Enttäuschende Fohlenelf mit glücklicher Nullnummer in Hamburg

Rocco Reitz und die Borussen holten einen Punkt in Hamburg. Foto: picture alliance / BEAUTIFUL SPORTS | Tonhäuser

Mit 0:0-Unentschieden trennte sich Borussia Mönchengladbach am Samstag vom Hamburger SV. Dass die Borussen überhaupt etwas Zählbares mit nach Hause nehmen konnte, lag vor allem an Moritz Nicolas, den ansonsten in allen Belangen enttäuschenden Borussen mit seinen Paraden einen Punkt sicherte. 

Eugen Polanski musste in Sinsheim weiterhin auf Tim Kleindienst, Robin Hack und Nathan Ngoumou (alle Reha) verzichten. Zudem standen Tomáš Čvančara und Marvin Friedrich weiterhin nicht im Kader. Dafür aber Jonas Omlin, der in Hoffenheim noch krankheitsbedingt nicht mit dabei war. Zwei Änderungen gab es im Vergleich zur Klatsche in Sinsheim: Luca Netz und Florian Neuhaus bekamen den Vorzug vor Lukas Ullrich und Jens Castrop.

Nicolas verhindert frühen Rückstand, Fohlen viel zu passiv

Beide Mannschaften gingen direkt entschlossen in die Partie und störten den jeweiligen ballführenden Spieler früh. Der erste Abschluss gehörte dann den Gastgebern. Nach einem Freistoß kam Ramberg im Strafraum zum Kopfball, Nicolas fing die Kugel sicher (3.). Zwei Minuten später war Borussias Torhüter erneut gefordert. Einen strammen Schuss von der rechten Seite wehrte Nicolas erst stark zur Seite ab, den Abpraller verpasste Downs nur knapp. Anschließend drosch Dompé die Kugel aus spitzem Winkel an Außennetz (5.).

Immer wieder Nicolas

Glück für die Borussen, die sich in der Anfangsphase zu passiv verhielten und unter Druck standen. Auch der nächste Abschluss gehörte dem HSV. Viera zog nach Zuspiel von Torunarigha direkt ab, erneut klärte Nicolas mit einem starken Reflex. Den Rebound verpasste Königsdörfer am langen Pfosten nur knapp (13.).

Hamburg machte weiter Druck, die Borussen boten mit ihren Lücken aber auch viel an. So wie sechs Minuten später. Downs steckte am Strafraum durch auf Capaldo. Dessen Abschluss aus zentraler Position war aber zu unplatziert, sodass Nicolas klären konnte. Kurz darauf kam Jatta zum Kopfball, scheitete aber auch an Nicolas (19.).

Der HSV schoss aus allen Rohren und musste sich den Vorwurf gefallen lasen, aus der klaren Überlegenheit noch kein Kapital geschlagen zu haben. Die nächste Möglichkeit dazu hatte Ramberg, dessen Weitschuss Nicolas abwehren konnte. Nach der anschließenden Flanke stand Muheim im Zentrum relativ frei, traf die Kugel aber nicht richtig (25.).

13 Torschüsse standen beim HSV nach einer knappen halben Strudle zu Buche, bei den Fohlen einer. Spielerisch hatten die Borussen klar das Nachsehen und kamen zudem immer einen Schritt zu spät. Um es mit Polanskis Worten zu sagen: Es war überhaupt keine Energie vorhanden. Sechs Minuten vor der Pause dann plötzlich die große Chance zur Führung. Nach einer schönen Flanke von Diks auf Honorat verpasste erst Tabaković die Flanke, ehe ein Hamburger im letzten Moment vor Neuhaus an den Ball kam (39.).

Das Beste an den 45 Minuten aus Sicht der Borussen war, dass es torlos in die Kabinen ging. Ansonsten war das ein ganz schwacher Auftritt der Borussen, von Wiedergutmachung war nichts zu sehen. Die Kabinenansprache dürfte etwas lauter gewesen sein.

Fohlenelf weiter uninspiriert

Polanski verzichtete auf Wechsel und gab den zehn Feldspielern zunächst die Möglichkeit, es viel besser zu machen, als im ersten Durchgang. Und sie bemühten sich, mehr zu tun, als in den ersten 45 Minuten. Viel kam bei den Vorstößen aber nicht rum. Die Fohlenelf hatte nun Räume, wüste diese aber nicht zu nutzen – weil Ideen, Tempo und Präzision fehlten. So wie in Minute 54, als sich Honorat rechts auf den Weg machte und in die Mitte spielen wollte, Capaldo den Ball aber abfing (55.).

Es war weiterhin uninspiriert und ohne Energie, was die Borussen auf dem Rasen brachten. Tabaković vorne bekam überhaupt keinen verwertbaren Ball. Polanski reagiere und brachte Reyna und Castrop in die Partie (69.). Eine Minute später der nächste Abschluss des HSV: Muheim versuchte es nach einer Flanke, Nicolas packte sicher zu (70.). Eine Minute später probierte es Tabaković mit dem Kopf, bekam den Ball mit dem Rücken zum Tor aber nicht auf selbiges (71.).

Diks muss runter, Immer wieder Nicolas

Es lief die Schlussphase im Volksparkstadion. Viel passierte da nicht mehr, weil der HSV in der Defensive sicher stand, In der 85. Minute gab es einen Zusammenprall zwischen Diks und Vušković, Diks blieb einige Zeit im Strafraum liegen, konnte dann aber Gott sei Dank vom Platz gehen. Es gab neun Minuten Nachspielzeit. In der ersten davon zog Rössing-Lelesiit trocken ab, Nicolas war zur Stelle (90,+1). Fünf Minuten später noch mal so etwas wie eine Möglichkeit für die Fohlen. Heuer Fernandes war nach einer Ecke mit beiden Fäusten vor seinem Gegenspieler zur Stelle. Kurz darauf wurde Netz von der Strafraumkante geblockt (90,+6).

Das war der Schlusspunkt im Volksparkstadion. Am Ende konnten sich die Borussen über einen glücklichen Punkt im Hamburg freuen. Gehörig dazu beigetragen hat vor allem Moritz Nicolas, der eine Vielzahl von Großchancen des HSV mit starken Reflexen entschärfte. Anrosten war das ein enttäuschender Auftritt der Fohlenelf, das Ergebnis das Positivste des Spiels. Unterdessen bleibt zu hoffen, dass Kevin Diks keine schwerwiegende Verletzung erlitten hat. 

Die Kurzstatistik zum Spiel: 

Hamburger SV: Heuer Fernandes – Capaldo (67. Gocholeishvili), Vušković, Torunarigha – Jatta (85. Ramos), Fabio Vieira, Remberg, Muheim – Downs (79. Glatzel), Königsdörffer (67. Philippe), Dompé (80. Rössing-Lelesiit)

Auswechselbank: Hermann (ETW), Mikelbrencis, Megeed, Pherai, Philippe

Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Sander, Elvedi, Diks (88. Takai) – Scally, Reitz, Engelhardt, Neuhaus (69. Reyna), Netz – Honorat (69. Castrop), Tabaković (90.+2 Machino)

Auswechselbank: Omlin (ETW), Ullrich, Stöger, Mohya, Ranos

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten: Torunarigha / Engelhardt, Diks

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)

Zuschauer: 57.000 (Volksparkstadion)