Mit viel Einsatz trotzen die Fohlen den Gästen einen Punkt ab. Foto: Dirk Päffgen
Borussia erkämpfte sich gegen Leipzig ein 0:0 und durfte erhobenes Hauptes den Platz verlassen. Dass es gegen die Gäste nicht zu einem Sieg reichte, lag einmal mehr an einer äußerst strittigen VAR-Entscheidung. Diese war nach der Partie bei den Beteiligten in aller Munde.
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Entwicklung zeigt nach oben
Borussia Mönchengladbach hat seine Serie ausgebaut. Mittlerweile sind die Fohlen seit fünf Pflichtspielen ungeschlagen. Demnach darf auch das torlose Unentschieden gegen das Konstrukt aus Leipzig durchaus als Erfolgserlebnis gewertet werden. »Wir haben gezeigt, dass wir auch in der Lage sind, gegen ein Top-Team zu punkten. Unsere Basis war die gute Defensivarbeit. Wir haben versucht, die Räume so eng wie möglich zu machen«, sagte Rocco Reitz. Borussias Kapitän haderte aber damit, dass die Fohlen den ein oder anderen Angriff nicht konsequent genug zu Ende gespielt haben. »Wäre uns das gelungen, hätten wir noch mehr Chancen haben können. Im Endeffekt können wir mit dem Punkt aber zufrieden sein.«
Für Jens Castrop war es ein »ausgeglichenes Spiel«. Die Bewertung des 22-Jährigen darf man definitiv mitgehen. Zwar verbuchten die Gäste etwas mehr Ballbesitz und nominell mehr Torschüsse, doch wirklich gefährlich wurden sie bis auf einen Pfostentreffer nicht. »Über das Spiel gesehen haben wir verdient einen Punkt geholt, mit dem wir gut leben können. Wir können auf jeden Fall Selbstvertrauen daraus ziehen, dass wir gegen ein Top-Team mitgehalten und phasenweise sogar das Spiel gemacht haben. Wir haben eine Entwicklung, die nach oben geht. Darauf können wir aufbauen«, fand Castrop.
VAR wieder einmal Streitthema
Mit der reifen Leistung gegen ein Top-Team hat Borussia den nächsten Schritt in der Entwicklung unter Eugen Polanski gemacht. Deshalb nahm der Trainer »den Punkt gerne mit.« Besonders mit der Defensivleistung war der 39-Jährige zufrieden. »Natürlich hätten wir das Spiel gerne gewonnen, aber wenn man berücksichtigt, dass wir gegen den Tabellenzweiten gespielt haben, können wir mit der Leistung sowie der Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, auf jeden Fall zufrieden sein. In der Defensive haben wir sehr wenig zugelassen. Im Spiel mit Ball haben wir es phasenweise gut gemacht, aber oftmals nicht die richtige Positionierung gefunden.«
Die gute sportliche Leistung der Fohlenelf wurde wieder einmal vom Ärger über den VAR überschattet. Kurz nach der Pause schoss Franck Honorat die Gladbacher mit dem vermeintlichen 1:0 in Führung. Es dauerte mehrere Minuten, bis das Schiedsrichtergespann die berüchtigte und gefürchtete kalibrierte Linie zog und feststellte, dass der Franzose hauchzart im Abseits stand. Mit bloßem Auge war die Abseitsstellung jedoch nicht zu erkennen und an dieser Stelle sollten sich die Verantwortlichen bei DFL und DFB wirklich mal hinterfragen, ob solche Entscheidungen noch im Sinne des Sports sind.
Polanski brachte es bei ‚Sky’ ziemlich deutlich auf den Punkt: »Es killt den Sport.« Borussias Trainer ist ohnehin kein Fan des VAR und verschaffte seinem Ärger nach dem Schlusspfiff Luft. »Die Abseitslinie habe ich gesehen, aber das kann mir doch keiner erklären. Der Kopf ist wie die Fußspitze von Franck auf gleicher Höhe. Sie brauchen viel zu lange für die Entscheidungen und wir jubeln zwei Minuten lang und stehen anschließend zwei Minuten rum. Vermutlich ist es Marketing für die Zuschauer, dass sie sich in der Zwischenzeit eine Stadionwurst holen sollen. Ich verstehe es nicht. Ob es Abseits ist oder nicht, das haben andere zu entscheiden.«
Tim Kleindienst, der sich die Szene von der Bank anschauen musste und in der Schlussphase weitere Spielpraxis sammelte, sah es etwas nüchterner. »Ich habe keine Ahnung, wie sie es anlegen. Als ich auf der Bank saß, hatte ich das Gefühl, dass es deutlicher Abseits war. Dass es am Ende so knapp ist, hätte ich nicht gedacht. Am Ende ist es eine faktische Entscheidung und daran können wir nicht dran rütteln – egal ob es zwei Meter oder zwei Millimeter sind.«
Trotz der Diskussion sollten sich die Borussen auf das sportliche fokussieren und auf die starke Leistung gegen den Tabellenzweiten aufbauen. Schon am Dienstag geht es gegen St. Pauli im DFB-Pokal um das Weiterkommen. Dass es gegen die Kiezkicker funktionieren kann, hat die Fohlenelf schon vor Wochen beim Auswärtssieg bewiesen.

