Eugen Polanski ist guter Dinge, dass es die Fohlen in Hamburg besser machen werden. Foto: Dirk Päffgen
Borussia Mönchengladbach tritt am morgigen Samstag beim Hamburger SV an. Im ersten Rückrundenspiel der Saison haben die Borussen etwas gut zu machen. Eugen Polanski hat weiterhin Vertrauen in seine Mannschaft. Unterdessen gibt es in Sachen Transfers keine Neuigkeiten.
Die Hinrunde 2025/2026 ist passe. 19 Punkte stehen nach der Halbserie auf dem Konto. In der Vorsaison waren die Borussen in der ersten Halbserie noch auf 24 Zähler gekommen, in der Rückserie dann nur auf 21 Punkte. Verantwortlich dafür sind die massiven Leistungsschwankungen, die die Fohlen immer wieder zurückwerfen.
So wie in Hoffenheim, als sich die Fohlen nach dem 4:0-Sieg gegen Augsburg in der ersten Hälfte überrollen ließen und zur Pause mit 0:4 zurücklagen. Auch in den Spielen gegen Frankfurt (0:5 zur Pause) und Wolfsburg (1:3) war die Messe bereits nach 45 Minuten gesungen. So gehörte die Fohlenelf bisher zu den wenigen Teams gehört, die vor der Pause mehr Gegentore kassierten (17) als danach (zwölf).
»Bin fest davon überzeugt, dass wir es besser machen werden«
Dass in Sinsheim erneut fünf Gegentore dazukamen, lag daran, dass die Borussen von Beginn an überhaupt nicht da warne und über die gesamte Spielzeit auf ganzer Linie enttäuschten. »Das war ein Spiel zum Vergessen. Von Beginn an haben wir schlecht gespielt und auch in dieser Höhe verdient verloren«, brachte es Nico Elvedi in der Mixed Zone auf den Punkt und Eugen Polanski stellte klar: »Von dem, was Borussia Mönchengladbach auszeichnen soll, war an diesem Abend zu wenig zu sehen.«
Die Borussen haben die Klatsche natürlich besprochen und aufgearbeitet. Jetzt gilt es, wieder ein anderes Gesicht zu zeigen. Von einem Charaktertest will Eugen Polanski dabei aber nicht sprechen. »Die Ansprache nach dem Spiel war bewusst kurz und knapp, weil ich gemerkt habe, dass die Jungs selbst ins Nachdenken gekommen sind. Sie sollen sich Gedanken machen und nicht immer nur die Worte des Trainers hören«, sagte Borussias Trainer auf der Pressekonferenz am Freitag.
»Die Richtung war klar, und trotz der jüngsten Enttäuschung ist mein Vertrauen in die Mannschaft weiterhin groß. Entscheidend war für mich ihre Reaktion danach, und die war sehr gut. Daher bin ich fest davon überzeugt, dass wir es gegen den HSV besser machen werden«, so Polanski abschließend.
Genau wird auch von Nöten sein. Das Spiel stand nach den starken Schnee- und Regenfällen auf der Kippe, die Dachkonstruktion im Volksparkstadion hatte den Verantwortlichen Sorgen bereitet. Doch am Donnerstagabend gab man grünes Licht. So haben die Borussen in der Hansestadt die Möglichkeit, die Klatsche von Hoffenheim wieder gutzumachen. Und das müssen sie auch, damit man mit etwas Zählbarem im Gepäck die Heimreise antreten kann.«
Omlin vor Rückkehr, Mohya ist bereit
Für dieses Vorhaben verzichten muss Borussias Trainer weiterhin auf Tim Kleindienst (Reaktion im Knie), Robin Hack (Knieprobleme) und Nathan Ngoumou (Aufbautraining). Ebenso nicht im Kader stehen dürften Tomáš Čvančara und Marvin Friedrich. Das Duo könnte die Borussen im Winter verlassen, so dass kein Risiko eingegangen werden soll. Beim Tschechen ist es zudem so, dass er für die Borussen nicht auflaufen darf, weil er bereits für Antalyaspor aufgelaufen ist und somit für einen weißten Klub gesperrt wäre.
Jonas Omlin hingegen, könnte in Hamburg wieder zur Verfügung stehen. »Jonas hatte wahrscheinlich keinen großen Infekt´, sondern eher Magenprobleme«, erklärte Polanski. »Stand jetzt sind die auskuriert. Wir müssen schauen, wie er kräftemäßig dasteht. Die Option, dass er in den Kader zurückkehrt, ist da.«
Da ist er generell – bei den Borussen nämlich. Dass der Schweizer seine aktuelle Situation beleuchtet und schaut, was eventuell möglich ist, ist nachvollziehbar und klar. Doch aktuell gibt es da nichts Konkretes, wie Rouven Schröder auf der Pressekonferenz am Freitag zu Protokoll gab. »Jonas Omlin ist nicht nur ein erfahrener, sondern ein richtig guter Torwart, der auch den Anspruch hat, zu spielen. Ich glaube, dass er seine eigene Situation auch einschätzt. Das ist ein ganz normaler Prozess. Konkretes gibt es aber nicht«, so Borussias ‚Head of Sports’.
Unterdessen könnte Wael Mohya in der Hansestadt zu seinem Startelf-Debüt kommen. »Ich bin sicher, dass Wael für den nächsten Schritt bereit ist. Man merkt, dass wir sehr viel von ihm halten, sonst würde er nicht so häufig eingewechselt werden«, liebte Polanski seinen Schützling. »Dieses Erfrischende tut uns gut, zudem wird er von der Mannschaft voll akzeptiert. Wann es soweit ist, wird man es sehen – heim oder auswärts macht dabei für mich keinen Unterschied.«
Kein neuer Stand bei Güner, auch in Sachen Transfers nichts Konkretes
In Sachen Transfers gibt es unterdessen keine Neuigkeiten. Auch nicht bei Can Armando Güner, der mit Galatasaray Istanbul in Verbindung gebracht wird. Der ‚Kicker‘ meldete sogar schon eine Einigung des Youngsters mit den Türken. »Wir sollten das Thema stand heute einfach mal zumachen. Er ist ein Spieler von uns. Wenn es da etwas zu vermelden gibt, dann machen wir das. Fragen werden wir dazu nicht mehr beantworten. Nur, wenn etwas feststeht.«
Gleiches gilt für alle anderen Personalien. »Alles andere ist ein laufender Prozess. Wir haben jetzt Halbzeit auf dem Transfermarkt. Viele Vereine, die 95 Prozent überzeugt sind, brauchen aber noch fünf Prozent, um das abzubilden«, sagte Schröder. »Auch Verletzungen verändern den Transfermarkt. Das ist ein ganz fragiles Gebilde.«
»Es ist weiterhin ein spannender Prozess. Es gibt nichts Konkretes in den Sinne, dass ich etwas vermeiden kann. Trotzdem sind wir aktiv auf dem Markt«, so Borussias Sportchef. »Ich glaube, jeder nimmt Borussia Mönchengladbach in beide Richtungen wahr. Bis zum Schluss können die Bleistifte gespitzt bleiben.«
Derweil zählt es für die Borussen auf dem Platz. Und da müssen die Fohlen am Samstag in Hamburg beim heimstarken HSV von der ersten bis zur letzten Minute da sein und zeigen, dass sie Charakter haben… Dann kann es gelingen, mit dem positiven Start in die Rückrunde.
