Borussia Mönchengladbach hat das 90. Bundesliga-Derby gegen den 1. FC Köln mit 2:1 gewonnen und schiebt sich nach dem neunten Heimsieg der Saison wieder vor Bayer Leverkusen auf den vierten Tabellenplatz vor. Breel Embolo und Jorge Meré per Eigentor sorgten für den verdienten Sieg der Borussen. Für den FC verkürzte Mark Uth.


Borussias Trainer Marco Rose musste im Geisterderby weiterhin auf Keanan Bennetts (Muskelverletzung). Dazu standen Denis Zakaria (Hüftverletzung) und Florian Neuhaus (Gelbsperre) nicht zur Verfügung. Im Vergleich zum Heimspiel gegen den BVB nahm Rose insgesamt fünf Änderungen vor: Oscar Wendt, Tobias Strobl, Patrick Herrmann, Breel Embolo und Marcus Thuram spielten für Ramy Bensebaini, Denis Zakaria, Florian Neuhaus, Jonas Hofmann und Lars Stindl. Zudem ließ Rose gegen den rheinischen Rivalen wieder mit einer Viererabwehrkette spielen. 

Das Spiel hatte von den Umständen her irgendwie Testspielcharakter wie im Trainingslager oder wie am Sonntagmorgen bei einem Jugendspiel und musste erstmal mit der Situation klarkommen. Denis Aytekin hatte schon angepfiffen, wurde dann aber erstmal zurückgepfiffen – etwas zu früh. Beim zweiten Versuch klappte es dann und es konnte losgehen.

Guter Beginn beider Teams

Jedes Wort der Akteure war zu hören und hallte durch das leere Stadion. Derweil gehörte dem FC der erste Abschluss. Kainz zog aus der zweiten Reihe, setzte die Kugel aber neben das Tor (2.). Zwei Minuten später brachte die erste Ecke durch Wendt nichts ein (4.). Der außergewöhnlichen Atmosphäre zum Trotz besuchten beide Teams nicht lange, um in die Gänge zu kommen. Die Fohlenelf hatte in der Anfangsphase mehr Ballbesitz und suchte nach Lücken bei den Gästen, die aber gut standen. Dann versuchte es Thuram nach Flanke von Herrmann, doch dem Versuch fehlte Schmackes (7.). Auf der Gegenseite war Sommer gegen Cordoba auf dem Posten (9.). Fünf Minuten später hatte Horn keine Probleme mit dem Schuss von Plea (14.).

Embolo trifft wie aus dem Nichts

Generell tat sich die Fohlenelf aber schwer gegen den FC, der es richtig gut machte und wenig bis gar nichts zuließ. Dann aber fand die Fohlenelf die passende Lücke und brachte sich in Front. Nach einem schönen Pass von Herrmann aus dem Zentrum nahm Embolo die Kugel direkt und netzte zur 1:0-Führung ein (32.). Ein Tor wie aus heiterem Himmel und ein Nackenschlag für den 1. FC Köln, der das erstmal verdauen musste. Viel passierte nicht mehr bis zum Pausenpfiff, so dass es bei der knappen Führung für die Borussen blieb. Ansonsten war es eine erst Halbzeit ohne Emotionen und ein Derby ohne Salz in der Suppe, wie es Marco Rose im Vorfeld gesagt hatte.

Chancen auf beiden Seiten

Nach dem Seitenwechsel gehörte den Borussen, die unverändert zurück kamen, der erste Abschluss. Plea versuchte es aus der Distanz, ein Kölner hatte noch den Fuß dazwischen. Die anschließende Ecke brachte nichts ein (48.). Auch die nächste Möglichkeit hatten die Borussen. Herrmann zog im Strafraum ab, FC-Keeper Horn kam rechtzeitig raus und klärte (51.). Kurze Zeit später fing es kräftig an zu schütten, was der Partie aber nicht schadete. Im Gegenteil, sie nahm fahrt auf. Uth kam im Strafraum an die Kugel, doch Strobl hielt rechtzeitig den Schlappen hin (55.). Unterdessen musste der FC so langsam aber sicher mehr riskieren, um zunächst zum Ausgleich zu gelangen. Annäherungsversuche dazu gab es. Kainz bediente Uth, dessen Kopfball aber zu lasch war (60.). Kurze Zeit später verfehlte Kainz das Ziel um ein paar Meter (62.).

Meré trifft in die eigenen Maschen, Uth bringt FC nochmal heran

Und acht Minuten später hauten sich die Kölner das Ding dann selbst rein. Nach einer Flanke von Embolo in den Strafraum hielt Merz am kurzen Pfosten den Fuß hin und bugsierte die Kugel zum 2:0 für den VfL in die eigenen Maschen (70.). Die Entscheidung war das aber noch nicht. Neun Minuten vor Schluss brachte Uth den FC noch einmal heran (81.). In der Schlussphase versuchte Köln noch einmal alles und hatte auch gute Möglichkeiten zum Ausgleich, aber die Borussen hielten mit vereinten Kräften dagegen und brachten den Vorsprung über die Zeit.

So blieb es am Ende beim unter dem Strich verdienten 2:1-Sieg für die Fohlenelf, der in vielerlei Hinsicht unvergessen bleiben wird. Es war der 50. Sieg für die Borussen im 90. Bundesliga-Derby, das aufgrund des Corona-Virus erstmals als Geisterspiel ausgetragen wurde und in die Geschichte eingehen wird. Und mit dem neunten Heimsieg der Saison haben sich die Fohlen wieder vor Bayer Leverkusen auf Platz vier geschoben. 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Wendt – Kramer, Strobl – Herrmann (76. Hofmann), Embolo (82. Stindl), Thuram (87. Bensebaini) – Plea

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Jantschke, Johnson, Raffael, Traoré

1. FC Köln: Horn – Ehizibue, Jorge Meré (85. Modeste) Leistner, Schmitz – Skhiri, Hector – Kainz (66. Drexler), Uth, Jakobs (73. Thielmann) – Cordoba

Weiter im Kader: Krahl (ETW), Katterbach, Voloder, Höger, Rexhbecaj, Terodde

Tore: 1:0 Embolo (32.), 2:0 Meré (70., Eigentor), 2:1 Uth (81.)

Gelbe Karten: Thuram / Kainz, Uth

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

Zuschauer: Keine (Geisterspiel Borussia-Park)