Jonas Hofmann traf doppelt beim 3:0-Sieg gegen Wolfsburg. Foto: Poolfotos/Dirk Päffgen

Borussia Mönchengladbach hat im Kampf um die Champions League die Hand gehoben und vorgelegt. Am Dienstagabend gewannen die Borussen das vorletzte „Geister-Heimspiel“ gegen den VFL Wolfsburg verdient mit 3:0 und verdrängten Bayer Leverkusen zumindest für einen Tag auf Platz fünf. Mann des Tages war Jonas Hofmann, der zweimal traf. Zudem traf Lars Stindl. 


Borussias Trainer Marco Rose hatte im vorletzten „Geister-Heimspiel“ der Saison mit heftigen Personalsorgen zu kämpfen. So standen dem 43-Jährigen in Fabian Johnson (muskuläre Probleme), Denis Zakaria (Knieoperation), Tobias Strobl (Muskelfaserriss), Raffael (Fußprobleme), Alassane Plea (Muskelverletzung an den Adduktoren) und Marcus Thuram  (Sprunggelenksprobleme) nicht zur Verfügung. Besonders der Ausfall des Sturm-Duos fiel besonders ins Gewicht. Dazu musste Ramy Bensebaini passen, der sich in München seine fünfte Gelbe Karte abholte.

Die Fohlenelf stellte sich also quasi nahezu von selbst auf. Im Vergleich zur Niederlage in München startete Breel Embolo für Marcus Thuram, Oscar Wendet ersetzte den gesperrten Bensebaini und Ibrahima Traoré bekam etwas überraschend den Vorzug vor Patrick Herrmann. Für den Guineer war es der erste Startelfeinsatz in dieser Spielzeit.

Blitzstart für die Fohlenelf

Die in Weiß spielende Fohlenelf war von Beginn an drauf bedacht, die Wölfe früh unter Druck zu setzen und pressten hoch. Gleiches taten allerdings auch die Gäste aus der Autostadt. Torchancen gab es demzufolge in der Anfangsphase nicht zu notieren.

Bis zur 10. Minute. Da nutzten die Borussen gleich ihren ersten Torschuss und brachten sich in Front. Brei Embolo setzte Jonas Hofmann mit einem Sahne-Steckpass genau in den Lauf in Szene. Der Mittelfeldmann blieb vor Casteels cool und schon locker zum 1:0 ein (10.). Ein toller Umschaltmoment der Borussen, die den Wölfen in der Folgezeit überwiegend die Kugel überließen und auf Konter lauerte. Zudem verteidigte die Rose-Truppe aufmerksam und ließ kaum etwas zu. Klaus versuchte es dann mal aus der Entfernung, verzog aber um einige Meter (22.).

Wieder trifft Hofmann

Dafür nutzten die Borussen acht Minuten später die nächste Chance eiskalt. Nach einer Flanke von Lainer kam die Kugel über Stindl und Ginter zu Hofmann, der die Kugel aus kurzer Distanz zum 2:0 in den Maschen versenkte. Was für eine Effizienz der Borussen, die aus drei Torschüssen zwei Tore erzielten. Auf der anderen Seite fiel Wolfsburg nicht viel ein gegen die Borussen, in der Defensive kaum etwas anbrennen ließen. So ging es für die Borussen völlig verdient mit einem 2-Tore-Vorsprung in die Kabine. Die Borussen zeigten eine sehr reife Vorstellung und schlugen zweimal eiskalt zu.

Nach dem Seitenwechsel waren natürlich die Wölfe gefordert, wollten sie aus dem Borussia-Park etwas Zählbares mitnehmen. Den ersten Nadelstich setzten aber die unveränderten Borussen. Dabei war es erneut Hofmann, der das Ziel anvisierte, jedoch lediglich das Außennetz traf (48.).

Stindl macht alles klar

Auf der Gegenseite hatte Wolfsburg gerade offensiv weiterhin keine zündelnden Ideen, um die aufmerksamen Borussen vor Aufgaben zu stellen. Die Gäste aus der Autostadt enttäuschten vor allem nach vorne dann doch sehr. Das aber auch, weil die Fohlenelf eben nichts zuließ und es abgeklärt spielte. Dann hätte Hofmann beinah den Deckel endgültig draufgemacht, doch sein Schuss strich um Haaresbreite am linken Pfosten vorbei (57.). Drei Minuten später verhinderte Mbabu das 3:0, als er sich in den Schuss von Stindl warf (60.).

Auch nach Wiederanpfiff gab es gute Möglichkeiten für die Borussen, doch die blieben zunächst ungenutzt. Bis zur 65. Minute. Da kam der längst fällige dritte Treffer. Nach einem Fehler von Brooks spielte Lainer auf Traoré. Der Guineer legte ab auf Stindl, der die Kugel mit voller Wucht zum 3:0 in den Maschen versenkte (65.). Damit war die Messe im Borussia-Park zugunsten der Fohlenelf gesungen. Wolfsburg musste einsehen, dass an diesem Abend nichts zu holen war gegen die Borussen, die weiter voll auf der Höhe und konzentriert blieben.

So blieb es am Ende beim unter dem Strich auch in der Höhe hochverdienten 3:0-Sieg für die Fohlenelf, die eine starke Partie abgeliefert und im Kampf um die Königsklasse vorgelegt hat. Und das mit einer ganz reifen und Einziger Wermutstropfen ist die fünfte Verwarnung von Elvedi, der somit im letzten Auswärtsspiel der Saison am kommenden Samstag in Paderborn zuschauen muss. Für die Borussen war der Sieg nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge wichtig für den Kopf und die Tabelle. Bayer Leverkusen muss nun gegen den 1. FC Köln gewinnen, um sich wieder vor die Borussen zu schieben. Es bleibt spannend – dank eines Sieges der Borussen gegen die Wölfe, der so nicht zwingend zu erwarten war. Hut ab, Borussia!

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Wendt – Kramer, Neuhaus (90. Doucouré) – Traoré (72. Herrmann), Stindl (90. Bennetts), Hofmann – Embolo (81. Bénes)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Jantschke, Müsel, Quizera, Kurt

VfL Wolfsburg: Casteels – Mbabu, Pongračić (72. Knoche), Brooks, Joao Victor (70. Ginczek) – Gerhardt (70. Guilavogui), Arnold (60. Brekalo)  – Steffen, Schlager, Klaus (70. Marmoush) – Weghorst

Weiter im Kader: Pervan (ETW), Roussillon, Tisserand, Justvan

Tore: 1:0 Hofmann (10.), 2:0 Hofmann (30.), 3:0 Stindl (65.)

Gelbe Karten: Elvedi / Pongračić, Weghorst, Mbabu, Guilavogui

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)

Zuschauer: Keine (Borussia-Park)