriss im Sprunggelenk) standen weiterhin nicht zur Verfügung. Im Vergleich zur Niederlage gegen den Istanbul Başakşehir FK rotierte Rose abermals fünfmal. Ramy Bensebaini, Tobias Strobl, Jonas Hofmann, László Bénes und Alassane Plea bekamen den Vorzug vor Oscar Wendt, Denis Zakaria, Christoph Kramer, Florian Neuhaus, Patrick Herrmann. Unterdessen stand Strobl erstmals in dieser Spielzeit in der Bundesliga-Startelf. 

Die erste mehr als gute Möglichkeit des Spiels gehörte den ‚Wölfen‘. Joao Victor nahm links am Strafraum Maß und zimmerte die Kugel an den Pfosten (5.). Glück für die Borussen, die in den ersten Minuten noch nicht ganz wach zu sein schienen. Anders die Gastgeber, die weiter nach vorne marschierten. Mbabu trieb das Leder nach vorne, aber Ginter hatte aufgepasst (6.). Kurze Zeit später setzte Victor die Kugel am Tor vorbei (7.).

Wolfsburg geht verdient in Front, Fohlen antworten direkt

Die ‚Wölfe‘ zeigten sich in der ersten Viertelstunde sehr bissig und stellten die Borussen vor einige Aufgaben. Dass die Hausherren dann zunächst in Führung gingen, war völlig verdient. Roussillon setzte sich auf links durch, tunnelte noch Lainer, und spielte dann in die Mitte zu Schlager, der die Kugel für Sommer nicht gänzlich unhaltbar im linken Eck zum 1:0 versenkte (13.). allerdings hätte dieser Treffer aufgrund Abseitsstellung nicht zählen dürfen. Im „Kölner Keller“ wurde diese Szene nicht überprüft.

Die Fohlenelf ließ sich von dieser kalten Dusche aber nicht einschüchtern. Im Gegenteil. Nur 85 Sekunden später schlug sie zurück. Nach Flanke von Plea stand Embolo am langen Pfosten völlig frei und traf Volley zum 1:1-Ausgleich (15.). Ein Ausgleich, über den die Borussen zu diesem Zeitpunkt sehr froh sein konnten, denn die Gastgeber hatten die besseren Abschlüsse inklusive Pfostentreffer und waren richtig gut im Spiel.

In der Folgezeit nahm sich die Partie einer kleine Auszeit, beide Teams schnauften nach der temporeichen Anfangsphase erstmal durch. Mittlerweile war die Fohlenelf dann auch besser im Spiel. Dann mal wieder eine Möglichkeit für die ‚Wölfe‘. Knoche setze zum Kopfball an, Sommer war zur Stelle (33.). Es ging mit einem Remis in die Kabinen. Die Borussen waren damit gut bedient, denn die Hausherren waren im ersten Durchgang die bessere Mannschaft.

Gute Möglichkeiten hüben wie drüben

Zur zweiten Halbzeit nahm Marco Rose einen Wechsel vor und brachte Jordan Beyer für Lainer, der sich vor der Pause im Duell gegen Roussillon weh getan hatte. Unterdessen hatten die Gastgeber auch nach Wiederanpfiff die erste Möglichkeit. Weghorst kam zum Schuss, zielte aber etwas zu hoch (47.). Kurze Zeit später kam Bensebaini Roussillon zuvor (49.). Auf der Gegenseite hatte Thuram die erstmalige Führung auf dem Fuße, scheiterte im Eins-gegen-Eins aber am stark parierenden Casteels (52.). Wenige Minuten später versammelte Arnold (56.). Dann zog Plea trocken ab, Casteels konnte den Flatterball unorthodox mit den Füßen abwehren (57.). Zwei Minuten später Victor bei seinem Schuss nur Zentimeter (59.), eher Arnold die Kugel an den Pfosten hämmerte (60.) und Sommer den Kopfball von Brooks entschärfte (61.).

Arnold trifft Fohlenelf mitten ins Mark

Auch in der Schlussviertelstunde blieb die Partie spannend. Es gab vielversprechende Angriffe, in einen Torerfolg mündeten diese aber nicht. Dann sah es eigentlich nach einem Remis aus, mit dem vor allem die Borussen gut hätten leben können, aber dann kam es anders… In der ersten Minute der Nachspielt unterlief Beyer ein folgenschwerer Fehler. Seine Fußabwehr in der eigenen Hälfte kam genau in die Füße von Arnold, der die Kugel völlig frei direkt nahm und zum 2:1 in den Maschen versenkte (90.+1).

Kurz darauf war Schluss in der Volkswagen-Arena und die Borussen warne geschlagen. Abermals mussten sie einen späten Nackenschlag hinnehmen. Unter dem Strich ist der Sieg verdient für die ‚Wölfe‘, während sich die Borussen nun erneut aufrichten müssen. 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

VfL Wolfsburg: Casteels – Knoche, Guiavogui, Brooks – Mbabu, Schlager (77. Gerhardt), Arnold, Roussillon – Steffen, Joao Victor (87. Klaus) – Weghorst

Weiter im Kader: Servan (ETW), Bruma, Octavio, William, Brekalo, Rexhbecaj, Ginczek

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer (46. Beyer), Ginter, Elvedi, Ramy Bensebaini – Strobl, Hofmann – Bénes (77. Stindl) – Plea, Embolo, Thuram (72. Herrmann)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Jantschke, Wendt, Kramer, Neuhaus, Raffael

Tore: 1:0 Schlager (13.), 1.1 Embolo (15.), 2:1 Arnold (90.+1)

Gelbe Karten: Brooks, Roussillon, Schlager / Embolo, Strobl, Beyer

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Zuschauer: 25.580 (Volkswagen-Arena)