Mit 3:1 gewann Borussia Mönchengladbach am Mittwochabend gegen Eintracht Frankfurt und ist damit in der Tabelle wieder oben dabei. Alassane Plea, Thorgan Hazard und Nico Elvedi sorgten mit ihren Treffern für den verdienten Sieg der Fohlen.

Borussias Trainer Dieter Hecking musste auch gegen die Adlerträger weiterhin auf Kapitän Lars Stindl (Aufbautraining nach schwerer Kapsel- und Bandverletzung mit Verletzung des Syndesmosebandes im linken Sprunggelenk), Mamadou Doucouré, Julio Villalba (beide Aufbautraining nach Muskelbündelriss), Josip Drmić (Rückenbeschwerden) sowie auf Raffael (Wadenprobleme) verzichten. Und auch Tony Jantschke stand aufgrund einer Stauchung des Beckens nicht zur Verfügung. Für den Allrounder begann Youngster Jordan Beyer auf der rechten Abwehrseite.

Dazu nahm Hecking drei weitere Wechsel vor: Christoph Kramer, Florian Neuhaus und Patrick Herrmann bekamen den Vorzug vor Tobias Strobl, Denis Zakaria und Fabian Johnson. Dazu stand Michael Lang nach seinem auskurierten Teilriss des Außenbandes im rechten Knie erstmals im Kader und nahm auf der Bank Platz.

Unter einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert der Fans als Protest gegen die verzerrten Anstoßzeiten im Profifußball ergriffen die Borussen sofort die Initiative und bauten Druck auf, während die Eintracht tief in der eigenen Hälfte auf Fehler und Konter lauerte. Bis auf eine Ecke von Hofmann (5.) und einen Freistoß (9.) gab es in der Anfangsphase aber keine Abschlüsse.

Fohlenelf aktiver – Kevin Trapp als Gegner

Drei Minuten später dann aber die erste mehr als gute Möglichkeit für die Fohlen. Ginter setzte nach Zuspiel von Beyer im Strafraum aus aussichtsreicher Position zum Torschuss an, doch Abraham hatte rechtzeitig den Fuß dazwischen (12.). Mittlerweile war eine Viertelstunde rum und die Borussen zeigten sich weiterhin deutlich aktiver als die Eintracht, die überwiegend verteidigte. Und dann gab es im Anschluss an eine weitere Ecke die nächsten Möglichkeiten für die Borussen. Erst zog Plea völlig frei ab und scheiterte mit seinem Schuss am glänzend parierenden Trapp, ehe Ginters Nachschuss geblockt wurde (19.). 

Die Fohlen waren definitiv näher an der Führung als die Eintracht, was 5:0 Torschüsse und 5:2 Ecken nach 25 Minuten verdeutlichten. Doch auch nach einer halben Stunde hatte die Anzeigetafel eben noch keine Tore notiert. Und das auch, weil die Borussen aus dem Spiel heraus Probleme hatten, sich nachhaltig in Szene zu setzen. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Neuhaus noch eine gute Möglichkeit, doch Trapp entschärfte den Schuss ebenso wie den Abschluss von Plea (42.) So ging es torlos zum Pausentee. Schmeichelhaft für die Hessen, die sich bei ihrem Schlussmann bedanken konnten, dass die Null stand.

Borussia macht Druck, Plea bricht den Bann

Zum zweiten Durchgang betraten beide Teams unverändert den Rasen. Unverändert blieb auch die Tatsache, dass die Fohlen weiterhin die Initiative ergriffen und den Weg nach vorne suchten. Und dann hatten einige Borussen-Anhänger bereits den Torschrei auf den Lippen, doch Hazard setzte einen direkt verwandelten Freistoß lediglich ans Außennetz (53.).

In der dieser Phase lief der Fohlenexpress heiß und fuhr Angriffswelle um Angriffswelle – belohnte sich dann auch endlich. Neuhaus tunnelte Ndicka an der rechten Strafraumseite und legte ab zu Plea. Der Franzose drehte sich zum Tor und knallte den Ball aus spitzem Winkel Trapp um die Ohren – 1:0 für den VfL! (56.). Für Plea war es das erste Heimtor, nachdem er zuvor zwei Mal auswärts getroffen hatte. Und auch sein erstes mit den Füßen, nachdem er zuvor zwei Mal per Kopf einnickte.

Hazard sorgt für die Vorentscheidung

Eine gleichermaßen längst überfällige und hochverdiente Führung für die Fohlen, die jetzt mehr und mehr die Vorentscheidung wollten. Und die kam dann auch neun Minuten nach der Führung! Über Neuhaus und Hofmann gelang die Kugel zu Hazard, der im Strafraum nicht lange fackelte, zunächst Abraham tunnelte und dann zum 2:0 traf (65.).

Das war zwar so etwas wie die Vorentscheidung. Doch eben nicht die endgültige, weil die Hessen noch zum Anschlusstreffer kamen. Ein Missverständnis zwischen Beyer und Sommer nutzte Rebić eiskalt aus, der dazwischen ging, den Ball behauptete und frei vor dem Tor den 1:2-Anschlusstreffer besorgte (73.).

Elvedi macht alles klar

So wurde es nochmal eine haarige Schlussviertelstunde, in der die Eintracht jetzt natürlich auf den Ausgleich drängte. Doch statt dem Ausgleich kassierte die Eintracht fünf Minuten vor Schluss dann den endgültigen „Todesstoß“ – abermals nach einer Standardsituation. Nach Ecke von Hazard rauschte Elvedi aus dem Rückraum heran und versenkte die Kugel per Kopf zum 3:1 in den Maschen (85.).

Damit war der Drops fünf Minuten vor Schluss gelutscht. Die Borussen fuhren am Ende einen verdienten 3:1-Sieg ein. Die Fohlenelf war an diesem Abend vor allem sehr effektiv bei den Standards und setzte die Adlerträger mit ihrem Umschaltspiel immer wieder unter Druck. Und mit dem dritten Saisonsieg können die Fohlen in der Tabelle wieder den Blick nach oben richten. Am Samstag in Wolfsburg gilt es dann, auswärts auch mal nachzulegen.

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Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Beyer, Ginter, Elvedi, Wendt – Kramer – Hofmann, Neuhaus – Herrmann (76. Zakaria), Hazard (89. Traoré), Plea (73. Johnson)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Lang, Cuisance, Strobl

Eintracht Frankfurt: Trapp – da Costa, Abraham, Ndicka, Willems – Fernandes (72. de Guzmann) – Gaćinović (72. Jovic), Hasebe – Müller (62. Rebić), Kostić – Haller 

Weiter im Kader: Rönnow (ETW), Falette, Russ, Allan

Tore: 1:0 Plea (56.), 2:0 Hazard (65.), 2:1 Rebić (73.), 3:1 Elvedi (85.)

Gelbe Karten: Keine

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)

Zuschauer: 41.257 (Borussia-Park)