Patrick Herrmann erzielte ein Sahnetor beim Sieg in Venlo. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Borussia Mönchengladbach hat die Vorbereitung mit einem Sieg abgeschlossen. Im Rahmen des ‚Herman Teeuwen Memorial Pokals‘ gewannen die Borussen am Freitagabend gegen den VVV Venlo mit 4:0. Lars Stindl, Ramy Bensebaini per Foulelfmeter, Torben Müsel und Patrick Herrmann trafen beim völlig verdienten Sieg der Fohlenelf.


Es sollte so etwas wie der Härtetest beziehungsweise die Generalprobe werden für die Borussen, die mit Match gegen den FC Oberneuland im DFB-Pokal in der kommenden Woche in die neue Saison starten. Für gewöhnlich lässt sich aus dem abschließenden Test immer etwas ableiten für den Pflichtspielauftakt. Doch auf das Testspiel bei VVV Venlo im Rahmen des traditionellen Herman Teeuwen Memorial Pokals traf das gewiss nicht zu.

Und das gerade deshalb, weil Marco Rose auf zu viele seiner potenziellen Startelf-Kandidaten verzichten musste. Neben elf Nationalspielern fehlten dem Chef-Trainer gleich weitere sieben Spieler. Vor allem die Tatsache, dass Marcus Thuram (Operation am Sprunggelenk), Denis Zakaria (Knie-Operation), Alassane Plea (muskuläre Verletzung) Neuzugang Valentino Lazaro (muskuläre Verletzung in der Wade) nicht mit von der Partie sein konnten, wog schwer und schraubte die Bedeutung dieses ‚Kicks‘ mit Blick auf Aufschlüsse für den Auftakt in die neue Spielzeit und ähnliches deutlich nach unten.

Dennoch bot sich so natürlich den verbliebenen Borussen (17 Feldspielern an der Zahl) die Möglichkeit, beim niederländischen Erstligisten auf gutem Niveau sich aufmerksam zu machen. So begann vor rund 1.500 Zuschauern zunächst Tobias Sippel im Tor, vor ihm spielten Oscar Wendt, Mamadou Doucouré, Tony Jantschke und Jordan Beyer in einer Viererkette. Im Mittelfeld bildeten Ramy Bensebaini und Christoph Kramer die „Doppel-Sechs“, Jonas Hofmann, und Ibrahima Traoré spielten auf der Außenbahn. Im Sturm bot Marco Rose zunächst Lars Stindl und Patrick Herrmann auf. 

Stindl bringt Borussia früh in Führung 

Letztlich brachte Borussia also immer noch richtig viel Qualität auf den Rasen und zeigte das auch von Beginn an, denn schon nach einer Minute gab es für die in Weiß gekleideten Gäste die erste Ecke. Diese blieb allerdings ohne wirkliche Gefahr. Doch die Fohlen blieben am Ball und drängten die Venloer in die eigene Hälfte. Ramy Bensebaini behielt im Mittelfeld die Übersicht und steckte schön durch zu Oscar Wendt, der sich auf links freigelaufen hatte. Der Schwede spielte die Kugel flach aber präzise in die Mitte und fand mit Lars Stindl einen dankbaren Abnehmer. Der ‚Capitano‘ behielt aus rund fünf Metern die Ruhe und netzte zur frühen Führung für die Gäste ein. 

Die Antwort der Gastgeber ließ aber nicht lange auf sich warten: Giakoumakis setzte sich auf der rechten Seite durch und versuchte es einfach mal aus recht spitzen Winkel, Tobias Sippel war aber zur Stelle und konnte zur Ecke klären (11.). Den VVV schien diese Chance gut getan zu haben, denn anschließend waren die Hausherren etwas aktiver und versuchten in den Sechzehner der Fohlen zu kommen, die hatten das Geschehen aber voll im Griff. 

Chancen auf beiden Seiten 

Borussia ließ die Gastgeber erstmal kommen und versuchte sein Glück dann in schnellen Gegenangriffen. Lars Stindl brachte Patrick Herrmann mit einem tollen Steilpass gut in Position, so dass Borussias Nummer sieben völlig frei vor Venlos Schlussmann auftauchet. Kirschbaum wartete aber lange, Herrmann versuchte zwar den Schlenzer ins lange Eck, scheiterte aber eben an der Nummer eins von VVV (19.). Auf der anderen Seite war hingegen wieder Tobias Sippel gefordert, der eine gefährliche Flanke von Venlo entschärfen musste (22.). Ein richtig munteres Spiel in dieser Phase, denn es ging hin und her. 

Nach einer kurzen Trinkpause hatte Borussia dann schon wieder die nächste Chance. Stindl hatte etwas Zeit, um sich den Ball am Strafraum zurecht zu legen und zog einfach mal ab, sein Versuch ging nur knapp am linken Pfosten vorbei (27.). Anschließend wurde die Partie etwas zäher und vor allem ruppiger, denn immer mal wieder lag ein Fohlen auf dem Platz. Jonas Hofmann hatte es etwas heftiger erwischt, nach kurzer Behandlungspause konnte er aber weitermachen. 

Bensebaini trifft vom Punkt 

Danach schalteten die Gäste auch wieder in den Vorwärtsgang: Patrick Herrmann wurde auf die Reise geschickt und im Sechzehner zu Fall gebracht, ein ganz klarer Elfmeter für Borussia. Ramy Bensebaini blieb vom Punkt eiskalt und verwandelte zur Zwei-Tore-Führung für die Fohlen (37.). Kurz darauf hatte die Elf vom Niederrhein schon die nächste Chance, die Ausbeute etwas nach oben zu schrauben. Jonas Hofmann zog im Strafraum nach innen und visierte das lange Eck an, der Ball landete aber wieder nur knapp neben dem Tor (39.). 

Ungeachtet des Rückstands von zwei Toren versuchte Venlo immer wieder Nadelstiche zu setzen, was ihnen letztlich auch gelabg. Schmitz tankte sich im Halbfeld einfach mal durch und feuerte einen satten Schuss auf das Gehäuse ab, Tobias Sippel war zur Stelle und lenkte das Spielgerät über das Tor (42.). Kurz vor der Pause gab es dann eine Dreifach-Chance für Venlo.

Beyer verletzt raus, Müsel mit einem Traumtor

Zunächst setzte sich John gegen Beyer durch und forderte Sippel. Anschließend rettete der Pfosten für Borussia, ehe Sippel ein weiteres Mal gefragt war (45.). Da hatten die Fohlen mächtig Dusel und die Gastgeber bei diesen Möglichkeiten sicherlich ein Tor verdient. Doch so blieb es beim 2:0 für Borussia, die ihrerseits auch zahlreiche Chancen hatten, die Führung auszubauen. Während die Mannschaften in die Kabine gingen, blieb Jordan Beyer im Mittelkreis sitzen und wurde von Betreuern behandelt. Anschließend ging der Blondschopf in die Kabine, sein Gang war aber alles andere als rund.

Und der Youngster konnte zum zweiten Durchgang auch nicht mehr mitmachen. Auch Torben Müsel kam in die Partie und trug sich gleich nach Wiederanpfiff mit einem Traumtor in die Torschützenliste ein. Nach präziser Stindl-Flanke lief Müsel in selbige und köpfte die Kugel wuchtig zum 3:0 in den Maschen (47.).

Herrmann sorgt sehenswert für das 4:0, Sippel stark

Damit aber nicht genug, die Fohlenelf war weiter hungrig. Herrmann schnappte sich die Kugel und trieb sie auf der rechten seine nach vorne, um dann aus spitzem Winkel Maß zu nehmen und über Kirschbaum hinweg zum 4:0 zu vollenden. Ein Traumtor des Flügelflitzers (56.). Kurze Zeit später konnte Sippel erneut zeigen, wie stark er ist. Den wuchtigen Schuss von Giakoumakis klärte der Keeper mit einer starken Parade (62.). Sechs Minuten später hätte Herrmann erneut treffen können, setzte die Kugel freistehend vor Kirschbaum aber über den Querbalken. Da schien ‚Flaco’ die Kugel über den Schlappen gerutscht zu sein (68.).

Auf der Gegenseite hatte Venlo die Flinte noch nicht ins Korn geworfen. Im Gegenteil – erneut war Sippel gefragt. Im Anschluss an eine Ecke war Borussias Nummer zwei abermals voll da und entschärfte den Kopfball von Post (73.). Vier Minuten später retteten dann allerdings Wendt und Kramer für den bereits geschlagenen Sippel noch vor der Linie (77.).

Gelungener letzter Test

Am Ende blieb es beim unter dem Strich hochverdienten 4:0-Sieg für die Borussen, die so den Herman Teeuwen Memorial Pokal in Empfang nehmen konnten. Die Fohlenelf zeigte sich spielfreudig und erzielte tolle Tore. Im ersten Durchgang wussten vor allem Bensebaini, Stindl und auch Beyer zu überzeugen. Bleibt uzt hoffen ,dass der Youngster keine ernsthafte Verletzung davongetragen hat. Eine solche hat Doucouré Gott sei Dank überstanden. Und der Franzose wusste im ersten Durchgang auch zu überzeugen. Ohne Angst in den Zweikämpfen, ballsicher und mit Übersicht spielte der junge Abwehrmann seinen Stiefel runter. Dazu hat diese Partie abermals gezeigt und unterstrichen: In Tobias Sippel hat Marco Rose eine ganz starke Nummer zwei – wenn nicht die beste der 1. Bundesliga. Beeindruckend, mit welch Routine und starken Leistungen der 32-Jährige stets auf den Punkt da ist, obwohl sich die Spielpraxis in Grenzen hält.

Resümierend kann man durchaus von einem gelungenen letzten Test sprechen, bei dem fast alle Borussen noch mal 90 Minuten sammeln und überzeugen konnten. Allzu hoch hängen sollte man auch diesen Test allerdings nicht. Schließlich fehlten eine Vielzahl vom Stammkräften. Und sowieso zählt es ab der kommenden Woche, wenn es im ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal gegen den FC Oberneuland geht. 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

VVV-Venlo: Kirschbaum . Pachonik, Gelmi, Kum, Schmitz – Post – Van Crooij, John, Linthorst, Hupperts (46. Hevel) – Giakoumakis

Weiter im Kader: Van Crooij (ETW), Verbong (ETW), Dekker, Van Dijck, Roemer, Bastiaans, Schäfer, S’Rifi, Essanoussi, Arias

Borussia Mönchengladbach: Sippel – Wendt, Doucouré (46. Müsel), Bensebaini, Beyer (46. Reitz) – Jantschke, Kramer – Hofmann, Traoré (83. Kurt) – Stindl, Herrmann (83. Bennetts)

Weiter im Kader: Grün (ETW), Quizera, Noss, Bongard

Tore: 0:1 Stindl (8.), 0:2 Bensebaini (37.), 0:3 Müsel (47.), 4:0 Herrmann (56.)

Gelbe Karten: Keine

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Erwin Blank

Zuschauer: ca. 1.500 (Covebo Stadion – De Koel)