Es bleibt dabei. Borussia Mönchengladbach kann gegen Borussia Dortmund einfach nicht gewinnen. Die Fohlenelf unterlag dem BVB am Samstagabend im Top-Spiel, des 25. Spieltags mit 1:2. Bitter und schade zugleich, denn die Rose-Truppe hatte der Namenscousine mehr als Paroli geboten. Der formstarke Lars Stindl hatte zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen.

Borussias Trainer Marco Rose musste gegen den BVB lediglich auf Keanan Bennetts (Muskelverletzung) verzichten. Somit stand auch Marcus Thuram nach seiner Kniereizung zur Verfügung. Doch der Franzose nahm zunächst auf der Bank Platz, Alassane Plea begann in der Offensive. Dazu bekam Christoph Kramer den Vorzug vor Tobias Strobl. Ansonsten lief personell exakt die Elf auf, die in der Vorwoche gegen den FC Augsburg begonnen hatte. Allerdings ließ Rose wieder mit einer Dreierkette, bestehend aus Denis Zakaria, Matthias Ginter und Nico Elvedi agieren.

Fohlenelf hat die Chancen, doch Dortmund trifft

Die Fohlenelf legte gleich gut los und galoppierte nach vorne. Hoffmann brachte eine scharfe Flanke in den Strafraum, wo Piszczek rechtzeitig zur Stelle war (2.). Vier Minuten später hatte Lainer die Führung auf dem Fuße, aber Bürki war auf dem Posten (6.). Eigentlich waren die Borussen gut dabei und am Drücker, aber das Tor erzielte der BVB. Haaland trieb die Kugel mit Tempo nach vorne und steckte durch durch zu Hazard. Der Ex-Borusse schlug einen Haken und netzte dann ins lange Eck zum 1:0 ein (8.).

Bensebaini verpasst Ausgleich, Zakaria muss verletzt raus

Ein Tor wie aus dem Nichts für den BVB. Die Gladbacher Borussen hatten in der Folgezeit etwa Mühe, die passende Antwort auf den Rückstand zu finden. Dann aber gab’s die Riesenchance zum Ausgleich, aber Bensebaini traf lediglich die hintere Torstange (22.). Mittlerweile hatten sich die Fohlen vom Gegentreffer gut erholt, suchten die Offensive und setzten Nadelstiche. Dann musste Marco Rose den ersten Wechsel vornehmen. Nach einem Zusammenprall mit Sommer musste Zakaria humpelnd den Platz verlassen, Jantschke kam in die Partie (36.).

Vier Minuten später bediente Bensebaini Plea im Zentrum. Der Angreifer zog direkt ab und zwang Bürki zu einer starken Parade (40.). In der Nachspielzeit hätte es dann nach einem Ellebogenstoß von Zagadou an Kramer gut und gerne Strafstoß geben können, doch Sascha Stegmann ließ die Pfeife stumm und auch überprüft wurde diese Szene nicht. So ging es aus Sicht des BVB mit einer doch schmeichelhaften Führung in die Kabinen. Denn die Fohlenelf spielte stark auf und hatte auch die besseren Möglichkeiten. 

Stindl sorgt für den verdienten Ausgleich

Die Fohlenelf hatte sich in der Kabine etwas vorgenommen für die zweite Halbzeit. Und das fruchtete dann auch fünf Minuten nach dem Seitenwechsel. Nach einer Ecke von Hofmann bediente Plea Stindl, der die Kugel verlängerte und zum vielumjubelten 1:1-Ausgleich einschob (50.). Und der war sowas für die Rose-Truppe, die weiter Gas gab.  Dann forderten die Borussen Elfmeter, nach dem Can die Kugel an die Hand bekommen hatte. Doch der Arm des Nationalspielers war angelegt, richte Entscheidung (54.). Dann nahm Rose einen weiteren Wechsel vor und brachte Thuram für Neuhaus (65.). Und auch Lucien Favre auf der Gegenseite wollte mehr und brachte Sancho für Brandt.

Hakimi bringt BVB auf die Siegerstraße

Mittlerweile war es ein wahres Spitzenspiel. Beide Teams wollten den Sieg und agierten auch so. Erst war Sommer gefordert und klärte gegen Haaland (62.) und dann mit einer starken Parade gegen  Hazard (64.). Vier Minuten später kam Jantschke dem einschussbereiten Haaland mit einer Grätsche zuvor (68.). Die Fohlenelf war gut dabei, doch wieder traf der BVB. Hakimi schnappte sich die Kugel, tunnelte Sommer und vollendete zum 2:1 ins linke untere Eck (77.). Zwei Minuten später hatte der VfL dann Glück, dass Sancho lediglich das Aluminum traf (79.). 

Auf der Gegenseite musste die Fohlenelf nun natürlich viel mehr riskieren. Rose wusste das natürlich und brachte mit Embolo einen zusätzlichen Angreifer. Und der Schweizer hätte sich beinah gut eingefügt, doch er verfehlte das Ziel nur um Millimeter (82.). Die Fohlenelf steckte in den Schlussminuten nicht auf und versuchte alles, doch am Ende hat es nicht sollen sein. Es blieb beim 2:1-Sieg des BVB, der somit auch im 10. Duell in Folge die Oberhand behielt und alle Punkte mitnahm.

Schade und bitter zugleich für die Fohlenelf, die dem BVB deutlich Paroli geboten hat und auf Augenhöhe begegnet ist. Aber den Unterschied hat an diesem Tag die Chancenverwertung gemacht. Die Borussen müssen sich nun kurz schütteln und dann am Mittwoch im Nachholspiel gegen den 1. FC Köln gewinnen, um sich dann wieder vor Bayer Leverkusen auf einen Champions League-Platz zu kämpfen.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Zakaria (36. Jantschke), Ginter, Elvedi – Lainer, Kramer (77. Embolo), Neuhaus (65. Thuram), Bensebaini – Hofmann, Stindl – Plea

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Jantschke, Wendt, Strobl, Johnson, Herrmann, Raffael

Borussia Dortmund: Bürki – Piszczek, Hummels, Zagadou – Hakimi, Can, Witsel, Guerreiro – Brandt (66. Sancho), Hazard (82. Reyna) – Haaland (90.+ Akanji)

Weiter im Kader: Hitz (ETW), Schulz, Schmelzer, Balerdi, Dahoud, Götze

Tore: 0:1 Hazard (8.), 1:1 Stindl (50.), 1:2 Hakimi (71.)

Gelbe Karten: Kramer, Bensebaini, Ginter, Lainer, Neuhaus / Witsel, Zagadou, Can, Sancho, Guerreiro

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)

Zuschauer: 53.877 (Borussia-Park, ausverkauft)