Julian Weigl: »In drei Wochen fällt die Entscheidung, der Trainer bezieht mich mit ein«

Julian Weigl im Trainingslager am Tegernsee – Foto: Dirk Päffgen 

Julian Weigl geht mit Borussia Mönchengladbach in seine dritte Saison. Im Trainingslager am Tegernsee arbeitet der Mittelfeldstratege an seiner Form – und spricht im Interview über die körperlichen Herausforderungen der Vorbereitung, den verschärften Konkurrenzkampf im Zentrum, defensive Stabilität, das Kapitänsamt und seine Rolle als erfahrener Spieler im Kreis vieler junger Talente. Zudem äußert sich der 28-Jährige zur sportlichen Delle in der Vorsaison – und zu möglichen Zukunftsplänen.

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Julian Weigl über…

… die Eistonne nach dem heutigen Training und über die Belastung im Trainingslager 

Ich bin’s mittlerweile gewohnt. Gerade jetzt, wo die Sonne rauskommt, lässt sich das ganz gut aushalten in der Eistonne. Gestern haben wir zwar nur eine Halbzeit gespielt, danach aber auch läuferisch noch einiges gemacht – auch auf dem Nebenplatz, speziell für die Beine. Man merkt, dass wir diesmal etwas früher im Trainingslager sind und dadurch mehr und intensivere Einheiten haben. Aber genau das brauchen wir aktuell, auch um läuferisch Fortschritte zu machen.

… den Konkurrenzkampf im Mittelfeld

Ich bin da ganz entspannt. Es ist gut, dass wir nochmal nachgelegt haben. Mit Jens haben wir einen Spieler dazubekommen, der viel Potenzial hat. Rocco und Philipp haben einen Schritt gemacht, Oskar ist ebenfalls da – und alle drei sind jünger als ich. Ich bringe vielleicht ein bisschen mehr Erfahrung mit. Über eine Saison hinweg braucht man Spieler mit unterschiedlichen Stärken. Ich bringe im Training meine Leistung ein, genau wie die anderen Jungs auch.

… seine persönliche Situation

Das wird man sehen. Ich mache mir da nicht viele Gedanken. Jetzt im Trainingslager geht’s erstmal darum, mich selbst in die bestmögliche Verfassung zu bringen. Welche Spiele ich dann mache, wird sich zeigen.

… die Gegentor-Problematik

Das ist ein Punkt, an dem wir definitiv arbeiten. In der Phase der letzten Saison, als wir gute Ergebnisse geholt haben, war unsere defensive Stabilität entscheidend. Das haben wir analysiert und werden es weiter tun. Am Ende waren es zu viele und oft zu einfache Gegentore. In der Vorbereitung sind wir noch relativ früh dran, aber klar: Unter 50 Gegentore zu kommen, ist ein Ziel.

… die Kapitänsfrage

Der Trainer hat gesagt, dass in der Vorbereitung erstmal die Binde so verteilt wird wie im letzten Jahr. Danach wird er seine Entscheidung treffen. Auch da bin ich ganz entspannt. Wir haben viele Jungs, die das übernehmen können. Ja, es wird Gespräche mit dem Trainer geben. Er hat gesagt, dass er sich in etwa drei Wochen Gedanken macht und mich dann mit ins Boot nimmt.

… sein Alter im Vergleich zu den Youngstern

Ja, man merkt es am Körper – man braucht mehr Vor- und Nachbereitung. Wenn man dann mit einem 16-jährigen wie Wael Mohya auf dem Platz steht, denkt man schon: Wow! Aber es macht auch viel Spaß. Die Jungs bringen Frische und Unbekümmertheit rein, das tut uns gut. Klar verlieren sie im Training vielleicht mal öfter einen Ball oder müssen noch lernen, wann man zurückarbeiten muss – aber das war bei uns früher auch nicht anders. Rocco und die anderen helfen da mit.

… Transfergerüchte um seine Person

Nein, für mich gab’s da nie einen Grund, über etwas anderes nachzudenken. Mein Vertrag läuft noch drei Jahre. Klar, wenn etwas ganz Besonderes käme, kann man mal darüber nachdenken. Vielleicht ist Amerika irgendwann mal spannend – so am Schluss der Karriere. Aber mit Frau und zwei Kindern zieht man nicht mal eben um. Das ist definitiv ein Faktor.

… die schlechten Leistungen am der der Saison

Noch nicht. Aber es hat uns alle extrem gewurmt, weil wir gemerkt haben: Da war was möglich. Und dann haben wir ausgerechnet in der der wichtigsten Phase unsere schlechtesten Leistungen gezeigt. Ich hoffe, dass wir alle aus dieser Erfahrung lernen – dass jeder daran reift. Noch gibt’s kein konkretes Ziel, das wir ausrufen. Der Kader wird sich sicher auch noch verändern. Dann wird man sehen, wohin es geht.