Gladbach lange harmlos: VfB siegt mit 3:0 im Borussia-Park

Joe Scally erlebte gegen Stuttgart einen gebrauchten Tag. Foto: Dirk Päffgen

Mit 0:3 verlor Borussia Mönchengladbach am Sonntag zuhause gegen den VfB Stuttgart. Nach einem ordentlichen Start und einem vergebenen Strafstoß durch Haris Tabakovic kam der VfB immer besser ins Spiel und fertigte die Borussen auch in der Höhe verdient ab. Eine Statistik war dabei besonders erschreckend. 

Wie schon in den Vorwochen musste Gladbachs Trainer Eugen Polanski gegen den VfB auf Tim Kleindienst, Robin Hack und Nathan Ngoumou (alle Reha) verzichten; Kevin Diks (angeschlagen) Giovanni Reyna (muskuläre Probleme) und Jens Castrop (krank) fehlten darüber hinaus.

Drei Änderungen der Startelf gab es im Vergleich zur Nullnummer in Hamburg: Kota Takai (Startelfdebüt), Shuto Machino und Jens Ullrich begannen anstelle von Diks (nicht im Kader), Yannik Engelhardt und Luca Netz (beide Bank). Dort fand sich zunächst auch Neuzugang Alejo Sarco wieder.

Tabaković verschießt Elfmeter

Die ersten Minuten gehörten den Fohlen. Sie bauten zunächst ruhig hinten auf und hatten die erste Offensivaktion: Honorat machte sich auf den Weg in Richtung VfB-Tor, entschied sich im Strafraum aber für den falschen Pass und der Angriff verpuffte (3.). Vier Minuten später meldete sich dann auch der VfB zu Wort: Bouanani wechselte die Seite und spielte auf Leweling, der aber nicht an Scally vorbeikam (9.).

Dann hätten die Fohlen eigentlich in Führung gehen müssen: Honorat nahm auf der rechten Seite Fahrt auf und flankte in den Strafraum. Dort versuchte Leweling, die Flanke zu verhindern, bekam dabei den Ball an den Arm. Schiedsrichter Storks zeigte sofort auf den Punkt, der VAR hatte keine Einwände. Tabaković übernahm in Abwesenheit von Diks die Aufgabe, doch er scheiterte an Nübel, der die linke Ecke geahnt hatte (13.).

Auf der Gegenseite hatte der Europapokal-Teilnehmer zwar mehr Spielanteile, zeigte aber kaum Torgefahr. Das Pressing des VfB funktionierte zwar, dann fehlten den Schwaben aber die Ansätze fürs weitere Vorgehen. So hatte Nicolas bisher einen ruhigen Nachmittag zwischen den Pfosten.

Neuhaus erst drüber, dann trifft Leweling

Dann waren wieder mal die Fohlen am Zug. Neuhaus fasste sich aus zwanzig Metern ein Herz, sein Schuss flog weit drüber (25.). Eine Minute später versuchte es Demirovic und zog einfach mal ab, doch Takai blockte noch entscheidend ab, sodass Nicolas den Ball mühelos aufnehmen konnte (26.

Vier Minuten später war Borussias Nummer eins dann aber geschlagen. Scally legte Leweling den Ball im Strafraum mit der Brust perfekt vor den Fuß. Der Stuttgarter nahm dankend an und vollendete zur 1:0-Führung (30.). In der Folgezeit spielte sich das Geschehen eher im Mittelfeld ab.

Es gab keine nennenswerten Abschlüsse, so dass es aus Sicht der Borussen mit einem 0:1-Rückstand in die Kabinen ging. Bei den Fohlen fehlte gerade offensiv die Durchschlagskraft. Stuttgart hingegen wirkt aktiver und giftiger. In der 13. Minute hatten die Fohlen dann per Strafstoß die große Chance auf die Führung. Tabaković scheiterte aber an Nübel. Dann nutzte Leweling das Geschenk von Scally.

Stuttgart mit Chancen, Fohlen harmlos

Beide Trainer schickten ihre Teams unverändert auf den Rasen. Die erste Möglichkeit gehörte dann dem VfB. Durch einen fehlerhaften Abschlag von Nicolas ging es direkt wieder heiß her im Strafraum der Fohlen. Letztendlich brannte aber nichts bei den Gladbachern an (47.).

Nur zwei Minuten später wer es dann beinahe passiert. Bouanani legte im Sechzehner flach von rechts quer zu Demirovic, der sich am Ball behauptete, um die eigene Achse drehte und abzog. Nicolas war rausgekommen, fast schon aus dem Spiel, war dann aber doch noch rechtzeitig da und nahm dem Bosnier den Ball gerade noch vom Fuß (49.).

Auf der Gegenseite kam von den Borussen viel zu wenig, gerade nach vorne ging nichts. Ein erschreckender Wert: Nur 78 Prozent der Gladbacher Pässe kamen bei ihren Mitspielern an – beim VfB waren es 86 Prozent. Damit landete jeder fünfte Ball der Fohlen in den Reihen der Schwaben. Eugen Polanski reagierte und brachte in Mohya und Sarco gleich zwei frische Offensivkräfte (65.).

Scally trifft in die eigenen Maschen, Undav macht den Deckel drauf

Eine Minute später war Nicolas zur Stelle, als er den Schuss von Nartey parierte und die Fohlen im Spiel hielt (66.), wenig später war der Schlussmann jedoch erneut geschlagen. Nach einer Ecke von Führich bugsierte Scally die Kugel vom Rücken aus in die eigenen Maschen (67.).

Eine knappe Viertelstunde vor Schluss war die Partie dann endgültig entschieden, wieder verloren die Fohlen hinten den Ball. Stiller hatte zu viel Zeit und legte den Ball auf Undav, der die Kugel im linken unteren Eck zum 3:0 versenkte (74.). Kurze Zeit später verließen die ersten Zuschauer das Stadion in dem Wissen, dass der Drops gelutscht war. 

Gladbach verfällt in alte Muster

Als Schlussoffensive kann man die Ballstaffetten der Borussen zum Ende der Partie angesichts des Spielstands nicht bezeichnen. Der VfB spielte seine Führung souverän herunter, Gladbach schien noch nicht müde und probierte es weiter, ohne aber Gefahr auszustrahlen. 

Nach dem Schlusspfiff blieben zumindest die Fans in der Nordkurve, um ihrer Mannschaft Unterstützung zu geben. Doch erinnert der Auftritt gegen den VfB an vergangene Spiele, nach denen Fragezeichen blieben. Wiedergutmachung können die Borussen am kommenden Samstag beim Auswärtsspiel gegen den SV Werder Bremen leisten. 

Die Kurzstatistik zum Spiel: 

Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Takai, Sander (86. Engelhardt), Elvedi – Scally, Reitz (65. Sarco), Neuhaus (74. Stöger), Ullrich (86. Chiarodia) – Honorat (65. Mohya), Machino – Tabaković

Auswechselbank: Omlin (ETW), Friedrich, Netz, Ranos

VfB Stuttgart: Nübel – Vagnoman, Jeltsch, Chabot, Hnedriks (73. Mittelstädt) – Karazor, Stiller (79. Andrés) – Leweling (50. Führich), Nartey (79. El Khannouss), Bouanani – Demirovic (61. Undav)

Auswechselbank: Bredlow ( ETW), Al-Dakhil, Assignon, P. Stenzel

Tore: 0:1 Leweling (30.), 0:2 Scally (67. Eigentor), 0:3 Undav (74.).

Gelbe Karten: Ullrich / Karazor

Bes. Vorkommnis: Tabaković scheitert mit Elfmeter an Nübel (13.).

Schiedsrichter: Sören Storks (Ramsdorf)

Zuschauer: 48.844 (Borussia-Park)