Auf Marco Rose und die Borussen warten stramme Wochen. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Länderspielpause in der Fußball-Bundesliga und in Europa. Es ist die letzte ‚Unterbrechung’ in diesem Jahr, in dem im Endspurt noch so einiges los ist. Auch bei Borussia Mönchengladbach. Auf die Borussen wartet ein straffes Programm, bei dem Marco Rose vor allem auf Jonas Hofmann verzichten muss. Unterdessen vermelden die Borussen den nächsten positiven Covid-19-Fall.

Es wird viel diskutiert in diesen Tagen und Wochen ob es Sinn macht, Nationalspieler für ihre jeweiligen Länder und deren Spiele abzustellen. Natürlich ist ein Verein immer stolz, wenn er Nationalspieler hervorbringt weil es ein Nachweis der guten Arbeit ist. So sieht man das mit Sicherheit auch bei Borussia Mönchengladbach. Am linken Niederrhein hat man seinen Profis die Entscheidung selbst überlassen, ob man zu den Länderspielen reist oder nicht.

Lob für Neuhaus

Jonas Hofmann und Florian Neuhaus haben das zum Testspiel der DFB-Elf gegen Tschechien getan. Florian Neuhaus setzte beim 1:0-Sieg eine nachhaltige Duftmarke und erhielt im Anschluss für seinen Auftritt hinterher zurecht viel Lob, auch von Bundestrainer. »Flo besitzt eine hohe Spielintelligenz, er ist ballsicher und findet gute Lösungen. Er spielt sehr abgeklärt. Ich war von seiner Leistung angetan«, sagte Joachim Löw.

Das konnte er auch sein, denn der Youngster knüpfte an seinen ersten Auftritt im Oktober an, agierte furchtlos und setzte im Mittelfeld Akzente. So wie bei seinem Schuss in der 77. Minute, als der die Kugel ans Lattenkreuz zimmerte. Fast alle gefährlichen Angriffe liefen über Neuhaus, der abgeklärt spielte und selten Fehler in seinem Spiel hatte. Der 23-Jährige geht weitere Schritte in seiner Entwicklung – auch ein Verdienst von Marco Rose. Dass der gebürtige Landsberger überhaupt am linken Niederrhein kickt, ist abermals Max Ebel zu verdanken. Borussias pfiffiger Manager hatte, wie so oft, den richtigen Riecher gehabt und den Youngster 2017 ablösefrei vom TSV 1860 München verpflichtet. Marktwert im November 2020: 23 Millionen Euro…

Zwangspause für starken Hofmann

Von einem derartigen Marktwert ist Jonas Hofmann zwar weit entfernt. Doch der 28-Jährige ist im wahrsten Sinne des Wortes jeden Cent wert (Marktwert 9 Millionen Euro) und zurzeit wohl der ‚beste Hofmann aller Zeiten‘. Hofmann gehört zu den sprintstärksten Spielern der Liga (218, Platz 7), zu den Spielern mit den meisten intensiven Läufen (604) und liegt mit vier Vorlagen in dieser Wertung auf dem vierten Platz. Der 28-Jährige setzt Ausrufezeichen auf dem Platz und hat sich in der Fohlenelf zurecht festgespielt.

In den kommenden Wochen wird der Mittelfeldmann aber aussetzen müssen. Im Test-Kick der DFB-Elf verletzte er sich und musste bereits nach 20 Minuten das Feld verlassen. Die Vermutungen, es könnte sich um eine ‚längere Geschichte‘ handeln, bestätige der DFB dann einen Tag später. Hofmann hat aus Leipzig einen Muskelbündelriss im rechten Oberschenkel mitgebracht und wird den Borussen nun mehrere Wochen fehlen. Zwischen vier und sechs Wochen wird der 28-Jährige Marco Rose nun nicht zur Verfügung stehen. Frühestens also zum Rückrundenstart bei Arminia Bielefeld am Samstag, 02. Januar 2021 (15.30 Uhr).

Bitter für Hofmann und die Borussen, die nun in einer entscheidenden Phase im Jahresendspurt auf eine tragende Säule verzichten müssen. Der Ausfall tut Borussia weh, so wie dem Protagonisten selbst. »Ich werde alles dafür tun, um schnell wieder da zu sein«, verspricht Hofmann, der in zwei bis drei Wochen wieder mit dem Lauftraining beginnen will.

Bénes steht in den Startlöchern

Bis dahin muss er sich die Spiele, je nach dem, von der Tribüne aus oder im Fernsehen anschauen. Und wird beobachten können, wie vielleicht László Bénes nach seiner überstandenen Verletzung die Gelegenheit nutzt, sich wieder in die Fohlenelf zu spielen. Gegen Leverkusen feierte der Slowake sein Comeback und ist bereit für mehr. »Ich bin seit ein paar Wochen wieder richtig fit und fühle mich kräftemäßig und konditionell richtig gut. Meine Aufgabe ist jetzt, hart zu trainieren und mich dem Trainer anzubieten«, so Bénes im Interview mit der Borussia-Homepage. »Wenn ich dann im Spiel meine Chance bekomme, möchte ich sie nutzen und der Mannschaft so gut es geht helfen. Über jede Minute, die ich spielen kann, freue ich mich.«

Viele Englische Wochen nach der Länderspielpause – Weitere Spiele terminiert

Die Chancen dürften gut sein, dass der die auch bekommen wird. Denn nach der Länderspielpause geht es wieder Schlag auf Schlag und Marco Rose dürfte wieder einige Male rotieren. Bis Weihnachten stehen inklusive Champions League und DFB-Pokal noch zehn Pflichtspiele auf dem Programm – innerhalb von 32 Tagen, beginnend ab dem Heimspiel am nächsten Samstag gegen den FC Augsburg. Gut, nun könnte man sagen, alles Profis mit dicken Gehaltsstreifen, aber es sind eben auch keine Maschinen, die man auf Knopfdruck bedienen kann. Es gilt, mit den Kräften zu haushalten und die Belastung zu dosieren. Gerade auch in diesem Hinblick werden die Fohlen diesmal auf ein ansonsten praktiziertes Testspiel verzichtet haben. Marco Rose wird weniger trainieren (können) und froh sein, dass er mit Valentino Lazaro und womöglich ja auch Denis Zakaria wieder mehr Alternativen hat.

Wolf trifft für den ÖFB

Und dann ist da ja auch noch Hannes Wolf. Der 21-Jährige holte sich beim EM-Qualifikationsspiel mit Österreich gegen die Türkei mit seinem 2:2-Ausgleich in der 89. Minute zwar Selbstvertrauen, geholfen hat es aber nichts. Das junge ÖFB-Team unterlag der Türkei noch in der Nachspielzeit mit 2:3 und muss seine Hoffnungen wohl begraben, im kommenden Jahr bei der Europameisterschaft dabei sein zu können.

Nächster Corona-Fall bei den Fohlen

Abrunden wird das Jahr 2020 die Pokalpartie bei der SV Elversberg. Zwei Tage vor Weihnachten reisen die Borussen ins Saarland und wollen dann im besten Fall in zwei Pokalwettbewerben überwintern. Die Champions League-Gruppenphase beschließen die Borussen mit der Partie bei Real Madrid am 09. Dezember. Für die Gladbacher geht es in den letzten drei Gruppenspiele, die hervorragende Ausgangssituation in der Königsklasse zu nutzen und die vorhandene Chance auf den Einzug ins Achtelfinale zu bewahren. Zur Erinnerung: Borussia führt die Gruppe B der Champions League an, dahinter folgen Schachtar Donezk, Real Madrid und Inter Mailand. Die Fohlen haben noch zwei Heimspiele (Donezk und Mailand), was sicherlich kein Nachteil sein wird. 

Unterdessen gaben die Borussen am Samstag einen weiteren Covid-19-Fall bekannt. Nach dem Jordan Beyer bereits vor Wochen einen positiven Test hatte, so verzichtete Borussia diesmal auf Wunsch des Spielers auf eine Veröffentlichung des Namens. „Der Spieler befindet sich in häuslicher Quarantäne. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt muss aufgrund der Einhaltung der Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen kein weiterer Spieler und kein Mitglied des Trainer- und Betreuerstabs in Quarantäne gehen“, teilten die Borussen auf ihrer Internetseite mit.

Weitere Testungen am gestrigen Freitag aller Spieler, Trainer und Betreuer haben keine weiteren positiven Befunde hervorgerufen, so dass die Borussen ab Montag mit der Vorbereitung auf die Englischen Wochen beginnen können. Und da warten gleich vier Heimspiele in elf Tagen auf die Borussen. Es geht eben weiter Schlag auf Schlag.