Hannes Wolf traf im Testspiel gegen Paderborn. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Borussia Mönchengladbach bleibt auch im dritten Test der Vorbereitung ohne Niederlage. Zum Abschluss des Trainingslagers in der Klosterpforte in Harsewinkel- Marienfeld gewannen die Borussen am frühen Samstagabend gegen Bundesliga-Absteiger SC Paderborn verdient mit 2:0. Verantwortlich dafür war eine deutlich bessere zweite Hälfte, in der Hannes Wolf und Stefan Lainer die Tore schossen.

Marco Rose musste auch gegen die Ostwestfalen auf László Bénes (Bandverletzung im Sprunggelenk), Marcus Thuram (Operation am Sprunggelenk), Denis Zakaria (Knie-Operation), Keanan Bennetts (Mittelfußprellung), Andreas Poulsen (Schulter-OP) und Alassane Plea (muskuläre Verletzung ) und auch Julio Villalba verzichten. Der Paraguayer sollte eigentlich von Beginn an auflaufen, hatte sich aber beim Aufwärmen verletzt. Für Neuzugang Valentino Lazaro kam unterdessen ein Einsatz nach drei Wochen Urlaub noch zu früh. Yann Sommer erhielt eine Spielpause und Mamadou Doucouré wurde geschont.

Im Gegensatz zum Testspielsieg gegen Duisburg durfte diesmal Tobias Sippel von Beginn an das Tor hüten. Jordan Beyer, Ramy Bensebaini, Nico Elvedi und Kaan Kurt spielten in einer Viererkette direkt vor ihm. Im Mittelfeld bildeten Florian Neuhaus und Famana Quizera die „Doppel-6, Jonas Hofmann, Lars Stindl und Ibrahima Traoré davor. Conor Noß begann als einzige Spitze.

Paderborn mit dem besseren Start, Fohlenelf mit schweren Beinen

Die in den minigrünen Jerseys und im 4-2-3-1-System spielende Fohlenelf hatte es mit einem Bundesliga-Absteiger aus Paderborn zu tun, der von Beginn an drauf ging und versuchte, Nadelstiche zu sezten, So wie gleich in der ersten Minute, als Vasiliadis aus 25 Metern abzog und Sippel mit einem Flachschuss prüfte. Zwei Minuten später setzte Antwi-Adjei die Kugel dann weit neben das Tor (3.). Dann stieg Hünemeier nach einer Ecke zum Kopfball hoch, aber weit drüber (6.). Fünf Minuten später holte sich Kröger einen Querschläger von Elvedi im Strafraum, wurde aber aufgrund eines zu ambitionierten Einsatz gegen Sippel zurückgepfiffen (11.).

Elvedi muss den Platz verlassen, Sippel stark 

Auf der Gegenseite hatte die Fohlenelf Schwierigkeiten, in die Partie zu finden. Es war durchaus zu erkennen, dass die Beine nach schweißtreibenden Tagen in Harsewinkel etwas schwer waren. Paderborn kam so zu weiteren Möglichkeiten, die aber von Prager und Srbeny ungenutzt blieben (15., 17.). Für die Borussen gab es dann eine Schrecksekunde, als Elvedi angeschlagen und mit bandagiertem rechten Knie den Platz verlassen musste (25.). Matthias Gitter kam ein paar Minuten später für den Schweizer.

Dann lag auch Neuhaus auf dem Boden und musste kurz behandelt werden. Doch der bei Jogi Löw im Fokus stehende Mittelfeldmann konnte weitermachen und kam zurück auf den Platz. Derweil wartete man auch noch nach einer halben Stunde auf eine echte Torchance der Borussen, die sich in der Offensive weiterhin schwer taten. Dafür aber stand die Defensive, weshalb Paderborn es noch torlos blieb. Und das auch, weil Sippel gleich mit zwei starken Reflexen gegen Srbeny und Antwi-Adjei zur Stelle war (35.).

So ging es nach 45 Minuten torlos in die Pause. Der SCP war die engagiertere Mannschaft mit vielen Möglichkeiten, doch die Defensive der Fohlenelf und vor allem dabei auch Sippel hielten den Laden dicht. In der Offensive hatten die müde wirkenden Borussen allerdings wenig zu bieten.

Im zweiten Durchgang sollte das natürlich besser werden. Wie in den Testspielen gewohnt, tauschte Rose seine Mannschaft bis auf Ginter komplett aus.

Wolf sorgt für die Führung der Borussen

Den ersten Nadelstich nach Wiederanpfiff setzten die Borussen. Neuzugang Wolf tauchte plötzlich im Strafraum auf und zog ab, verfehlte das Ziel aber knapp (46.). Vier Minuten später machte es die Leipzig-Leihabe dann besser. Über Lainer und Wendt kam die Kugel zweimal abgefälscht zu Wolf, der dann eiskalt zum 1:0 vollendete (50.).

Gleichermaßen ein Schöner Angriff und ein schönes Tor von Wolf, der insgesamt einen guten Eindruck hinterließ. Das Tor tat der Rose-Truppe gut. Die Borussen kombinierten sich nun deutlich besser nach vorne, liefen aggressiver an und kamen zu Chancen. So wie Kramer, dessen Distanzschuss aber geblockt werden konnte (58.). Eine Minute später zog Herrmann aus der Entfernung ab, SCP-Kepper Zingerle fasste sicher zu (59.).

Lainer erhöht auf 2:0

Die Fohlenelf hinterließ nach dem Seitenwechsel einen definitiv besseren Eindruck als noch in den ersten 45 Minuten. Das bestätigte dann vor allem auch das zweite Tor der Borussen. Rocco Reitz spielte einen tollen langen Ball genau in den Fuß von Lainer, der vor dem Tor cool blieb und zum 2:0 einschob (68.). Eine tolle Aktion der Borussen, die auch bei ihrem Chef Rose den verdienten Applaus bekam.

In der Schlussviertelstunde macht Paderborn zwar noch mal mit, konnte den Borussen aber nicht mehr gefährlich werden. Auf der Gegenseite ließ die Fohlenelf das Spiel und somit auch Trainingslager konsentieret und routiniert ausklingen. Am Ende blieb es also beim unter dem Strich verdienten 2:0-Erfolg für die Borussen, die sich nun am morgigen Sonntag nach dem Auslaufen auf den Weg nach Hause machen, dann am Dienstag um 16 Uhr im Borussia-Park wieder die Arbeit aufnehmen.

Und bleibt zu hoffen, dass auch Nico Elvedi wieder mit von der Pariere sein kann. Gegen Paderborn wussten nach der Pause Hannes Wolf und Stefan Lainer zu überzeugen, vor der Pause war es Jordan Beyer. Nicht zu vergessen Youngster Reitz mit seinem Sahnepass und einer weiteren tollen Vorlage. Und zudem hat das Spiel abermals gezeigt, dass Borussia hinter Yann Sommer zwei mehr als zuverlässige Torleute in der Pipeline hat.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sippel (46. Grün) – Beyer (46. Lang) Bensebaini (46. Wendt), Elvedi (32.), Kurt (46. Lainer) – Neuhaus (46. Kramer), Quizera (46. Reitz) – Hoffmann (46. Wolf), Stindl (46. Embolo), Traoré (46. Herrmann) – Noß (46. Jantschke)

Weiter im Kader: Olschowsky (ETW)

SC Paderborn: Huth (46. Zingerle) – Strohdiek (76. Steinwender), Hünemeier (66. Correira), Okoroji (66. Tugbenyo) – Thalhammer (66. Fridjonsson), Dörfler (46. Collins) – Pröger (46. Evans), Vasiliadis (46. Schallenberg), Antwi-Adjei (46. Führich) – Srbeny (46. Ritter), Michel (76. Jastrzembski)

Weiter im Kader: Schule (ETW), Rumpf, Oeynhausen

Tore: 1:0 Wolf (50.), 2:0 Lainer (68.)

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Robin Braun (Wuppertal)

Zuschauer: Fehlanzeige (hoteleigener Platz der Klosterpforte)