VollGAS-Analyse nach Hoffenheim: Borussia verfällt in alte Muster

Lukas Ullrich und die Borussen enttäuschten in Sinsheim auf ganzer Linie. Foto: Dirk Päffgen

Hoch verdient und zugleich bitter schmerzend war die Niederlage für Borussia Mönchengladbach in Hoffenheim. Dabei erinnerte die Partie an vergessen geglaubte Probleme aus der jüngeren Vergangenheit. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH – Schweißen & Gase aus Mönchengladbach. 

Es war nicht das erste Mal, dass Borussia Mönchengladbach in der aktuellen Bundesligasaison auch unter Eugen Polanski einem Gegner den Ball überließ und aus der eigenen Kompatkheit zu agieren versuchte. Doch zählt das Auswärtsspiel der Borussen bei der TSG Hoffenheim zu der Art von Spielen, die im Nachgang mit Ratlosigkeit betrachtet werden – und am besten so schnell wie möglich vergessen. 

Gladbach wie gegen Frankfurt und Bremen

Vom Anpfiff weg stand Gladbach unter Druck, konnte sich nur selten befreien und wurde schließlich durch einen Foulelfmeter in Rückstand gebracht, der gleichermaßen auch der Dosenöffner für die 1:5-Niederlage war. 4:0 stand es bereits zur Pause, das erinnert an die 4:6-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt im vergangenen Herbst, doch im Gegensatz zum Frankfurt-Spiel, wo Borussia nach einem 0:5-Pausenrückstand die zweite Hälfte gewissermaßen mit 4:1 „gewonnen“ hat, wollte Polanski am Mittwochabend nichts von einem „Unentschieden“ in der zweiten Hälfte des Hoffenheim-Spiels wissen, nachdem sowohl Gladbach als auch Hoffenheim jeweils einmal in den zweiten 45 Minuten trafen. 

Schon wieder ist Borussia in alte Muster verfallen: 0:4 musste sich die Mannschaft damals noch unter Gerardo Seoane gegen Werder Bremen am dritten Spieltag geschlagen geben – bekanntermaßen die Partie, nach der Seoane freigestellt wurde. Ähnliche Probleme zeigte Borussia einen Monat später bei der 1:3-Auswärtsniederlage bei Union Berlin, und auch im letzten Heimspiel des vergangenen Jahres, einer 1:3-Heimpleite gegen den VfL Wolfsburg, war von den zuvor teils überzeugenden Leistungen plötzlich keine Spur mehr.

Ein altbekanntes Problem 

Gute Leistungen, so der Eindruck, können noch immer nicht konserviert werden. Das ist einer der Kritikpunkte, die sich Seoane oft und berechtigt anhören musste, doch wird auch Polanski selbst an diesem Umstand arbeiten müssen. Ideenlosigkeit in der Offensive bemängelte der Trainer bereits in der Winterpause, und auch in Hoffenheim zählte diese zu den Problemen, wobei die Chancen am Mittwoch rar gesät waren.

In Zahlen: 7 zu 18 Torschüsse zu Gunsten der Hoffenheimer, dazu ein xGoals-Ergebnis von 0,94 zu 3,42 aus Gladbacher Sicht, und ein Ballbesitz von gerade einmal 34 %. Und auch, wenn die TSG derzeit zu den formstärksten Mannschaften der Liga zählt und verdientermaßen auf dem fünften Tabellenplatz steht, wirft Borussias Niederlage tiefgehende Fragen auf.

Wie kriegt die Mannschaft ihr Konstanz-Problem in den Griff? Wie ist es möglich, dass nach einem 4:0-Heimsieg der nächste Rückschlag erfolgt? Schließlich ist die Tabelle in der aktuellen Bundesligasaison besonders im Mittelfeld eng. Und wenn die Borussen nicht wieder im Abstiegskampf mitmischen wollen, müssen sie sich diesen Fragen stellen.