Eugen Polanski und die Fohlen wollen sich in 2026 weiter verbessern. Dafür muss vor allem Konstanz her. Foto: Dirk Päffgen
Das Jahr 2026 steht vor der Tür – und damit auch die Erwartungen an Borussia Mönchengladbach, konstant Leistung zu bringen. Die Fohlen gehen weiter ihren Weg der Konsolidierung, nach Jahren des sportlichen und strukturellen Umbruchs. Der Ausgangspunkt zwischen Euphorie, Hoffen und Bangen – ein Vorausblick.
Das Jahr 2026 beginnt für Borussia Mönchengladbach fernab des Niederrheins. Die Borussen reisen am morgigen Freitag zum Trainingsstart in die Türkei. In Belek wollen die Fohlen vier Tage nutzen, um sich auf die zweite Saisonhälfte einzuschwören und die Kräfte zu bündeln. Die Zeit in der Türkei ist mehr als nur ein Tapetenwechsel – sie dient der Standortbestimmung. Für die Mannschaft, für den Trainerstab und für den Klub, der weiter auf der Suche nach Stabilität ist. Geplant sind fünf Einheiten und das Testspiel gegen Zweitligist Hannover 96 am Abreisetag (Montag, 06 Januar 2026).
Konstanz noch ausbaufähig
Sportlich reist Borussia nicht mit großen Versprechen in die Türkei, sondern mit offenen Fragen. Der Tabellenplatz ist solide, aber wenig aussagekräftig. Zu oft wechselten in den bisherigen Spielen gute Auftritte mit enttäuschenden Phasen. Das Trainingslager soll helfen, Abläufe und Sinne zu schärfen, Automatismen zu festigen und vor allem eines zu klären: Welche Spieler dem Team wirklich Struktur geben können.
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Zwar hat es Eugen Polanski geschafft, der Mannschaft ein Gesicht und eine gewisse Stabilität zu geben, doch fehlte wie so oft in den letzten Monaten die Kostanz. Lange wurde sie vermisst; 2026 soll sie endlich wieder zum Markenzeichen werden. Denn auch die Fans haben gewisse Ansprüche, denen gerecht zu werden nicht leicht ist. Stichwort: Internationales Geschäft. Auch wenn ein einstelliger Tabellenplatz nach dem holprigen Saisonstart auch als Erfolg gesehen werden kann.
Quo vadis, Borussia?
Mit 16 Punkten rangieren die Fohlen nach 15 Spielen (4 Siegen, 4 Remis, 7 Niederlagen) auf Platz 12, vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang. Zehn Punkte sind es bis zum ersten internationalen Platz. Zunächst gilt es also, sich weiter zu stabilisieren und die nötigen Punkte zu sammeln, damit der Blick nicht wieder nach unten gerichtet werden muss.
Dabei wird viel davon abhängen, ob es gelingt, Schlüsselspieler nicht nur zu halten, sondern sportlich weiterzuentwickeln. Besonders bei jungen Spielern gehören Formschwankungen dazu, doch die Mannschaft braucht Führung – nicht unbedingt laut, aber umso verlässlicher. Spieler, die auch dann vorangehen, wenn Spiele kippen und Phasen entstehen, in denen es nicht läuft. Genau daran haperte es in den vergangenen Spielzeiten zu oft. Rocco Reitz hat das Potenzial dazu und ist in den letzten Spielen immer besser in die Rolle als Vizekapitän hineingerückt, auch Kevin Diks könnte in der Rückrunde mehr vorangehen.
Polanski geht Talentförderung mit
Ob Reitz aber über den Sommer hinaus gehalten werden kann, ist aktuell unklar. Daher muss auch die Balance zwischen Talentförderung und Wettbewerbsfähigkeit gehalten werden. Der Klub setzt weiterhin auf junge Spieler, aus dem eigenen Nachwuchs oder aus dem Ausland. 2026 könnte das Jahr werden, in dem sich entscheidet, ob dieser Weg nachhaltig Früchte trägt oder erneut nachjustiert werden muss – Geduld ist gefragt. Wael Mohya ist in diesem Zusammenhang wohl der Spieler, dem am meisten zugetraut wird. Apropos zutrauen: Polanski „ist sich nicht zu schade“, jungen Spielern die Bühne zu geben und fördert den oftmals zitierten „Borussia-Weg“ auch mit Taten.
Auch strukturell steht Borussia vor wichtigen Aufgaben. Die Kaderplanung soll klarer, die Rollen eindeutiger werden. Weniger „vielleicht“, mehr „passt“. Rouven Schröder steht vor seiner ersten Transferperiode, in der er den Kader verkleinern und verändern möchte. Nach Jahren, in denen Transfers zu oft nicht so einschlugen wie gewünscht, muss die Trefferquote 2026 steigen. Wirtschaftlich bleibt der Verein solide, aber ohne große Spielräume – Fehler kann sich die sportliche Führung deshalb kaum erlauben.
Auf Gladbach-Fans wird es weiterhin ankommen
Und dann ist da noch das Umfeld. Der Borussia-Park wird im neuen Jahr einen Namenszusatz bekommen – „Ista-Borussia-Park“ heißt das Stadion ab der Spielzeit 2026/2027. Die Fans werden auch weiterhin, wenn der Einsatz stimmt, für eine tolle Atmosphäre sorgen.
Positiv ist auch, dass sich die Vereinsführung mit den Vertretern der aktiven Fanszene nach der Bekanntmachung des Sponsorings für den Stadionnamen an einen Tisch gesetzt hat und Missverständnisse geklärt wurden. Dennoch scheint das Verhältnis brüchig – anders als zwischen den Fans und der Mannschaft, wo der Support in den letzten Monaten besser denn je schien. Dass im neuen Jahr weiter Harmonie rund um den Borussia-Park einkehrt, hängt jedoch vom alles bestimmenden Faktor ab: der sportlichen Entwicklung im Jahr 2026. Unsere Redaktion wird auch im 19. Jahr über die Geschehnisse berichten.

