Wael Moyha traf gegen Heidenheim zum 1:0, am Ende reichte es nur zu einem 2:2. Foto: Dirk Päffgen
Nur ein 2:2 gelang Borussia Mönchengladbach im Heimspiel gegen den FC Heidenheim. Zu lange blieben die Borussen harmlos, ließen Heidenheim gewähren und werfen zum Saisonfinale einige Fragezeichen auf.
Borussias Trainer Eugen Polanski musste gegen Heidenheim auf folgende Spieler verzichten: Tiago Pereira Cardoso (Infekt), Tobias Sippel (Zerrung), Tim Kleindienst (Aufbautraining), Nathan Ngoumou, Robin Hack, Kota Takai und Jan Urbig (alle Re-Integration). Dafür stand Jan Olschowsky wieder nur Verfügung und nahm auf der Bank Platz. Im Vergleich zum Remis im Derby gab es zwei Änderungen: Wael Mohya und Shuto Machino bekamen den Vorzug vor Kevin Stöger und Haris Tabaković.
Die Anfangsphase gestaltete sich ruhig, beide Mannschaften bauten zunächst ihr Spiel auf und ließen die Kugel durch die Reihen laufen. Die erste Torraumszene gab es dann im Strafraum der Borussen. Heidenheim eroberte sich nach einem Fehler im Aufbauspiel den Ball und kombinierte sich mit ein paar Pässen nach vorne. Zentral vor dem Tor kam Dinkçi zum Schuss, Reitz hatte aber noch den Fuß dazwischen (7.).
Mohya trifft, Mainka antwortet
Auf der anderen Seite taten sich die Borussen schwer, Heidenheim vor Aufgaben zu stellen. Moyha versuchte es mal mit einem Distanzschuss, sein Schlenzer landete jedoch in den Armen von Keeper Ramaj (11.). Fünf Minuten später hatte der Youngster dann mehr Glück. Honorat nahm nach Ballgewinn von Castrop selbigen auf der linken Seite mit, der im Strafraum Mohya bediente. Dessen Abschluss in das kurze Eck trudelte von Ramajs Arm zum 1:0 über die Torlinie (16.).
Lange freuen konnten sich die Borussen über den Treffer aber nicht, denn zehn Minuten später glich der Tabellenletzte aus. Nach einer Freistoßflanke in den Strafraum stieg Mainka zentral am höchsten und köpfte zum 1:1-Ausgleich ein (26.). Heidenheim war nun auch im Spiel und zeigte sich mutig.
Sechs Minuten nach dem Ausgleich gaben die Borussen den bis dahin dritten Torschuss ab. Diks probierte es nach Zuspiel von Mohya aus circa 20 Metern, Ramaj war zur Stelle (32.). Fünf Minuten später versuchte es dann erst Reitz, dessen Schuss zunächst hängen blieb, ehe Honorat den Abpraller über den Querbalken drosch (37.).
Nicolas zweimal stark
Kurz vor der Pause fiel dann beinah die Führung der Gäste von der Ostalp. Dinkçi fand mit einem starken Steckpass Honsak, der links im Strafraum aus spitzem Winkel zum Abschluss kam, Nicolas war mit einer starken Fußabwehr zur Stelle (44.). Ebenso in der Nachspielzeit geschah es, dass Borussias Nummer eins einen strammen Schuss von Mainka mit einem starken Reflex abwehrte (45.+2).
So ging es mit einem 1:1 in die Kabinen. Spätestens nach dem Ausgleich war Heidenheim die gefährlichere Mannschaft und war drauf und dran, erstmals in Führung zu gehen, was dann auch verdient gewesen wäre. Von den Fohlen kam gerade offensiv viel zu wenig.
Nach Wiederanpfiff gehörte Heidenheim der erste Abschuss. Dinkçi probierte es aus vollem Lauf, setzte die Kugel aber weit über das Tor (47.). Das unterstrich: Die Gäste zeigten sich weiter mutig und aktiv. Auch den nächsten Abschluss hatte der FCH. Niehues zog aus der Distanz ab, die Kugel flog aber weit am Tor vorbei (55.).
Busch bringt Heidenheim verdient in Front, Honorat gleicht aus
Neun Minuten später lag Heidenheim dann plötzlich, aber nicht überraschend vorne. Pieringer konnte unbedrängt von links nach innen ziehen und zum Abschluss kommen. Reitz blockte zwar noch, doch der Ball gelangte zu Busch. Der Rechtsverteidiger nahm mit seinem linken Fuß Maß und versenkte die Kugel zum 1:2 im linken obere Eck (64.).
Eine verdiente Führung für die Gäste, die eben die aktivere und vor allem gefährlichere Mannschaft waren. Von den Fohlen kam weiterhin viel zu wenig. Aufgegeben hatten sich sie aber nicht. Und wenn es selbst nicht so richtig klappt, muss eben der Gegner mithelfen. Im Heidenheimer Strafraum flog der Ball zwischen vielen Beinen hin und her, bis dieser vor den Füßen von Honorat landete. Der Franzose probierte es einfach mal – und hatte Glück, dass der Ball abgefälscht zum Ausgleich ins Tor kullerte.
Dieser schien die Borussen wachgerüttelt zu haben. Mit der Hereinnahme von Bolin kam Fahrt rein über rechts, es fehlte jedoch an Durchschlagskraft. Tabakovic kam einige Meter vor dem Kasten zu einem guten Abschluss, den Ramaj jedoch parieren konnte (83.). Vier Minuten später zog der Bosnier vom Strafraum nach innen, sein Abschluss flog jedoch weit am Tor vorbei.
Pfiffe von den Rängen
So kombinierte sich Gladbach weiter nach vorne. Bolin hatte in der Nachspielzeit die große Möglichkeit auf den Siegtreffer, wieder war Ramaj am Boden zur Stelle (90.+1). Heidenheim gehörte dafür die letzte Chance des Spiels: Nach einem Freistoß war Nicolas aber unbedrängt zur Stelle. Zum Schlusspfiff ertönten auch Pfiffe von den Rängen – zu groß ist die Enttäuschung über zwei verpasste Punkte gegen das Tabellenschlusslicht.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Sander, Elvedi, Diks – Scally (70. Tabaković), Reitz (70. Bolin), Engelhardt (63. Stöger), Castrop – Honorat, Mohya (63. Neuhaus) – Machino (85. Reyna)
Auswechselbank: Olschowsky (ETW), Chiarodia, Friedrich, Ullrich
1. FC Heidenheim: Ramaj – Busch, Föhrenbach, Mainka, Behrens (49. Stergiou) – Honsak (62. Ibrahimovic), Dorsch, Niehues – Dinkçi, Zivzivadze (62. Kaufmann, 67. Gimber)), Pieringer
Auswechselbank: Feller (ETW), Siersleben, Traoré, Kerber, Schimmer
Tore: 1:0 Mohya (16.), 1:1 Mainka (26.), 1:2 Busch (64.), 2:2 Honorat (74.)
Gelbe Karten: Castrop, Engelhardt, Elvedi / –
Bes. Vorkommnis: Keine
Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)
Zuschauer: 52.129 (Borussia-Park, ausverkauft)
